Schnelltest-Marathon Corona-Massentests in Hildburghausen laufen an

Hildburghausen ist der Corona-Hotspot in Thüringen. Nun sind im Landkreis Corona-Massentests angelaufen. Anhand der Ergebnisse soll entschieden werden, ob Kindergärten und Schulen wieder öffnen können.

Im Landkreis Hildburghausen haben die freiwilligen Corona-Schnelltests für Kinder, Jugendliche sowie Lehrer und Erzieher begonnen. Mit den Schnelltests soll herausgefunden werden, wie viele Kindergarten- und Schulkinder infiziert sind. Wegen der hohen Ansteckungsrate sind im Landkreis derzeit Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.

Anhand der Ergebnisse soll entschieden werden, ob der von einem strengen Lockdown betroffene Landkreis Kindergärten und Schulen wieder öffnen kann. Kindergärten und Schulen, an denen es Schnelltests gab, können Kinder und Jugendliche mit negativem Ergebnis am Folgetag wieder betreuen. Der Test-Marathon läuft bis zum 4. Dezember.

Medizinisches Personal in Schutzkleidung.
Die Schnelltests werden nur mit besonderen Schutzmaßnahmen durchgeführt. Bildrechte: MDR/Katharina Melzer

Bis zu 5.000 Menschen wollen sich testen lassen

Für den Schnelltest-Marathon wurden insgesamt 11.000 Tests beschafft. Laut Thüringer Bildungsministerium sind allein 9.000 Kinder und Jugendliche testberechtigt. Das Interesse an den freiwilligen Test scheint daher eher verhalten zu sein: Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes wollen sich 4.000 bis 5.000 Menschen testen lassen. So hat sich in Eisfeld beispielsweise von 400 Kindern lediglich eins angemeldet. In Römhild sollen dagegen allein am Dienstag 160 Menschen in drei Räumen einer Turnhalle getestet werden.

In Römhild ist das Testzentrum beispielsweise in einer Turnhalle eingerichtet worden. Nach der Anmeldung geht es in einen der drei Testträume zum Nasenabstrich. Bis das Ergebnis vorliegt, wird gewartet. Etwa zwölf Menschen pro Stunde können so getestet werden.

Schlange stehen für den Schnelltest vor der Turnhalle der Regelschule in Römhild.
Die Turnhalle der Regelschule Römhild wurde wurde zum Testzentrum umfunktioniert. Bildrechte: MDR/Katharina Melzer

Wunsch nach Normalität

Die Motivation der Eltern, die mit ihren Kindern gekommen sind, ist bei allen ähnlich: "Ich habe drei Kinder, die in die Schule gehen. Und ich würde mich freuen, wenn die wieder in die Schule können. Deshalb gehe ich mit ihnen zum Test", sagt Mutter Daniela Carl. "Mein Sohn geht in den Nachbarlandkreis in den Kindergarten und musste jetzt zum Test, damit ich ihn dort wieder hinschicken kann", erzählt Vater Max Koob. Sie alle wünschen sich ein Stück Normalität zurück. Die, die nicht zum Test gekommen sind, glauben nicht daran, dass die Kindergärten und Schulen mit diesem Prozedere wieder aufmachen können. Die Vorbehalte gegen die Nasenabstriche sind außerdem groß. Viele Eltern wollen das ihren Kleinkindern nicht zumuten.

Schnelltest: Ergebnis nach 15 Minuten

Die Schnelltests dienen derzeit als Ergänzung bei der Diagnose einer Corona-Infektion. Sie werden bei Verdacht einer Corona-Infektion und bei Kontaktpersonen eingesetzt. Die Ergebnisse des Schnelltest liegen innerhalb von 15 Minuten vor. Ist der Schnelltest positiv, wird zusätzlich ein PCR-Test gemacht. Schnelltests sind also momentan nur als Ergänzung vorgesehen.

Der Südthüringer Kreis Hildburghausen an der Landesgrenze zu Bayern war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz. Inzwischen ist er wieder auf 525 (Stand: 01.12.2020 10:00 Uhr) gesunken.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Thüringen Journal | 01. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

Hans Dampf vor 45 Wochen

Die Schnelltests sind für die Katze. Wurde 2 mal negativ getestet und der anschließende PCR Test war positiv.
Ausserdem ist die Probeentnahme in der Nase sehr unangenehm. So etwas kann man Kindern eigentlich nicht zumuten.
Dazu der ganze Aufwand um effektiv vielleicht 1 Schulwoche zu retten. Nach den Feiertagen werden die Karten sowieso wieder neu gemischt.

DER Beobachter vor 45 Wochen

Werter MDR, werter RR, selbstverständlich fließen Erkenntnisse aus der Veterinärmedizin auch mit in die Humanmedizin mit ein, was durchaus sinnvoll ist. Allerdings wird ja u.a. gerade aus der Leerdenkerszene dem Herrn Wiehler, Chef des RKI, vorgeworfen, dass er eigentlich aus der Tierseuchenmedizin und Tierhygieneforschung kommt...

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 45 Wochen

Bei allem Wirbel um das aktuelle Virus scheint es mir fast so,
als hätten wir die anderen tödlichen Viren und deren wirksame
Bekämpfung völlig aus dem Blick verloren ...?!

Über den Welt-AiDS-Tag am heutigen 01. Dezember, an dem sonst immer
rote Schleifen sichtbares Zeichen für Solidarität mit den Betroffenen und
ihren Angehörigen waren, sehe und lese ich heute leider gar nichts mehr !

Mögen wir aus den Erfahrungen mit HiV und AiDS für das Leben mit dem Virus unserer Tage gelernt haben. Mögen wir uns nicht nur einmal im Jahr über die Folgen bewusst sein. Mögen die mit dem HI-Virus infizierten Menschen und
die an AiDS erkrankten, die häufig unsere Freundinnen und Freunde sind,
von uns nicht allein gelassen werden.

Mehr aus der Region Suhl - Hildburghausen - Sonneberg - Ilmenau

Mehr aus Thüringen

Feuerwehrmänner stehen im Dunkeln vor dem Eingang eines Wohnhauses in Schleußingen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei einem Brand in einem Wohnhaus in der Nacht zu Dienstag sind in Schleusingen 20.000 Euro Schaden entstanden. Die vier Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen. Die Ermittlungen laufen.

19.10.2021 | 14:49 Uhr

Di 19.10.2021 13:26Uhr 00:27 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/video-564810.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video