Neue Pläne im Kreistag beschlossen Hildburghausen: Krankenhaus wird Zentrum für Altersmedizin

Das Regiomed-Krankenhaus in Hildburghausen soll ein Zentrum für Altersmedizin werden. Das hat der Kreistag am Mittwoch beschlossen. Hintergrund sind finanzielle Schwierigkeiten des Betreibers.

Kreiskrankenhaus Hildburghausen (Regiomed-Klinikum), Verschlossene Eingangstür
Das Krankenhaus in Hildburghausen soll zum Zentrum für Altersmedizin werden. (Archivbild) Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

Das Krankenhaus in Hildburghausen wird zu einem Zentrum für Altersmedizin umgewandelt. Das hat der Kreistag in Hildburghausen am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Eine Grundversorgung wird es an dem Krankenhaus aber auch weiterhin geben, wie es in dem Beschluss heißt.

Labor und Sterilisation sollen geschlossen werden

Gleichzeitig soll die gynäkologische Abteilung in eine Belegabteilung umgewandelt werden. Das bedeutet, die Betten werden an niedergelassene Ärzte vergeben. Geburtsstation und Kreißsaal wurden bereits im April geschlossen. In dem Beschluss steht auch, dass das Labor und die Sterilisation geschlossen werden.

Grund für die neue Ausrichtung des Regiomed-Krankenhauses sind finanzielle Schwierigkeiten des Betreibers. Wie zuvor öffentlich wurde, hat das Krankenhaus in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit von über drei Millionen Euro.

Hitzige Debatte im Kreistag

Vor der Abstimmung wurde im Kreistag hitzig diskutiert. Landrat Thomas Müller (CDU) warb für die neuen Pläne und sprach von einer Chance. Er sagte, der neue Schwerpunkt könne zu einem Standortvorteil werden. Kritik kam insbesondere vom Linken-Fraktionsführer Steffen Harzer. Seiner Ansicht nach macht die Umstrukturierung die Region für junge Menschen unattraktiv - insbesondere in Kombination mit der Schließung der Geburtenstation, so Harzer. Diese wurde zum April hin geschlossen, weil kein Chefarzt gefunden wurde.

Regiomed-Seniorenzentrum in Oerlsdorf wird geschlossen

Der Kreistag in Hildburghausen hat am Mittwoch außerdem beschlossen, das Seniorenzentrum in Oerlsdorf im Landkreis Sonneberg zu schließen. Das Seniorenzentrum wird ebenfalls vom Regiomed-Klinikverbund betrieben. Als Gesellschafter des Regiomed-Konzerns musste auch der Landkreis Hildburghausen der Schließung zustimmen. Wie in dem Beschluss steht, finden sich nicht genug Bewohner für das Pflegeheim. Auch das Personal sei knapp. Zuletzt hätten 28 Senioren in dem Pflegeheim gewohnt - Platz gäbe es für 38.

Die Senioren sollen bis spätestens Ende des Jahres in anderen Pflegeheimen in der Region untergebracht werden. Eigentlich sollte das Pflegeheim neu gebaut werden, weil das alte Gebäude baufällig war. Die Arbeiten für den Neubau wurden allerdings schon im Februar gestoppt. Der Baustopp wurden durch zu hohe Kosten begründet.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Juni 2021 | 08:00 Uhr

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