Hildburghausen Morddrohung gegen Landrat Müller wegen Corona-Maßnahmen

Der Landrat des Kreises Hildburghausen, Thomas Müller (CDU), steht wegen einer Morddrohung seit Donnerstag unter Polizeischutz. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde die Drohung auf Facebook verbreitet. In der Nachricht hieß es, dass sich der Landrat "einen Strick nehmen" solle. Dabei könne man ihm auch behilflich sein. Müller habe Anzeige erstattet. Die Kriminalpolizei in Suhl bearbeite den Fall.

Ein Mann steht vor dem Landratsamt Hildburghausen.
Thomas Müller ist Landrat des Kreises Hildburghausen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Demonstration als "unverantwortlich" kritisiert

Müller hatte die Proteste gegen den strengen Lockdown in Hildburghausen als unverantwortlich kritisiert. Am Mittwochabend hatten sich ungeachtet geltender Ausgangsbeschränkungen 400 Menschen in der Stadt versammelt. Viele der Protestteilnehmer trugen laut Polizei keinen Mund-Nasen-Schutz und hielten den Mindestabstand nicht ein. Um Demonstranten zurückzudrängen wurde von der Polizei auch Pfefferspray eingesetzt. Verletzte und Festnahmen gab es den Angaben zufolge nicht. Wer zu der Demonstration aufgerufen hat, ist derzeit noch unklar. Hinweise auf einen rechten Initiator gibt es nach Polizeiangaben derzeit nicht. Eine Anmeldung für eine Demonstration gab es laut Landratsamt im Vorfeld nicht.

Harter Lockdown im ganzen Kreis Hildburghausen

Im Kreis Hildburghausen gilt aufgrund explodierender Infektionszahlen seit Mittwoch ein harter Lockdown. Die rund 63.000 Einwohner in der Region dürfen bis zum 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen. Der Inzidenzwert liegt derzeit bei über 600.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. November 2020 | 21:00 Uhr

77 Kommentare

DER Beobachter vor 41 Wochen

Begrüßten Sie sonst nicht WaWe-Einsätze gegen "Linke"? Tränengas hat zwar unsere sächsische Polizei in Petto. aber abgesehen vom Beschuss einer weltfinanzkritischen Kundgebung in FfM (und "versehentlich" eines Notarztwagens) noch nicht weiter eingesetzt. Falls Sie die Pfeffersprayeinsätze in LE etc. meinten: die waren irgendwann nach unendlicher Engelsgeduld mehr als überfällig, oder soll die Polizei Ihrer Meinung nach Teddybären auf gewalttätigen Maskenverweiger werfen?

european son vor 41 Wochen

Vielen Dank für Ihre Zustimmung. Und auch wenn dieser Artikel bereits "alt" ist, so möchte ich doch, auch im Sinne der Kommunikation, nochmals darauf reagieren.
Zustände, wie Sie diese beschreiben, kenne ich auch aus bayerischen Regionen. Zumindest einen Fall kenne ich jedoch auch, wo es einer engagierten SPD(!!!)-Bürgermeisterin gelungen ist, dieses braune Gespenst wieder zu vertreiben. Leider ist es aber eine Schwäche der freiheitlichen Demokratie, daß derlei Gruppierungen unsere liberale Ordnung für ihre unfreiheitlichen Bestrebungen ausnutzen können, und geradezu absurd, wenn eben diese Leute jetzt wegen Corona "Freiheit" brüllen. Es bedarf wohl einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung diesen Moloch wieder los oder zumondest winzig zu kriegen. Jedermann und -frau ist dabei gefordert Stellung zu beziehen. Einfach schweigen oder wegsehen geht nicht, denn auch so macht man sich mitschuldig, weil man sie gewähren ließ.

JanoschausLE vor 41 Wochen

"..Ach ja, laut Polizei gibt es keine Hinweise auf einen Organisator aus der rechten Szene!"

Das ist aber der einzige (bisherige) Erfolg,den die rechte Szene zu verbuchen hat,dass man es (noch) keinem Rechten nachweisen kann. Mit Verlaub, in Einzelfällen ist selbst FB verpflichtet, mit der Polizei zu kooperieren.

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