Wirtschaft Rasierklingen aus Eisfeld: Hersteller Harry's will deutschen Markt erobern

Bislang waren Nassrasierer mit Klingen aus Eisfeld ausschließlich in den USA und in Großbritannien zu erhalten. Nun fasst Hersteller Harry´s den deutschen Markt ins Auge. Die Fabrik im Kreis Hildburghausen wächst.

Weltkarte mit den Standorten von Harry´s in New York, London und Eisfeld.
Das New Yorker Start-Up Harry's hatte 2014 den Eisfelder Rasierklingenhersteller "Feintechnik" gekauft und mit den Klingen eine eigene Rasierer-Marke etabliert.  Bildrechte: MDR/Tino Geist

Der Rasierklingenhersteller Harry's mit einem Werk im thüringischen Eisfeld (Landkreis Hildburghausen) wächst immer weiter. Seit letzter Woche sind die begehrten Rasierklingen aus Eisfeld erstmals auch in Deutschland erhältlich. Bislang waren die Nassrasierer ausschließlich in den USA und in Großbritannien zu bekommen. Harry's baut den Vertrieb deutlich aus und erhofft sich einen großen Schub beim Absatz. Davon profitiert auch Eisfeld.

Start-Up-Flair im beschaulichen Eisfeld

2014 hatte das New Yorker Start-Up Harry's den Eisfelder Rasierklingenhersteller "Feintechnik" gekauft und mit den Klingen eine eigene Rasierer-Marke am Internet-Markt etabliert. Seitdem hat das Unternehmen kräftig in den Standort in Eisfeld investiert.

Nach eigenen Angaben wurden mehr als 300 Millionen Dollar (rund 250 Millionen Euro) in Anlagen und Infrastruktur in Eisfeld, aber auch in die Ausbildung der Mitarbeiter investiert. Das Werk zählt zu den modernsten Rasierklingenfabriken in Europa. In Eisfeld arbeiten mittlerweile rund 600 Menschen für Harry's.

New York, London, Eisfeld

"Mit dem Start auf dem deutschen Markt erhoffen wir uns viele neue Kunden", sagt Michael Hirthammer, Geschäftsführer bei Harry's in Eisfeld. "Seit über 100 Jahren werden Rasierklingen in Eisfeld gefertigt. Bisher waren die Harry's-Produkte allerdings nicht in Deutschland erhältlich. Das hat sich jetzt geändert und darauf sind wir sehr stolz. Wir sind sehr zufrieden mit dem Marktstart."

Rasierer mit Klingen
Mit Rasierern wie diesen will das Unternehmen den deutschen Markt erobern. Bildrechte: Harry’s Inc.

Genaue Zahlen will das Unternehmen noch nicht nennen. Fest steht jedoch: Harry's wächst. "Seit 2014  expandieren wir jedes Jahr zweistellig", sagt Hirthammer. Der Marktstart in Deutschland hat auch Auswirkungen auf die Fabrik in Eisfeld. "Aktuell suchen wir über 20 Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen. Natürlich erweitern wir auch die Kapazität immer weiter. Seit 2014 haben wir die Mitarbeiterzahl und die Produktionsfläche in Eisfeld verdoppelt. Wir werden auch in Zukunft weiter investieren", sagt Hirthammer.

Ziel: Platz zwei im deutschen Markt

Harry's legt Wert auf Design. Der Kunde soll sich wohlfühlen beim Kauf und beim Anwenden der Rasierer und Pflegeprodukte. Michael Hirthammer sagt: "Wir haben sehr viel Zeit damit verbracht unsere Kunden zu verstehen. Worauf legt der Kunde Wert? Das geht bis hin zur Verpackung. Aber an oberster Stelle steht natürlich die Qualität. Diese muss perfekt sein."

Michael Hirthammer, Geschäftsführer bei Harry´s in Eisfeld
Michael Hirthammer, Geschäftsführer bei Harry´s in Eisfeld. Bildrechte: Harry’s Inc.

Das Unternehmen hat die Ziele für den deutschen Markt hoch gesteckt. "Die Nummer eins im deutschen Markt wird schwierig. Denn da gibt es sehr große Konkurrenten", sagt Hirthammer. "Aber Platz zwei ist definitiv das Ziel und das haben wir immer vor Augen."

Stadt profitiert vom Wachstum

Auch im Eisfelder Rathaus kommt das gut an. "Wir hatten Ende der Neunzigerjahre noch Arbeitslosenquoten von fast 20 Prozent", sagt Bürgermeister Sven Gregor. "Heute sind wir im Jahresdurchschnitt unter drei Prozent. Das ist ein großer Erfolg von vielen Unternehmen in der Region. Natürlich haben wir 2014 gemerkt, als Harry's das Werk übernommen hat, dass die Rakete richtig durchs Dach geht. Viele Arbeitskräfte wurden gebraucht und viele Millionen wurden investiert."

Mittlerweile ist Harry's das größte Unternehmen in Eisfeld und auch eines der größten in der Region. "Mich freut besonders, dass die Produkte, die in Eisfeld gefertigt werden, nun auch in Deutschland erhältlich sind. Das zeigt mir, dass der Standort auch langfristig eine Zukunft hat", sagt Gregor.

Ausstellung zur Rasierklingentradition

Wenn es die Corona-Regeln wieder erlauben, können sich Besucher selbst ein Bild von der 100-jährigen Rasierklingentradition in Eisfeld machen. Unter dem Titel "Die schärfste Sache der Welt" hat das Museum eine Sonderausstellung eingerichtet.

Das Highlight der Ausstellung ist ein original nachgebauter Barber-Shop. Dort können Besucher auch selbst Hand anlegen und die Rasierklingentradition hautnah erleben.

Schaukästen mit Rasurartikeln in einer Ausstellung.
Neben dem nachgebauten Barber-Shop sind auch über 300 Nassrasierer ausgestellt. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. März 2021 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

Thuringia vor 27 Wochen

ich habe über die Webseite mein erstes Set erworben und bin begeistert! Dieses Rasierklingen sind das Beste was ich jemals zum rasieren benutzt habe und werde jetzt Stammkunde bei Harry,s. Zumal der Preis alles schlägt: 16 Klingen für 31 Euro!!!! Wieviele bekommt man dafür z.Bsp. bei Gillette? Und toll das das Werk auch noch in Thüringen angesiedelt ist!

Mikro vor 27 Wochen

Graf von Henneberg Wer es nicht kann sollte es lassen.Möglicherweise stimmt etwas nicht mit Ihnen wenn Sie noch Heftpflaster dazu gebraucht haben....Ich hoffe doch es war dann Gothaplast.....

Frank 1 vor 27 Wochen

Mensch was für ein Thema, Rasierklingen aus Eisfeld! Ich könnte nicht ruhig schlafen wenn ich das nicht wüßte. Trotzdem ein Fortschritt, denn endlich mal keine, in sich widersprüchliche, Coronahofberichterstattung im Endlosband. Spass aus!

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