Hildburghausen Straße soll rechtswidrig gebaut worden sein - Kreis reicht Klage ein

Das Thüringer Landesamt für Umwelt hat den Bau einer 400 Meter langen Kreisstraße in Eisfeld nachträglich für rechtswidrig erklärt. Dagegen hat der Landkreis Hildburghausen nun rechtliche Schritte eingeleitet.

Abschnitt der Kreisstraße K530 Eisfeld-Heid auf der Werrabahn, deren Trasse an dieser Stelle unter der Bahnstrecke Eisfeld-Sonneberg hindurchführt.
Die Kreisstraße K530 Eisfeld-Heid. Den Bau von 400 Metern der Straße hat das Umwelt-Landesamt nachträglich für rechtswidrig erklärt. Bildrechte: MDR/Frank Engelmann

Im Streit um den möglichen Schwarzbau einer Straße in Eisfeld hat der Landkreis Hildburghausen rechtliche Schritte eingeleitet. Gegen einen Bescheid des Landesamtes für Umwelt sei Klage beim Meininger Verwaltungsgericht eingereicht worden, sagte ein Sprecher MDR THÜRINGEN. Die Unterlagen wurden demnach bereits in der vergangenen Woche abgeschickt.

Das Thüringer Landesamt für Umwelt hatte den Bau einer 400 Meter langen Kreisstraße nachträglich für rechtswidrig erklärt. Das 2019 gebaute Straßenstück sei vom Umweltamt des Kreises ohne Planfeststellungsverfahren genehmigt worden, hieß es. Das wäre aber nach geltender Rechtslage zwingend erforderlich gewesen und müsse daher nachgeholt werden. Zuständig ist demnach das Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar. Unter anderem geht es um eisenbahnrechtliche Vorschriften, da die Straße auf der ehemaligen Werrabahn von Eisfeld nach Coburg gebaut wurde.

Bahngleise überqueren Weg, der in eine Straße mündet 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 18.05.2021 19:00Uhr 02:13 min

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Strecke gilt weiterhin als Eisenbahntrasse

Hildburghausens Landrat Thomas Müller (CDU) sieht das Landratsamt im Recht. Für Kreisstraßen ist seiner Meinung nach kein Planfeststellungsverfahren nötig. Dass die Teilstrecke nach wie vor als Eisenbahntrasse gilt, war Müller nach eigenen Angaben nicht bewusst. Die Deutsche Bahn will jetzt ehemalige Strecken wiederbeleben und hat dafür 20 einstige Linien in die engere Wahl gezogen - darunter auch die Werrabahn von Eisfeld nach Corburg in Bayern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juni 2021 | 13:00 Uhr

8 Kommentare

Nico Walter vor 4 Wochen

Sie haben ja recht damit, dass die Situation deutlich besser sein könnte. Aber um so wichtiger ist es doch, auch mal positive Nachrichten zu würdigen. Der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt und wir werden garantiert nicht ankommen, wenn uns schon vor besagtem ersten Schritt der Mut verlässt, nur weil der Weg lang ist.

MDR-Team vor 4 Wochen

Werter User "Nico Walter",

danke für Ihren Kommentar. Es wäre schön, wenn Sie uns einen entsprechenden Beleg nachreichen können, der Ihre Infos belegt.

Freundliche Grüße aus der MDR-THÜRINGEN Online-Redaktion

Harka2 vor 4 Wochen

@Nico Walter
Um ncht falsch verstanden zu werden: Ich begrüße jede Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene, insbesondere beim Güterverkehr, aber genau da tut sich gar nichts. Flächendeckend werden Güterbahnhöfe und Werksanschlüsse rückgebaut. Be genauerer Betrachtung gibt es in ganz Thüringen nur noch das schwach ausgelastete Güterverkehrszentrum in Erfurt. Neue Logistikzentren wie das von Amazon werden fernab jeder Bahntrasse errichtet. Eine Reaktivierung der Werratalbahn würde zudem durch dünn besiedelte deindustrialisierte Gebiete führen und hätte bestenfalls regionale Bedeutung. Ein paar wenige raektivierte Bahnkilometer in Thüringen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass tausende Kilometer Bahngleise abmontiert wurden und nahezu alle Bahnhöfe Thüringens bestenfalls noch Haltepunkte sind. Da liegen nur noch ein Paar Durchgangsgleise und vielleicht noch ein Überholgleis.

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