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Das Tierheim in Hildburghausen braucht dringend Wasser. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

WassermangelDürre lässt Tiefbrunnen austrocknen: Tierheim Hildburghausen sitzt auf dem Trockenen

von Bettina Ehrlich, MDR THÜRINGEN

Stand: 08. August 2022, 19:43 Uhr

Das Tierheim in Hildburghausen braucht dringend Wasser. Wegen der Trockenheit und Hitze ist der Tiefbrunnen als einzige Wasserquelle ausgetrocknet.

Das Tierheim von Hildburghausen liegt etwas abseits von der Stadt und ist wie viele andere Gebäude im Außenbereich nicht an das Trinkwassernetz angeschlossen.

Das Tierheim mit Katzenhaus, Sanitärtrakt, Quarantänestation und Arztzimmer sowie den Hundezwingern auf der Außenanlage hat trotzdem fließend Wasser. Normalerweise. Auch eine große Industriewaschmaschine rumpelt jeden Tag Dutzende Tierdecken und Handtücher durch.

Doch seit Freitag kommt nur ein müdes Rinnsal aus dem Wasserhahn. "Unser Tiefbrunnen ist ausgetrocknet", sagt Tierheimleiterin Nicole Stephan. Ein Pumpensystem sorgt normalerweise für ordentlichen Wasserdruck. Nach der langen Dürre ist jedoch das Grundwasser so weit abgesunken, dass im Tiefbrunnen nichts mehr ankommt.

Brunnen im Tierheim ausgetrocknet: Tiere müssen trotzdem saufen

Eine Katastrophe für Monika Hahn vom Tierschutzverein. "Die Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen brauchen täglich mehrfach frisches Wasser", so Hahn. Aber auch für die Hygiene im Haus wird laut Hahn viel Wasser gebraucht. "Wir wischen jeden Tag die Katzenzimmer durch. Wir haben oft kranke Tiere, da ist Hygiene besonders wichtig", sagt Hahn und zeigt auf den blitzeblanken Boden im Katzenhaus.

Wir wischen jeden Tag die Katzenzimmer durch. Wir haben oft kranke Tiere, da ist Hygiene besonders wichtig.

Monika Hahn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Hildburghausen

Für die vielen Katzen und anderen Tiere im Tierheim wird täglich viel Wasser benötigt. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Große Spendenbereitschaft rührt die Tierschützer

Die Not der Tiere rührt die Einwohner. Schon kurz nachdem Stephan in den sozialen Netzwerken einen Ruf nach Wasserspenden abgesetzt hatte, kamen die ersten Hildburghäuser mit Wasserkanistern angefahren. Ein Baumarkt spendierte mehrere große Wassertonnen für Brauchwasser. Eine Schäferei große Kanister für Trinkwasser.

"Ein Versicherungsvertreter aus Straufhain kam sogar mit seinem Hänger an", erzählt Nicole Stephan gerührt. Im Hänger steht ein 1.000-Liter-Fass. "Wenn es leer ist, sagen wir Bescheid und er füllt es uns wieder auf - das ist der Wahnsinn", so Stephan. Das Wasser füllen die Tierheimmitarbeiter jetzt teilweise in den Brunnen. Damit die Waschmaschine wieder laufen kann.

Nicole Stephan, Leiterin des Tierheims Hildburghausen, ist gerührt über die Spenden. Ein Thüringer brachte sogar einen Hänger mit einem 1.000-Liter-Fass. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Lösung nicht in Sicht

Wie lang der Wasserhahn im Tierheim noch trocken bleibt, ist unklar. Nach Regen sieht es momentan nicht aus. Für eine Wasserleitung ans Trinkwassernetz hat der Verein kein Geld. "Wir kommen so schon kaum noch über die Runden", sagt Hahn. Das Wasser jetzt reicht laut Hahn noch bis Mitte der Woche. Danach werden Wasserspenden wieder dringend gebraucht.

Monika Hahn vom Tierschutzverein Südthüringen steht neben Behältern für gespendetes Wasser. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, bleibt das Tierheim wohl zunächst auf Wasserspenden angewiesen. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Tierheim: Kastration mindert Tierleid

Eine Bitte haben die Hildburghäuser Tierschützer noch: Bei jeder passenden Gelegenheit werben sie dafür, alle Katzen kastrieren zu lassen. Gerade in den vergangenen Tagen seien wieder extrem viele Kätzchen im Tierheim abgegeben worden. So viele, dass einige von ihnen sogar von den Mitarbeitern zu Hause aufgepäppelt werden. "Wer seine Katze kastrieren lässt, vermeidet Tierleid", ist Hahn überzeugt. Sie hofft, dass die vielen Katzenbabies ein gutes zu Hause finden.

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MDR (dst)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. August 2022 | 09:30 Uhr

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