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Ein Feuerwehrmann löscht den Brand im Keller der Gaststätte "Goldener Löwe" in Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen. Bildrechte: MDR/News5

Verdacht auf Anschlag

Kloster Veßra: Brand in Gaststätte von Rechtsextremisten

von MDR THÜRINGEN

Stand: 28. Mai 2021, 10:58 Uhr

Zum dritten Mal binnen weniger Wochen brennt es in Thüringen in einer von Rechtsextremen genutzten Immobilie. Diesmal war die Gaststätte "Goldener Löwe" des Rechtsextremisten Tommy Frenck in Kloster Veßra betroffen. Zudem wurde ein Brandsatz in einen benachbarten Imbiss geworfen, dessen Betreiber mit Frenck nichts zu tun hat.

In Thüringen hat es erneut in einer von Rechtsextremisten genutzten Immobilie gebrannt. Diesmal ist in Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen die Gaststätte des deutschlandweit bekannten Rechtsextremisten Tommy Frenck betroffen. Zudem hat es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf einen benachbarten Imbiss gegeben.

Polizei sucht zwei Personen

Die Polizei geht von Brandstiftung aus und ermittelt in alle Richtungen. Nach ersten Informationen soll ein Brandsatz ein Feuer im Keller des Gebäudes ausgelöst haben. Zwei Personen sind nach Angaben einer Polizeisprecherin vom Tatort geflüchtet. Nach ihnen werde gesucht. Feuerwehr und Polizei waren am Morgen gegen 4:30 Uhr informiert worden.

Zuvor soll es drei Explosionen in dem Imbiss gegeben haben. Dessen Betreiber ist weder privat noch geschäftlich mit Frenck und der benachbarten Gaststätte verbunden. Beide Brände konnten schnell gelöscht werden. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehrleute vor dem "Goldenen Löwen" in Kloster Veßra: Rauch zieht aus dem benachbarten Imbiss, der einen anderen Betreiber als der Gasthof hat. Bildrechte: MDR/News5

Ramelow: Brennende Häuser sind weder Argumente noch Haltung

Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich auf Twitter zu den Bränden: "Brennende Häuser sind weder ein Argument noch eine politische Haltung. Wenn es Brandstiftung ist, dann ist es eine schwere Straftat. Selbstlegitimierte Gewalt ist völlig inakzeptabel und erschüttert das Fundament unseres demokratischen Rechtsstaates."

Der Brand der Gaststätte ist der dritte in einer Immobilie von Rechtsextremen in Thüringen binnen weniger Wochen. Im April hatte das frühere Rittergut in Guthmannshausen im Kreis Sömmerda und in einer ehemaligen Ausflugsgaststätte in Sonneberg gebrannt.

Benachbarter Imbiss steht für Weltoffenheit

Der benachbarte Imbiss gehört nicht Tommy Frenck, sondern einem Koch, der sich weltoffen zeigt. In seinem "Refektorium", wie der Imbiss in Anlehnung an die Bezeichnung für Klosterküche heißt, gibt es "Imbiss-Regeln". Die Erste lautet: "Alle Menschen sind willkommen!"

In einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur aus dem vergangen Jahr sagte der Imbiss-Betreiber, er wolle dem extrem Rechten etwas entgegensetzten. "Das sind eigentlich allgemeingültige Regeln der Gastlichkeit", wird der Betreiber vom Deutschlandfunk zitiert: "Alle Gäste sind gleich, Platz ist in der kleinsten Hütte und die schlechte Laune weglassen."

Der gelöschte Brandsatz vor dem Imbiss. Bildrechte: MDR/News5

Streit um Kauf des "Goldenen Löwen" vor Gericht

Frenck ist Pächter und Wirt des "Goldenen Löwen", dessen Kauf ihm bisher verwehrt blieb: Nachdem er 2015 mit dem Eigentümer einen Kaufvertrag geschlossen hatte, machte die Gemeinde ein Vorkaufsrecht geltend. Deshalb wandelte ihn Frenck in einen Nutzungsvertrag um, damit er den Gasthof bewirtschaften konnte. Dort bot er unter anderem Schnitzel für 8,88 Euro an - die Ziffer steht in der rechten Szene für den achten Buchstaben "H"; 88 bedeutet dechiffriert "Heil Hitler".

Ende April hatte Frenck im Streit um die Immobilie eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Meiningen hatte der Gemeinde nach einer umfassenden historischen und denkmalschutzrechtlichen Prüfung ein Vorkaufsrecht für die Immobilie zugesprochen. Frenck hatte damals angekündigt, umgehend die nächste Instanz anzurufen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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