Landgericht Nach tödlichem Tankstellenstreit in Geraberg: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe

Wegen des Todes eines Mannes in Geraberg hat die Staatsanwaltschaft für einen 51-Jährigen eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert. In dem Prozess vor dem Landgericht Erfurt wird dem Mann Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Prozessakten
Das Urteil im Verfahren um einen tödlichen Streit an einer Tankstelle wird bereits kommende Woche erwartet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fast vier Jahre nach einem tödlichen Streit an einer Tankstelle in Geraberg (Ilm-Kreis) wurden vor dem Landgericht Erfurt die Plädoyers gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat für den angeklagten 51-Jährigen dabei eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert.

Der Mann soll im Januar 2019 in Geraberg einen Tankstellenkunden mit der Faust in das Gesicht geschlagen haben. Dadurch stürzte das Opfer, schlug mit dem Kopf auf den Steinboden auf und starb Tage später im Krankenhaus an den Folgen von Hirnblutungen.

Angeklagter wohl nur eingeschränkt schuldfähig

Das Opfer habe laut Anklage einer Mitarbeiterin der Tankstelle beistehen wollen, die sich von dem Angeklagten belästigt fühlte, hieß es. Die Staatsanwaltschaft sah aufgrund einer bipolaren Störung des Angeklagten aber nur eine eingeschränkte Schuldfähigkeit.

Der Verteidiger beantragte eine zweijährige Bewährungsstrafe. Sie verwies auf die Vergangenheit, des Angeklagten. Dieser habe in der DDR lange Zeit in Kinderheimen und im Jugendwerkhof verbracht und dort Grausames erlebt. Er ertrage es nicht, angefasst zu werden. Zudem bereue der Angeklagte die Tat und habe den Faustschlag eingestanden.

Das Urteil wird am kommenden Dienstag erwartet.

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MDR (ts)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Dezember 2022 | 06:00 Uhr

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Wettermoderator Marc Neblung 2 min
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