Hightech im Wald Thüringer Finanzdaten ziehen in neues Rechenzentrum

Im Juli 2020 haben die Thüringer Energie AG und die SachsenEnergie AG den Grundstein für ein neues, besonderes sicheres 25-Millionen-Euro-Rechenzentrum gelegt. Jetzt läuft die Anlage. Unter anderem die besonders sensiblen Daten des Thüringer Finanzministeriums werden künftig dort gespeichert.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 16.09.2021 19:00Uhr 01:43 min

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Mit der offiziellen Einweihung des Neubaus am Donnerstagabend soll die "Hochsicherheitsanlage" aus dem Testbetrieb in die Vertragslaufzeit gehen. Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) sagte dazu: "Der Ausbau der Infrastrukturen für digitale Services ist eine der wichtigsten Investitionen der Landesverwaltung der Gegenwart. Nur so können sichere IT-Dienste für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger im Freistaat gewährleistet werden."

Sicherheit hat oberste Priorität

Das neue, nach Angaben der TEAG größte Thüringer Rechenzentrum erfüllt laut Betreiber höchste Sicherheitsnormen. So unterliegt bereits die Gebäudehülle besonderen Anforderungen hinsichtlich Stabilität, Einbruchssicherheit und Brandschutz. Weiter verfügt das Rechenzentrum über Glasfaserdirektanbindungen, eine besonders gesicherte Stromversorgung und Wachschutz rund um die Uhr. Zudem darf nur autorisiertes Personal das Rechenzentrum betreten.

Ein Notstromaggregat in einem Rechenzentrum.
Vorsorge für einen möglichen Ausfall der externen Stromversorgung: Das Notstromaggregat des Rechenzentrums. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zum Schutz der Server und Speichertechnik gibt es eine leistungsstarke Klimatisierung vorrangig zur Kühlung. Auch die Wahl des Standortes im Thüringer Wald ist unter Sicherheitsaspekten getroffen worden. So können Risikofaktoren wie Flughafennähe, Nähe zu fließenden Gewässern oder Tankstellen im direkten Umfeld ausgeschlossen werden.

Testphase erfolgreich abgeschlossen

"Wir wissen, dass es funktioniert - es läuft schon", sagte Martin Schreiber, Sprecher des Mitbetreibers Thüringer Energie AG (TEAG). Nach 14 Monaten Bauphase seien Teile der Anlage, die die TEAG zusammen mit dem in Dresden ansässigen Versorger SachsenEnergie AG errichtet hat, schon seit mehreren Wochen im Testbetrieb. "Der Daten-Speicherplatz im neuen Rechenzentrum entspricht dem Speichervolumen von ca. 2,2 Millionen I-Phones", so Schreiber. Neben dem Finanzministerium gehörten auch Banken und Versicherungen sowie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu den neuen Mietern.

Ein Mann öffnet mit einer Chipkarte eine Tür in einem Rechenzentrum.
Zugang nur per Chipkarte: Ein Mitarbeiter öffnet eine Tür im Rechenzentrum. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Ausbau der Infrastrukturen für digitale Services ist eine der wichtigsten Investitionen der Landesverwaltung der Gegenwart.

Finanzministerin Heike Taubert

Der Freistaat hat sich nach eigenen Angaben zur Überbrückung der notwendigen Sanierung des Landesrechenzentrums in Erfurt in dem Neubau eingemietet. "Unser Landesrechenzentrum in Erfurt kommt wegen steigender Anforderungen an seine technischen Kapazitätsgrenzen", sagte der Finanzstaatssekretär und CIO des Freistaats Thüringen, Hartmut Schubert. "Da eine Modernisierung im laufenden Betrieb wegen des hohen Ausfallrisikos nicht möglich ist, benötigen wir in der Bauphase einen neuen Standort."

Autarke Rechnerzellen angemietet

Das Objekt im Thüringer Wald soll aber auch nach der Sanierung des Bestandsgebäudes in Erfurt als sogenannter Redundanzstandort weiterbetrieben werden. Ziel ist laut dem Finanzressort, bis Mitte 2023 sukzessive alle IT-Services aus dem bisherigen Standort in das neue Rechenzentrum zu überführen.

Ein Mann steht zwischen Serverschränken in einem Rechenzentrum.
Im neuen Rechenzentrum sind Daten des Freisstaats Thüringen, des Kreises Schmalkalden-Meiningen und von Banken und Versicherungen gespeichert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Freistaat hat dazu autarke Rechnerzellen im neuen Rechenzentrum angemietet. Dabei wurde besonders auf die vollständige Trennung aller IT-Systeme geachtet, sodass ein separates Rechenzentrum der Landesverwaltung im TEAG Rechenzentrum errichtet wurde. Nur so können die strengen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen der Behörden der Landesverwaltung gewährleistet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. September 2021 | 19:00 Uhr

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