Lebenshilfe Ein Gemeinschaftsgarten für ganz Ilmenau

Der Verein Lebenshilfe Ilm-Kreis betreut seit 2013 den "Stadtgarten" in Ilmenau. In dem gemeinschaftlich genutzten Garten können alle, die Lust haben, ein eigenes Beet anlegen und sich gärtnerisch austoben. Das Thema Inklusion steht dabei an oberster Stelle.

Menschen in einem Garten beim Arbeiten
Der Stadtgarten ist für alle kreativen Ideen offen und macht niemandem Vorschriften. Bildrechte: MDR/Lisa Wudy

Am Rande der Wohnungssiedlung "Am Stollen", zwischen Sportplätzen, einem Kindergarten und einer Kleingartenanlage gelegen, befindet sich das Gartengrundstück des Vereins Lebenshilfe aus Ilmenau. Seit fast neun Jahren gibt es den "Stadtgarten", der von der psychosozialen Tagesstätte des Vereins genutzt und betreut wird. Hier können nicht nur die Patienten das Grün und die frische Luft genießen, sondern der Garten wird auch von Anwohnerinnen und Anwohner genutzt.

Vom verwilderten Grundstück zum inklusiven Gartenprojekt

Die Idee des Stadtgartens keimte, als sich die Tagesstätte vergrößern wollte und nach Möglichkeiten suchte, mit den Patienten draußen in der Natur etwas erleben zu können. Die Stadt Ilmenau bot dem Verein ein geeignetes Grundstück unweit der Tagesstätte an und verpachtete es für einen geringen Betrag, erklärt die Leiterin der Tagesstätte Michaela Richter.

Menschen in einem Garten beim Arbeiten
Das Grundstück war früher mal ein Schulgarten. Bildrechte: MDR/Lisa Wudy

So konnte aus dem damals noch verwilderten Grundstück, ein schönes gemeinschaftliches Projekt entstehen. Nicht nur für die Patienten der Tagesstätte ist der Garten mittlerweile ein Erholungsort geworden, sondern auch für Anwohnerinnen und Anwohner die sich daran beteiligen. Dabei spielte von Anfang an das Thema Inklusion eine wichtige Rolle.

Beetpaten, Patienten und sogar Imker sind dabei

Mittlerweile gibt es 14 Beetpaten, erzählt Richter. Die einzelnen Beete werden von Familien, älteren Menschen, Studierenden sowie von Migrantinnen und Migranten bepflanzt. Neben den etwa 20 Patienten aus der Tagesstätte, beteiligen sich aber auch Imker an dem Gartenprojekt. Derzeit gibt es im Garten nur ein Bienenvolk, aber bald sollen es fünf werden. Dann soll es auch wieder Honig aus dem Stadtgarten geben.

Eine Gruppe Menschen mit Gartengeräten in Arbeitssachen
Wer Lust auf Garten hat, ist hier im Team willkommen. Bildrechte: MDR/Lisa Wudy

"Wir bereichern uns gegenseitig, jeder hilft jedem", sagt Richter. Die, die aufgrund des Alters vielleicht nicht mehr so aktiv im Garten sein können, bekommen Unterstützung von den Klienten oder den Studierenden. Falls die Beetpaten mal noch keine Erfahrungen mitbringen, dann können sie sich Tipps und Tricks von den anderen holen.

Bunt gemischte Beete

"Alle können ihre Beete so gestalten, wie sie es möchten", erklärt Mitarbeiter der Tagesstätte Enrico Bernschneider. So sind in dem Garten mittlerweile viele kleine und liebevoll gestaltete Beete entstanden. Da alle ihre eigenen Vorlieben haben, werden die Flächen ganz unterschiedlich gestaltet und es entsteht eine bunte Mischung. Möhren, Radieschen, Kartoffeln und Kräuter sowie kleinere Obstbäume, zahlreiche Beerensträucher und auch Blühwiesen sind in dem Garten zu finden.

Alle können ihre Beete so gestalten, wie sie es möchten.

Enrico Bernschneider Mitarbeiter der Tagesstätte

Da dieser auch von internationalen Studierenden und Zugezogenen genutzt wird, würden auch landestypische Beete entstehen, ergänzt Richter. So können auch immer wieder neue Pflanzen im Stadtgarten entdeckt werden, die vorher noch nicht angebaut wurden.

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Mai 2022 | 13:00 Uhr

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