Fusion gescheitert Ilm-Kreis will Suhl nicht aufnehmen

Für die finanzschwache Stadt Suhl geht die Suche nach einem Fusionspartner weiter. Ihr Plan, mit dem Ilm-Kreis zu fusionieren, ist vorerst gescheitert. Der Kreistag des Ilm-Kreises lehnt es ab, Suhl aufzunehmen.

Stadtansicht von Suhl
Ob die Stadt Suhl noch "jemanden" zum Anschließen findet? Bildrechte: imago images/Dirk Sattler

Die Stadt Suhl wird künftig nicht zum Ilm-Kreis gehören. Das hat der Kreistag des Ilm-Kreises am Mittwoch entschieden. Die Aufnahme von Suhl würde die Entwicklung des Landkreises nicht stärken, hieß es zur Begründung. Die kreisfreie Stadt Suhl hatte für die mögliche Aufnahme einen Kriterienkatalog erstellt, welcher der Landrätin Petra Enders (parteilos) bereits im Dezember 2021 übergeben wurde.

Suhl will "Große Kreisstadt" bleiben

Nach der Thüringer Kommunalordnung könnte Suhl grundsätzlich mit einem Kreis fusionieren, wenn es dem öffentlichen Wohl diene, wie zum Beispiel bei gemeinsamen Gebietskörperschaften. An denen fehle es jedoch eher im Norden des Ilm-Kreises. Die Stadt Suhl hatte zuvor im Falle einer Fusion den Anspruch auf den Status "Große Kreisstadt" erhoben. Zudem sollten das Rechnungsprüfungsamt, die Denkmalbehörde oder auch die Straßenverkehrsbehörde mit den Aufgaben in Suhl verbleiben. Auch auf die Bauaufsichtsbehörde, die Gewerbebehörde und die Schulträgerschaft hatte Suhl Anspruch erhoben. Das lehnte der Kreistag ab.

Passanten laufen durch die Innenstadt in Suhl.
Suhl wollte bei einer Partnerschaft mit dem Ilm-Kreis "Große Kreisstadt" bleiben. Bildrechte: dpa

Teuer für den Ilm-Kreis

Wenn die Schulträgerschaft für Grund-, Regel- und Gemeinschaftsschulen sowie für das Gymnasium bei der Stadt Suhl verbleiben, würde sich das finanziell auf den Ilm-Kreis auswirken. So hätte dies eine Neuregelung der Kreisumlage zur Folge, die für den Ilm-Kreis nicht zielführend wäre, wie es hieß.

Suhl fehlen neun Millionen Euro

Die finanzschwache Stadt Suhl hatte zuvor nach anderen möglichen Fusionspartnern gesucht. Unter anderem hatte es ergebnislose Gespräche mit dem Kreis Schmalkalden-Meiningen gegeben. Die ehemalige Bezirksstadt ist seit inzwischen sieben Jahren immer wieder auf Finanzhilfen vom Land angewiesen. Besonders das Congress Centrum (CCS) belastet den städtischen Etat. Pro Jahr braucht es Zuschüsse von rund vier Millionen Euro.

Blick in den Saal des CongressCentrums Suhl
Das CCS zieht zwar viele Besucher aus der Region, ist aber euch teuer im Betrieb. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Insgesamt fehlen der Stadtkasse in diesem Jahr rund neun Millionen Euro. Geld fließt aus Erfurt jedoch nur dann, wenn Suhl alle Einsparmöglichkeiten ausschöpft.

MDR (ifl)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Juli 2022 | 11:00 Uhr

13 Kommentare

Harka2 vor 21 Wochen

@martin
Gehlberg ist mit dem Ilmkreis nur über eine sehr kurvenreiche enge Straße verbunden. Der einzige halbwegs leistungsfähige Zugang erfolgt über den Rennsteig. Gehlberg ist einer der isoliertesten Orte Deutschlands und mit der Zivilisation nur über eine mehr als 10 km lange schmale und stark gewundene Straße verbunden. Traditionell waren sie lange mit Oberhof verbunden (Gehlberger Kinder gingen dort zur Schule), aber mit der Neustrukturierung der Kreise gehört Oberhof nun zu Sachsen Meiningen und die Straße durch das Kehltal ist auf ewig gesperrt.

Harka2 vor 21 Wochen

Korrekt. Selbst Arnstadt und Ilmenau im Ilmkreis haben inzwischen mehr Einwohner als bzw. entwickeln sich komplett gegensätzlich zu Suhl. Suhl ist eine Stadt, mehr aber auch nicht. Zella-Mehlis, Oberhof, ja selbst das den meisten völlig unbekannte Plaue ist eine Stadt - nur stellen die keine überzogenen Ansprüche.

Harka2 vor 21 Wochen

@Harri91
Suhl kann aber nicht mit Zella-Mehlis. Die liegen seit Ewigkeiten im Streit und - o Wunder - es geht auch hier nur darum, dass alle Behörden nach Suhl rüber sollen und Zella-Mehlis quasi zum Ortsteil von Suhl wird.

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