Politik Bundestagswahl 2021: Maaßen will für CDU in Südthüringen kandidieren

Nach dem Austritt des ehemaligen Südthüringer Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann will der CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen offenbar den früheren Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, als Kandidat für die Bundestagswahl im September aufstellen. In seiner Zeit als Verfassungsschutzpräsident war Maaßen massiv in die Kritik geraten.

Dr. Hans-Georg Maaßen
Der CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen will bei der kommenden Bundestagswahl für den Wahlkreis 196 in Südthüringen kandidieren. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, will bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis 196 Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg kandidieren. "Ich bin von der CDU in Hildburghausen, Sonneberg und Schmalkalden-Meiningen darum gebeten worden", sagte Maaßen MDR THÜRINGEN. Die Bild-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass der CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen Maaßen als Bundestagskandidaten nominieren wolle und dies am Mittwochabend beschlossen habe.

Südthüringer CDU-Kreisverbände uneins über Maaßens Kandidatur

Das letzte Wort zum CDU-Kandidaten hat die Wahlkreisversammlung, für die es aber noch keinen Termin gibt. Unterdessen zeichnet sich ab, dass die Abstimmung über Maßens Kandidatur spannend werden könnte. Kritik kommt von der Suhler CDU. Dort werde nur ein Kandidat unterstützt, der weder mit Linkspartei noch AfD zusammenarbeiten will.

Maaßen sei ein ganz normales CDU-Mitglied, mit Hilfe seiner Bekanntheit könnte er den Wahlkreis gewinnen, sagte der Hildburghäuser Kreischef Christopher Other MDR THÜRINGEN. Maaßen selbst teilte mit, für eine bürgerliche und vernunftorientierte Politik einzustehen. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz spricht angesichts der Kandidatur Maaßens auf Twitter von einem "Aprilscherz" der Thüringer CDU.

Maaßen gilt als umstritten

Hans-Georg Maaßen war in seiner Zeit als Verfassungsschutzpräsident massiv in die Kritik geraten, weil er bezweifelt hatte, dass es nach der Tötung eines Deutschen in Chemnitz zu "Hetzjagden" auf Ausländer kam. Im November 2018 hatte ihn Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil reagierte ungläubig auf die Nachricht von Maaßens Kandidatur. An die Adresse von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Parteichef Armin Laschet twitterte der SPD-Politiker: "Das hier ist doch ganz sicher ein ganz schlechter Aprilscherz - Oder????!"

Ermittlungen gegen ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hauptmann

Währenddessen wird gegen den ehemaligen Südthüringer CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann wegen Korruption ermittelt. Er selbst hat die Partei inzwischen verlassen. Sein Mandat übernahm Ende März die Erfurterin Kristina Nordt. Die Staatswissenschaftlerin hat in der CDU-Landtagsfraktion und im Thüringer Gesundheitsministerium gearbeitet und ist nach eigenen Angaben seit Anfang des Jahres beim Thüringer Kolping-Bildungswerk beschäftigt. Sie ist die Tochter des früheren Thüringer CDU-Innenministers Manfred Scherer.

Witt und Ullrich kandidieren ebenfalls für Bundestagsmandat

Ebenfalls für den Wahlkreis Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg kandidiert der Gewerkschafter Sandro Witt für die Linke. Der 39-Jährige sagte MDR THÜRINGEN, er trete für den Wahlkreis 196 Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg an. Witt ist seit 2014 stellvertretender Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Bezirk Hessen-Thüringen. Anfang März hatte er seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Der gelernte Bürokaufmann war zuvor unter anderem stellvertretender Landeschef der Linken in Thüringen.

Die Thüringer SPD schickt den ehemaligen Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich als Kandidaten für die Bundestagswahl ins Rennen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. April 2021 | 14:00 Uhr

512 Kommentare

aus Elbflorenz vor 29 Wochen

@ Frau K

Die AfD ist die CDU/SPD/FDP von vor 20 Jahren, nämlich so wie vor 20 Jahren ohne Pro-MulitKulti/NWO-Programm. Eine Koalition mit der AfD würde die Parteien wieder näher an ihre eigentliche Aufgaben und Themen heranführen. Die Demographie wird dieses Land zudem ganz woanders hinführen.

Und wer CDU wählt bekommt: RRG (Thürigen: Stabilitätspakt, Mecklenburg-Vorpommern: Wahl von Borchert), RG (Sachsen: Koalition), G (Baden-Württemberg: Koalition).

Simone vor 29 Wochen

Erklären sie mir doch bitte einmal wer wegen der ausländerfeindlichen Hetzjagden von Dresden, bei der ja das bundesdeutsche WHo is Who der rechtsextremistischen Szene mit der AfD marschiert ist, behauptet hat, dass ALLE Sachsen Nazis sind?

Was haben die Lügen eines Herrn Maaßen am schlechten Image Sachsens in Bezug auf Rechtsextremismus (das ist etwas anderes als ALLE Sachsen sind Nazis) besser gemacht?

Sachsen ist leider nach wie vor einer der bundesdeutschen Hotspots was Rechtsextremismus angeht. Nicht umsonst brannten hier 2015 mehr Flüchtlingsheime als im Rest Deutschlands. Auch die Zahl rechtsterroristischer Gruppierungen dort verfestigt dieses negative Image. Auch das Fehlen einer wirksamen Zivilgesellschaft die sich gegen die rassitischen Verunglimpfungen aus den Reihen von Pegida u.a. am Tag der Deutschen Einheit stellt tragen dazu bei.

Ein Beamter hat keine Politik zu machen. Wenn er das will, dann muss er sich wählen lassen und keine Nazis protegieren.

martin vor 29 Wochen

@matthias: Nun ja, eine Regierung unter Führung der drittstärksten Kraft und der Beteiligung der - nennen wir sie mal - "Rechtspopulisten" von der FPÖ gab es in Österreich bereits: 1999 mit dem Kabinett Schüssel 1. Die FPÖ hatte ein paar Stimmen mehr als die ÖVP von Kanzler Schüssel.

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