Wirtschaft Tech-Unternehmen Adva holt Produktion nach Thüringen zurück

Die Meininger Hochtechnologie-Firma Adva erweitert für mehr als zehn Millionen Euro ihr Werk. Die neue Tera-Factory soll in einem Jahr eröffnet werden.

Eine Fabrik hinter einem Bauzaun, daneben ein großes Schild
Die Firma Adva in Meiningen erweitert ihr Werk. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Das Hochtechnologie-Unternehmen Adva aus Meiningen erweitert für mehr als zehn Millionen Euro sein Werk und holt Produktionskapazitäten aus China und Südostasien zurück nach Thüringen. Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Donnerstagvormittag die offiziellen Bauarbeiten für die sogenannte Tera-Factory begonnen. Mit dem Bau will der Anbieter von Telekommunikationsausrüstung unabhängiger von Lieferketten werden.

Firma Adva baut neue Produktionshalle in Meiningen

Die neue Halle entsteht auf 3.900 Quadratmetern. Wie Adva-Entwicklungsleiter Jens Schott MDR THÜRINGEN sagte, sollen in dem Gebäude Produktion, Entwicklung und Logistik an einem Ort gebündelt werden - zusätzlich zu den Produktionsstätten weltweit. Damit werde Meiningen als Standort gesichert und gestärkt, sagte Schott.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte am Donnerstag, das Unternehmen nehme damit landesweit eine Vorreiterrolle ein. Viele Firmen würden seit der Corona-Krise versuchen, ausgelagerte Produktion wieder zurückzuholen.

Fünf Menschen stehen vor einem Schild, in der Mitte, Ministerpräsident Ramelow mit einem großen Spaten
Auch Ministerpräsidnet Bodo Ramelow kam zum symbolischen Spatenstich. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Produkte aus Deutschland laut Firma gefragt

Laut des technischen Direktors der Firma ist die Nachfrage nach Produkten "made in Germany" in der Branche schon vor der Krise gestiegen. Adva stellt optische Technik zur Datenübertragung her - darunter Leitungen, Verteiler und Verstärker. Kunden sind neben Unternehmen und Telekommunikationsanbietern auch Behörden.

Gerade wenn etwas aus China kommt, seien Kunden zunehmend misstrauisch, heißt es vonseiten der Firma. Insbesondere seit dem Spionage-Skandal bei Huawei. Die höheren Lohnkosten in Deutschland möchte Adva mit mehr automatisierten Arbeitsabläufen ausgleichen.

Drei Vitrinen stehen nebeneinander
Einige Produkte der Fima Adva. Das Unternehmen stellt optische Technik zur Datenübertragung her. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Eröffnung der Tera-Factory in einem Jahr

Eröffnet werden soll die Tera-Factory, in der unter anderem autonome Fahrroboter zum Einsatz kommen sollen, in einem Jahr. Dann will das Unternehmen 30 neue Mitarbeiter einstellen. Das Land Thüringen unterstützt den Bau der neuen Produktionshalle mit 1,8 Millionen Euro.

Das Geld stammt aus einem Topf zur Förderung ländlicher Regionen. Adva beschäftigt weltweit knapp 1.900 Menschen, davon 350 in Meiningen. Das vergangene Jahr hat die Firma einen Rekordumsatz von 600 Millionen Euro erzielt.

MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. April 2022 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Lothar Thomas vor 23 Wochen

... ja, ja die Rendite.

Zur Zeit gibt es einen regelrechten Hype um die Firma, jeder möchte mit aufs Bild, wenn eine Kamera in der Nähe ist.
Aber wenn dann langsam wieder die Normalität einzieht, dann erlischt auch das Interesse der großen Investoren, besonders wenn solche Heuschrecken wie Black Rock im Spiel sind, dann braucht nur noch jemand zu kommen, der Interesse an Firmenteilen hat.
Ab dem Zeitpunkt beginnt das große Ausschlachten der Firma, schließlich muss der Profit stimmen.
Der neue CDU-Vorsitzende ist nicht von ungefähr der Statthalter von Black Rock in Deutschland.

martin vor 23 Wochen

Klar muss die Rendite stimmen und da spielen auch die Fördermittel eine nicht immer sinnvolle Rolle. Aber wenn die deutschen Banken ein anderes Verständnis bei der Vergabe von Risikokapital hätten, wäre das ein guter Schritt gegen die Hedgefonds.

kleinerfrontkaempfer vor 23 Wochen

ADVA ist seit seinem Bestehen als Firma mit einem ausgeprägten anglo-amerikanischen Führungsstil aufgefallen. Man hat Teile und Ressourcen des ehemaligen VEB Robotron Kombinates genutzt und darauf aufgebaut.
Führung US dominiert, Know How Robotron.
Nun geht es in die nächste Runde mit einer neuen Gesellschaftskonstruktion:
ADTRAN (USA Firma) + ADVA, Da dominieren die US Anteile. Und es kommen mit Gesellschaftanteilen von knapp 40% Investoren wie Black Rock, Bank of New York, u.a. ins Spiel. Verschiedene Standorte der beiden Firmen ADTRA/ADVA in Deutschland werden dichtgemacht. Fördermittel machen Thüringen jetzt wieder attraktiv. Wie weit, wie lange ist bei der Gemengelage offen. Solange halt die Rendite stimmt.

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