Rookies Cup Thüringer Downhill-Newcomer schafft es in Oberhof aufs Treppchen

Downhill ist Leistungssport. Konzentration und körperliche Fitness sind wichtig. Am Start sind übrigens nicht nur Jungs, sondern auch Mädchen. 300 Mountainbiker aus zwölf Nationen waren dabei und ein Thüringer hat es auf's Treppchen geschafft: Max Müller aus Plaue.

300 Mountainbiker aus zwölf Nationen waren dabei.
300 Starter waren zugelassen. Erfreulicherweise war viel Nachwuchs beim Rennen dabei. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Im Oberhofer Bikepark traf sich am Wochenende der Downhill-Nachwuchs zum Rookies Cup. Der Bikepark war erstmals Austragungsort eines solchen internationalen Mountainbike-Wettkampfes und letzte Station dieser Rennserie. 300 Mountainbiker aus zwölf Nationen waren dabei und ein Thüringer hat es auf's Treppchen geschafft. Und das obwohl er ein Neuling in der Szene ist.

Leidenschaft und teures Hobby

Max Müller aus Plaue ist 14 Jahre alt. Der großgewachsene Mountainbiker saß schon auf dem Laufrad als er kaum gehen konnte, sagen seine Eltern. Sein erstes BMX-Rad bekam er mit fünf. Auf dem Mountainbike saß er zum ersten Mal mit sechs Jahren. Die Eltern von Max unterstützen seine Leidenschaft. Auch wenn es ein ziemlich teurer Sport ist. Mama Kathleen steht in Oberhof nicht nur als Zuschauerin an der Strecke. Sie ist Streckenposten gleich nach dem Start.

Im Oberhofer Bikepark traf sich am Wochenende der Downhill-Nachwuchs zum Rookies Cup.
Max Müller aus Plaue ist 14 Jahre alt, mit sechs saß er zum ersten Mal auf dem Mountainbike. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Mit einem 700-Euro-Rad hätte Max angefangen zu fahren, erzählt sie. Nach und nach seien die Räder teurer geworden. Sein jetziges Downhill-Rad kostet knapp 8.000 Euro. Max macht Ferienarbeit in einem Arnstädter Radladen. Geld verdienen und sein Bike besser verstehen lernen, sind seine Motivation. Irgendwann, so sagt sein Vater Christian, wolle sich Max mal sein eigenes Rad zusammenbauen. Individuell und einmalig. Ein Traum wäre für den jungen Mountainbiker auch ein Sponsor, lächelt er.

Downhill  2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL So 10.10.2021 19:00Uhr 01:55 min

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Wegen Corona nur wenige Rennen

Seit letztem Jahr ist der RSV Adler Arnstadt Max' sportliches Zuhause. Es ist seine erste Saison als Lizenzfahrer. Coronabedingt gab es nur drei Rennen innerhalb des Rookies Cup. Der Auftakt in Steinach im August war sein erstes Downhill-Rennen überhaupt. In dieses Rennen sei er mit einem guten Gefühl gegangen, sagt er. Aufgeregt sei er gewesen. Noch mehr als am Oberhofer Rennwochenende. Aber, fügt er hinzu, letztendlich sei es ja gut gelaufen.

Das ist leicht untertrieben. Mit Platz fünf hat er gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Beim zweiten Rennen in Leutasch in Österreich stand er bereits auf dem Treppchen. Platz drei für den Newcomer aus Plaue.

Radfahrer auf der Strecke.
So ein Lauf ist anstrengend. Nicht wenige der Fahrer nehmen an so einem Rennwochenende ein paar Kilogramm ab. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Intensive Vorbereitung vor Ort

Oberhof ist seine Heimbahn. Der Bikepark liegt nicht weit weg von seinem Heimatort. Die perfekte Linie für das Rennwochenende wollte er deshalb nicht dem Zufall überlassen. In den letzten fünf Wochen vorm Rennen ist er oft nach Oberhof gefahren mit seinen Trainern. Er hat sich die etwa 1.000 Meter lange Strecke genau angeschaut. Jede Wurzelpassage, jeden Sprung hat er analysiert. Er war auf Liniensuche und ist viel gefahren, erzählt er. Seine Augen strahlen. Er liebt seinen Sport. Und er mag es, mit anderen Fahrern ein solches Rennwochenende zu erleben. Für ein Foto mit den Anderen ist er immer zu haben. Als er auf den Start für seinen letzten Trainingslauf wartet, ist Zeit zum Fachsimpeln mit Mountainbikern aus den Niederlanden, Norwegen und Israel oder auch aus Oberfranken oder Sachsen.

Radfahrer auf der Strecke.
Downhill ist Leistungssport. Konzentration und körperliche Fitness sind wichtig. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Leistung braucht auch Konzentration

Bevor das Rennen losgeht, zieht er sich zurück. Sein Vater weiß, er braucht jetzt Ruhe. Max höre dann immer laut seine Lieblingsmusik, will seine Ruhe. Das sei seine Art, sich zu konzentrieren. Während Max im Lift nach oben sitzt, macht sich Vater Christian auf den Weg zum Ziel. Mama Kathleen steht oben an der Strecke. Beide hoffen, dass ihr Sohn gut durchkommt. Und dann heißt es los. In nicht mal zwei Minuten wird er unten im Ziel sein.

Downhill ist Leistungssport. Konzentration und körperliche Fitness sind wichtig. Die Zuschauer an der Strecke hören die jungen Fahrer atmen. Entspannt klingt anders. So ein Lauf ist anstrengend. Nicht wenige der Fahrer nehmen an so einem Rennwochenende ein paar Kilogramm ab. Am Start sind übrigens nicht nur Jungs, sondern auch Mädchen. Und auch acht Frauen in der Klasse "Open Women". Es waren nur 300 Starter zugelassen. Weil erfreulicherweise so viel Nachwuchs am Start war, blieben nur wenige Startplätze für eine Rennkategorie der Erwachsenen. Ein Männer-Rennen war von vornherein nicht vorgesehen, so die Veranstalter.

Spitzenzeiten für Max schon im Qualifikationslauf

Max' Vorbereitung hat sich gelohnt. Die anspruchsvolle Strecke verzeiht keine Fehler. In jeder Sekunde müssen die Fahrer konzentriert sein. Der Waldboden und die Wurzeln sind gut abgetrocknet. Die Strecke fahre sich gut, meint Max.

Einige Wurzelpassagen seien aber tückisch. Die meisten Stürze gab es am Rennwochenende in der Mitte der Strecke, heißt es. Die "Top 3"-Fahrer kommen dort aber gut durch. Auch Max gehört wieder dazu. Im Qualifikationslauf - dem sogenannten "Seeding Run“ - brauchte Max 1:43:7 Minuten. Er ist neu im Rennzirkus. Der eine oder andere gratuliere ihm zu seinen Zeiten. Andere wiederum, sagt er, finden es eher komisch, dass er jetzt so schnell fährt.

Sieger auf Podest.
Bei der Siegerehrung reichte es für Max für Platz drei. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Beim Rennen am Sonntag hat er sich zu seiner Quali noch mal deutlich verbessert. Und das, obwohl sein Vater meinte, er wäre schon in diesem Lauf nicht gedrosselt gefahren. Ganze fünf Sekunden schneller war Max als am Samstag. 1:37:9 Minuten - das reichte für Platz drei der Tageswertung in der Altersklasse U15 und das auch in der Cup-Gesamtwertung. Max musste sich nur Lukas Lämmlein aus Oberfranken und dem Sieger Marius Krähenbühl aus der Schweiz geschlagen geben.

In der kommenden Saison fährt Max als dann 15-Jähriger in der Altersklasse U17. Mit seinen Rennzeiten muss er sich auch dort nicht verstecken. Er hat gute Chancen, auch in der nächsten Saison vorn mitzufahren.

Quelle: MDR Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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