Produktentwicklung Schmalkalden will Wirtschaft besser fördern und setzt auf US-Kooperation

Die Stadt Schmalkalden soll für Gründer attraktiver werden. Bürgermeister Thomas Kaminski plant dafür eine neue Wirtschaftsfördergesellschaft. Diese soll eine Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) voranbringen.

Die Altstadt von Schmalkalden von oben
Eine neue städtische Wirtschaftsfördergesellschaft soll die Stadt Schmalkalden für Gründer attraktiver machen. Bildrechte: dpa

Der Schmalkalder Bürgermeister will die Stadt für Gründer attraktiver machen. Stadtoberhaupt Thomas Kaminski (pl.) plant eine neue städtische Wirtschaftsfördergesellschaft. Kaminski sagte MDR THÜRINGEN, das Unternehmen solle insbesondere die im Technologie- und Gründer-Förderzentrum Schmalkalden (TGF) angekurbelte Kooperation mit dem renommierten amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) übernehmen und voranbringen.

Derzeit würden die Details erarbeitet, sodass sich der Wirtschaftsförderausschuss und der Haushaltsausschuss damit befassen könnten. Die GmbH-Gründung, für die bereits Mittel im Haushalt eingestellt seien, sei Ende September denkbar. 

Thomas Kaminski (parteilos), Bürgermeister von Schmalkalden im Wohngebiet Walperloh in Schmalkalden.
Ziel sind für Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski neue Möglichkeiten der Internationalisierung für Gründer. Bildrechte: dpa

Mentoren für Gründer

Kaminski sagte, Ziel seien insbesondere neue Möglichkeiten der Internationalisierung für Gründer und die FH Schmalkalden. Im Rahmen des sogenannten MIT-Sandbox-Programms seien Mentoren verfügbar, die Gründer unterstützen könnten, um aus Ideen marktfähige Produkte zu entwickeln.

Ansprechpartner für die Kooperation mit der US-amerikanischen Spitzenuniversität in Cambridge sei nach wie vor die kürzlich gekündigte Geschäftsführerin des TGF, Joanna Izdebski. Kaminski sagte, er schätze "sehr, wie international sie aufgestellt ist, und der Erfolg hängt auch davon ab, dass sie uns erhalten bleibt".

"Schnellboot für Gründer"

Der Umgang der übrigen Gesellschafter des TGF, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, der Wartburgkreis und die Gemeinde Dermbach, mit dem MIT-Projekt sei der Auslöser für den Alleingang Schmalkaldens. "Sie wollen kein Geld mitbringen, aber für uns ist das klassische Wirtschaftsförderung", so Kaminski.

Er zeige aber Verständnis, da Schmalkalden mit der Fachhochschule eine andere Ausgangslage habe. "Wir brauchen ein Schnellboot und kurze Wege für die Gründer", sagte Kaminski. Natürlich müssten die Ergebnisse aber auch kritisch evaluiert werden.

Der Massachusetts Institute of Technology Campus in Cambridge
Die Kooperation zwischen dem Technologie- und Gründer-Förderzentrum Schmalkalden und dem Massachusetts Institute of Technology (Foto) soll vorangebracht werden. Bildrechte: dpa

Städtische Fördergesellschaft als Mieter

Die Pläne habe die Stadt mit den TGF-Partnern offen besprochen, sagte Kaminski. Die geplante neue Gesellschaft sehe er "als Halbschwester des Technologie- und Gründerzentrums". Angedacht sei, dass sich die neue GmbH im TGF mit mehreren Büros einmiete und perspektivisch auch weitere Kooperationen und Projekte für Gründer entwickle.

Momentan stünde die im vergangenen Herbst begründete MIT-Kooperation, abgesehen von einem kleinen Summer-Camp im Standby-Modus. Alle warteten, ob es im September richtig losgehe und sich erste Gründerteams mit ihren Ideen für das MIT-Sandbox-Programm bewerben können.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 18. August 2022 | 12:30 Uhr

1 Kommentar

camper21 vor 6 Wochen

Eine Zusammenarbeit mit dem kapitalistichen ,kriegstreibenden Klassenfeind ? Wie soll ich das nur verstehen und was sagt unser großer Bruder dazu?

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