Gespräche und Kultur: Meininger gründen offenen Club

Porträt Regionalkorrespondentin Marlene Drexler
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Einen Raum für nette Gespräche in zwangloser Atmosphäre schaffen - das ist das Anliegen von Klaus Fürst und seinen Mitstreitern. Zu diesem Zweck haben sie in Meiningen einen offenen Club gegründet, dem jeder beitreten kann. Neben internen Clubtreffs wird es im Vereinslokal ab September auch öffentliche Kulturveranstaltungen geben.

Offener Club in Meinigen
So sieht das Vereinslokal von innen aus. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Die Hürde, alleine in eine Kneipe zu gehen, ist für die meisten Menschen eher hoch. Aber deshalb einfach auf dem Sofa sitzen zu bleiben und den Fernseher anzumachen, kann auch nicht die Lösung sein. Das war der Grundgedanke von Klaus Fürst und seinen Mitstreitern. Zu siebt haben sie deshalb in Meiningen einen offenen Club gegründet.

Wir freuen uns über Menschen jeder Altersgruppe, die Lust haben auf nette Gespräche in zwangloser Atmosphäre.

Klaus Fürst, Mitbegründer des neuen Clubs

Das Vereinslokal in der ehemaligen "Wolfsschlucht" soll ausgelagertes, gemeinsames Wohnzimmer der Clubmitglieder und öffentlicher Kulturraum in einem sein: "Unser Ziel ist es, eine Alternative zum Fernsehprogramm zu schaffen", sagt Klaus Fürst.

Den Clubgedanken wieder modern machen

Die Idee kam auf, als das soziale Leben aufgrund der Corona-Regeln nur auf Sparflamme laufen konnte: "Während dieser Zeit haben wir gemerkt, wie wichtig der regelmäßige Austausch für uns ist", erzählt Fürst. Noch während des Lockdowns begannen die Clubfreunde die Gründung vorzubereiten.

Ein Mann und eine Frau, Klaus und Carmen Fürst
Klaus und Carmen Fürst sind Gründungsmitglieder des neuen Clubs. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Für Fürst ganz persönlich ist die Vorstellung eines Clubs - der Menschen zusammenbringt und dabei einen Hauch von Exklusivität verströmt - mit seiner Kindheit verknüpft. Sein Vater war zu DDR-Zeiten Mitglied im damaligen "Club der Intelligenz", der sich regelmäßig in Meiningen im ehemaligen "Kulturhaus Arthur Becker" - der heutigen Strupp Villa traf.

Schon damals habe ihn die Atmosphäre fasziniert, obwohl im Grunde "nur gesprochen, getrunken und geraucht" wurde. "Das ist ja eigentlich überhaupt nichts Ausgefallenes, nur etwas aus der Mode gekommen", sagt Fürst und fügt hinzu: "Das Rauchen wird bei uns natürlich wegfallen."

Mitglieder jeder Altersgruppe willkommen

Während der Name "Club der Intelligenz" etwas einschüchternd wirkt, soll der neue Club in Meiningen für jeden offen sein. Die Assoziation - elitär, abgehoben, nur für gut Betuchte - leitet in diesem Fall in die Irre. "Wir freuen uns über Menschen jeder Altersgruppe, die Lust haben auf nette Gespräche in zwangloser Atmosphäre". Jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, kann auf der Website des Clubs einen Beitrittsantrag stellen.

Offener Club in Meinigen
Das steinerne Haus mit den bunten Fenstern ist ein architektonischer Hingucker. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Clubabende und öffentliche Kulturveranstaltungen

Das Vereinslokal befindet sich in der Meininger Innenstadt in der ehemaligen "Wolfsschlucht". Neben den internen Clubabenden werden dort ab September auch öffentliche Kulturveranstaltungen stattfinden. Um das abendliche Fernsehprogramm auszustechen, haben sich die Clubgründer ins Zeug gelegt. Auf dem Programm stehen Kabarett, Theater, Ausstellungen, Puppenspiel, Zaubervorstellungen und Vorträge. Außerdem findet einmal im Monat jeweils donnerstags die politische Diskussionsreihe "Donnerstalk" statt.

Unser Ziel ist es, eine Alternative zum Fernsehprogramm zu schaffen.

Klaus Fürst

Bis November ist der Veranstaltungskalender schon gefüllt. Wer neugierig ist, kann die Clubfreunde - mittlerweile sind es schon 24 - auch zum "Tag der offenen Tür" am 12. September persönlich kennenlernen.

Videos zum Thema Einsamkeit

Quelle: MDR Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. August 2021 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

Graf von Henneberg vor 23 Wochen

Kulturhaus Artur Becker...unsereins ist seinerzeit in die Diele oder in die Nachtbar im Sächser.

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