Wintersport Richtfest für Schnee-Lagerhalle in Oberhof

Seit Jahren kämpft Oberhof als Wintersportstandort mit Schneeknappheit. Als neuer Baustein für das "Schneekonzept" wurde am Mittwoch Richtfest für eine Lagerhalle für das knappe Gut gefeiert.

Zwei Männer und eine Frau auf einer Baustelle
Auch beim Richtfest gab es Schnee! Oberhof möchte sich mit der neuen Lagerhalle längerfristig für Wintersport-Events absichern. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Mit einer neuen Schneelagerhalle sollen Wintersportwettkämpfe in Oberhof abgesichert werden. Wie der Oberhof-Beauftragte der Landesregierung, Hartmut Schubert, sagte, können in der Halle rund 7.500 Kubikmeter Schnee gebunkert werden. Sie ist laut Schubert das letzte Puzzleteil im neuen Schneekonzept. Am Mittwochnachmittag wurde Richtfest gefeiert.

Weniger Verluste als in den Schneedepots

Die Halle ist 28 Meter breit, 42 Meter lang und zehn Meter hoch. Sie grenzt direkt an die Skihalle, muss selbst aber nicht gekühlt werden. Geplant ist, dass hier Kunstschnee eingelagert wird. Weil die Halle stark gedämmt ist und der Schnee vor der Witterung geschützt ist, rechnen die Verantwortlichen mit weniger Verlusten als in den bestehenden Schneedepots.

Blick in eine große Halle
Am Mittwoch wurde mit zahlreichen Gästen Richtfest gefeiert. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Oberhof: Schneemanagement der "ersten Liga"

In Sachen Schneemanagement spielt Oberhof laut Hartmut Schubert nun in der "ersten Liga". In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik gegeben, weil Schnee unter anderem für die Biathlon-Weltcups per Lkw von weither angefahren wurde. Auch auf Verlangen des Biathlon-Weltverbandes wurden rund 9,5 Millionen Euro in die Schneesicherheit investiert. Mittlerweile gibt es mehrere Depots an der Biathlon-Strecke und im Bereich der Schanzenanlage. Dort wurden in diesem Jahr rund 34.000 Kubikmeter Kunstschnee aus dem vergangenen Winter eingelagert. Er soll abgedeckt den Sommer überstehen und nächstes Jahr als Grundlage für die Langlaufstrecken dienen.

Infotafel zum neuen Schneelager Oberhof
So soll die fertige Schneelagerhalle aussehen. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Ab September soll auch die neue Schneelagerhalle zur Verfügung stehen. Je nach Wetterlage soll Kunstschnee mit herkömmlichen Schneekanonen außerhalb der Halle produziert und dann eingelagert werden. Über einen speziellen Schneeerzeuger an der Halle ist es künftig aber auch möglich Kunstschnee bei Temperaturen über Null Grad zu produzieren und in die Halle zu leiten.

Langfristig soll Schneehalle mit Solarenergie betrieben werden

In Zukunft will der Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum den Strom für die Sportanlagen komplett selbst produzieren. Dafür sollen unter anderem Photovoltaik-Anlagen gebaut werden. Allein die neue Anlage auf dem Dach der Schneelagerhalle soll nach Angaben des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum so viel Strom produzieren, um den kompletten Bedarf für die Schneeerzeugung zu decken. Auch die Abwärme der Kälteanlagen soll künftig genutzt werden.

Mehr zum Wintersport in Oberhof

MDR (ls)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25. Mai 2022 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

martin vor 4 Wochen

Welche Zensur? Vergibt der MDR neuerdings Noten?

Sorry, eine bessere Replik auf das penetrante Zensur-Geheule ist mir nicht eingefallen.

@MDR: Ja, meine Antwort hat genauso wenig mit dem Beitrag zu tun, wie die Zensurunterstellung. Aber EINE Antwort ist ja wohl erlaubt.

hinter-dem-Regenbogen vor 4 Wochen

Der Klimawandel und das Geschäft mit dem Klimawandel kennt nahezu keine Grenzen.
Nachdem Energie , Wasser und Luft (CO2) bereits zur Rendite-trächtigen Handelsware gemacht wurde, wird jetzt auch noch der Schnee zur Ware, mit der man Geld machen kann. Wer bezahlt eigentlich den so gebunkerten Schnee, Der MDR ? . . . damit dieser schöne Bilder produzieren kann und/oder sind es doch mal wieder die Bürger des Landes, die mit ihren Steuergeldern jeden Blödsinn dieser Weltt mitfinanzieren (müssen).

Kein Wunder, dass die Inflation aktuell zum "Hochsprungmeister der Nation" mutiert, Wer "Stroh zu Gold spinnen" kann, der kann auch wertschöpfungsfreie Luftschlösser in die Welt setzen.

Quercus vor 4 Wochen

Ich finde das nicht mehr zeitgemäß. Wann setzt Vernunft ein, dass mit Ressourcen, Boden und Umwelt verantwortungsvoller umgegangen wird. Unnötige Flächenversiegelung mit offenen Ausgang des Nutzens bei Klimaerwärmung.

Mehr aus der Region Suhl - Schmalkalden - Meiningen

Mehr aus Thüringen