Tourismus Oberhof geht bei der Vermarktung wieder neuen Weg

Autorenporträt Tino Geist
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Es hat sich nichts bewegt, und das seit Jahren." Deutliche Worte für die Bilanz der vor 20 Jahren von Oberhof gemeinsam mit anderen Orten gegründeten Tourismusgemeinschaft "Ferienregion Oberhof". Und eine Begründung dafür, dass nun ein Schlussstrich gezogen wird.

Touristeninformation in Oberhof
An der Tourismusinformation in Oberhof Bildrechte: MDR/Tino Geist

Die Stadt Oberhof hat das Aus für die Tourismusgemeinschaft "Ferienregion Oberhof" besiegelt. Der Stadtrat hat sich am Dienstagabend in einer Sondersitzung einstimmig dafür ausgesprochen. Vor 20 Jahren hatten sich Oberhof und neun Nachbarorte, unter anderem Steinbach-Hallenberg und Zella-Mehlis zusammengeschlossen. Mit einem jährlichen Budget sollte ein gemeinsames Image aufgebaut und die Südthüringer Region vorangebracht werden.

Keine Erfolge für KAG

"Es hat sich nichts bewegt und das seit Jahren", so der Oberhofer Bürgermeister Thomas Schulz. "Es wäre nicht richtig, etwas am Leben zu erhalten, was seit Jahren nicht funktioniert." Das Aus für die kommunale Arbeitsgemeinschaft - kurz KAG - fällt dem Stadtchef nicht leicht. Doch was Schulz am Dienstagabend im Stadtrat skizziert, ist ernüchternd. "Es hat keine touristische Vermarktung mehr gegeben. Wir waren da, aber nach Außen gerufen haben wir das nicht", sagt Schulz.

Hotel-Baustelle in Oberhof
Im Stadtzentrum wird gebaut. Hier entsteht ein Familienhotel. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Das allein auf die Arbeitsgemeinschaft zu schieben wäre falsch. Denn mit einem jährlichen Budget von 30.000 Euro war diese ohnehin nicht in der Lage viel zu bewegen. Der Kontakt zu den Nachbargemeinden soll auch nach dem Ende der KAG nicht abreißen. "Wir werden einen Weg finden, um uns nicht aus den Augen zu verlieren", verspricht der Oberhofer Stadtchef. Die Hotels und Touristiker der Region sollten sich eigenständig austauschen und Projekte gemeinsam anschieben. Auch der Slogan "Ferienregion Oberhof" soll weiter verwendet werden.

Wie geht es weiter mit dem Tourismus?

Seit Jahresbeginn hat die Stadt eine neue Tourismus GmbH. Die Stadt hat die Fäden bei der Vermarktung wieder selbst in der Hand. Zuvor hatte es immer wieder Unstimmigkeiten zwischen Stadt und der Oberhofer Sportstätten GmbH gegeben. Diese war eine Tochtergesellschaft des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum. Hier sitzen das Land Thüringen, der Kreis Schmalkalden-Meiningen und die Stadt an einem Tisch. "Unklare Zuständigkeiten führten zu Unzufriedenheit", so Schulz. Auch die Hotels und Gastronomen seien nicht mehr zufrieden gewesen.

Startschwierigkeiten mitten in der Corona-Krise

Mit der neuen Tourismus GmbH setzt die Stadt bei der Vermarktung auch auf die Unterstützung der örtlichen Betriebe. Und das muss sie auch. Die Stadt hat doppelt so viele Gästebetten wie Einwohner. "Die Stadtverwaltung allein kann die Vermarktung nicht stemmen. Wir brauchen das Engagement und die Ideen der Hotels und Gaststätten im Ort", sagt Thomas Schulz.

Er sei sich sicher, dass die Betriebe mit der Stadt an einem Strang ziehen werden, um den Ort auch abseits der großen Sport-Events attraktiv zu machen. "Wir möchten auf die Vielfalt hinweisen. Wir haben Kulinarik, wir haben das Thema Wandern und vieles mehr. Wir wollen uns auch wieder um den Titel Luftkurort bewerben und damit verstärkt werben", erklärt Schulz.

Der Kurpark in Oberhof
Der Kurpark in Oberhof Bildrechte: MDR/Tino Geist

Vieles ist liegengeblieben

Dass es bei der Vermarktung des Ortes nicht läuft, wird auch an vermeintlich kleinen Dingen sichtbar. Denn auf der Autobahn 71, kurz vor der Abfahrt Oberhof, grüßt noch immer Biathletin Andrea Henkel die Autofahrer. Henkel lebt mittlerweile in den USA und ihre aktive Karriere hat sie vor sieben Jahren beendet. Die Autobahnschilder sollen erneuert werden, verspricht der Oberhofer Stadtchef. Als erstes sichtbares Zeichen, dass sich in Sachen touristischer Vermarktung wieder etwas tut. Auch daran wird sich die Stadt in den nächsten Jahren messen lassen müssen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. März 2021 | 15:00 Uhr

3 Kommentare

MDR-Team vor 24 Wochen

"Mazel tov" ist hebräisch und bedeutet in etwa so viel wie "Viel Glück" oder "Herzlichen Glückwunsch".

Kleingartenzwerg vor 24 Wochen

Hallo MDR-TEAM, was bedeutet "Mazel tov?".

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 24 Wochen

MAZEL TOV ‼️

....und der Oberhof—Beauftragte darf sein Gehalt dennoch weiter behalten ?

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