Frankenheim Rhöner Schäfer und Landwirte zweifeln an Wolfrissgutachten des Umweltministeriums

Die Schutzkonzepte gegen Wolfsrisse greifen, davon ist das Thüringer Umweltministerium überzeugt. Die Landwirte und Schäfer in der Rhön sehen das anders und sprechen von einem gestörten Vertrauensverhältnis zur Politik.

Ein Wolf in einem sonnigen Wald
In Thüringen gibt es ein Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf und zwei Wölfinnen im Wartburgkreis (Symbolfoto). Bildrechte: colourbox

Rhöner Schäfer und Landwirte zweifeln die Wolfsriss-Statistik des Umweltministeriums an. Einige Wolfsrisse in der Region seien nicht als solche erkannt worden, hieß es auf einer Informationsveranstaltung des Kompetenzzentrums Wolf, Biber, Luchs des Umweltministerium am Donnerstagabend in Frankenheim in der Rhön (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Das Ministerium wies die Vorwürfe zurück.

Kompetenzzentrum: Schutzkonzepte greifen

Für das laufende Jahr zähle die Statistik des Thüringer Umweltministeriums keinen einzigen nachgewiesenen Wolfsriss. Nach Ansicht des Kompetenzzentrums ein Beweis dafür, dass die neuen finanziell geförderten Schutzkonzepte greifen. Dazu gehören unter anderem 1,20 Meter hohe Zäune und ausgebildete Herdenschutzhunde.

Ein Hund schaut in die Ferne. Hinter ihm ein grasendes Schaf.
Herdenschutzhunde werden in der Rhön verstärkt gegen Angriffe des Wolfs auf Schafe eingesetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rhöner Schäfer und Landwirte: Vertrauensverhältnis zur Politik gestört

Die Rhöner Schäfer und Landwirte sehen das anders. Sie kritisieren die neuen Rissgutachter. Sie seien oftmals weder qualifiziert noch objektiv. Zudem sprechen die Schäfer und Landwirte von einem gestörten Vertrauensverhältnis zur Politik. Denn für einen Wolfsriss gibt es eine Entschädigung. Wird er nicht nachgewiesen, gehen die Schäfer leer aus.

In Thüringen gibt es ein Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf, daneben gelten zwei Wölfinnen im Wartburgkreis als ansässig.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. September 2021 | 22:00 Uhr

7 Kommentare

Kleingartenzwerg vor 4 Wochen

"Der Mensch hat Jahrtausende mit Wölfen zusammengelebt. Und es gibt Regionen in Europa, wie zum Beispiel in Skandinavien oder in den Pyrenäen ist das bis Heute der Normalzustand." Die Problem mit dem Wolf entstehen weil wir in Thüringen nicht mehr in der Bronzezeit leben. Mitteldeutschland mit den Pyrenäen oder Skandinavien zu vergleichen um pro Wolf zu argumentieren ist gerade zu grotesk schon wegen der völlig unterschiedlichen Zivilisationsdichte. Davon abgesehen geht die Ausrottung des Wolfes nicht auf die Kappe des Klimawandels oder unserer aktuellen Lebensweise. Das natürliche Gleichgewicht in dem auch der Wolf seinen Platz hat ist schon länger nicht mehr gegeben. Wer mit dem Wolf leben möchte sollte erst die nötigen Bedingungen schaffen.

micha72 vor 4 Wochen

Weil jetzt 8 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Weil jetzt alle paar hundert Meter eine Straße oder Ortschaft kommt. Weil die Welt vor 500 Jahren schlichtweg völlig anders aussah.

Eulenspiegel vor 4 Wochen

Also da hat Karka2 absolut Recht.
Der Mensch hat Jahrtausende mit Wölfen zusammengelebt. Und es gibt Regionen in Europa, wie zum Beispiel in Skandinavien oder in den Pyrenäen ist das bis Heute der Normalzustand.

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