Kreis Schmalkalden-Meiningen Wasungen: Pläne für Schloss Sinnershausen

Anderthalb Jahre hat die Stadt Wasungen um das Schloss Sinnershausen gekämpft. Seit Mitte Dezember ist sie nun offizieller Eigentümer und die Pläne zur Nutzung nehmen langsam Gestalt an.

Das Schloss Sinnershausen samt hübscher Parkanlage thront über dem kleinen Hümpferhausen (Kreis Schmalkalden-Meiningen) mit seinen rund 450 Einwohnern. An einem verschneiten, sonnigen Morgen ergibt sich eine idyllische Szenerie.

Schloss stand nach Auszug der Feuerwehr leer

Bis vor anderthalb Jahren wurde das ehemalige Jagdschloss vom Thüringer Feuerwehrverband als Ausbildungsstätte genutzt, Eigentümer war das Land. Mit der Corona-Krise, in der kaum Präsenzveranstaltungen stattfinden konnten, wurde der Unterhalt für den Verband zu teuer.

Am Ende löste die Thüringer Feuerwehr den bestehenden Erbpachtvertrag auf. Die weitere Zukunft des Schlosses schien ungewiss.

Viele Kaufinteressenten, offenbar auch aus der rechten Szene

Dank der regelmäßig geflossenen Landesfördermittel und der guten Pflege durch den Feuerwehrverband ist das Schloss in einem sehr guten Zustand. Für Wasungens Bürgermeister Thomas Kästner (SPD) war klar, die Stadt muss sich positionieren: "Eine Immobilie, die nicht genutzt wird, verfällt sehr schnell."

Zwei Männer stehen auf einem Balkon.
Der Bürgermeister von Wasungen, Thomas Kästner (r.) und Ortsteil Bürgermeisters Manfred Kümper (l.). Bildrechte: MDR/ Marlene Drexler

Bei dem Gedanken daran, dass ein privater Käufer zuschlägt, hatten Bürgermeister und Stadtrat Bauchschmerzen. Auch weil die Hümpfershäuser in dieser Zeit teils ominösen Besuch bekamen. So sichteten Anwohner einmal große schwarze Limousinen auf dem Parkplatz des Schlosses: "Angemeldet oder angekündigt hatten sich diese Besucher nicht", berichtet Kästner.

Es gab Gerüchte, dass Personen aus der rechten Szene ein Auge auf das Schloss geworfen hatten. Von Plänen zur Gründung einer "Kaderschmiede für die rechte Jugend" war die Rede. Um dem einen Riegel vorzuschieben, entschied sich der Stadtrat selbst aktiv zu werden und legte ein Konzept zur Finanzierung und Nutzung vor.

Idee: Schloss öffentlich nutzen

Die Idee war, das Schloss nicht nur zu erwerben, sondern seine Türen auch für die Bürger zu öffnen. Nach intensiven Verhandlungen stimmte das Land zu. In wenigen Monaten sollen nun die Feuerwehr, die örtliche Kita und Teile der Verwaltung einziehen. Das Standesamt ist schon drin. Heiraten im Schloss - das ist in Wasungen damit kein romantischer Traum mehr, sondern ganz selbstverständlich.

Auch Ortsteil Bürgermeisters Manfred Kümper sitzt schon auf gepackten Koffern. Er hat die Vision, dass das Schloss ein neuer lebendiger Treffpunkt für die Dorfbewohner wird: "Ein Ort an dem man vielleicht auch einen Kaffee trinken, ein Stück Kuchen essen und miteinander plaudern kann."

Ein Speisesaal im Schloss Sinnershausen in Wasungen.
Ortsteil Bürgermeisters Manfred Kümper hat die Vision, dass das Schloss ein neuer lebendiger Treffpunkt für die Dorfbewohner wird. Bildrechte: MDR/ Marlene Drexler

Verkauf unter dem Verkehrswert möglich

Der Plan zur öffentlichen Nutzung hatte für die Stadt bei den Verhandlungen einen entscheidenden Vorteil: Unter diesen Voraussetzungen durfte das Land unter dem Verkehrswert verkaufen. Während der geschätzte Marktpreis bei mehreren Millionen liegt, hat die Stadt Wasungen mit 450.000 Euro den Zuschlag bekommen. Eine Summe für die sie noch nicht einmal einen Kredit aufnehmen musste. Auch weil der Verkauf des alten Gemeindehauses und des Kindergartens bald Geld in die Stadtkasse spülen werde, so Bürgermeister Thomas Kästner.

Für das, was die Wasunger für das Geld bekommen sei der Preis "schon fast ein Schnäppchen", findet er.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. Januar 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Graf von Henneberg vor 19 Wochen

Sinnershausen?...da ist doch der Hinkeldey geboren worden. Ob das die Woisinger wissen?

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