Ehrenamt Björn Schneider ist Thüringer des Monats Februar

Björn Schneider schneidet in Rotterode in Steinbach-Hallenberg Waldwege frei, mäht das Gras am Wegesrand, räumt Totholz und Unrat aus dem Wald und befestigt die Wanderwege. Für sein unermütliches ehrenamtliches Engagement haben ihn MDR THÜRINGEN und die Ehrenamtsstiftung ausgezeichnet.

Björn Schneider aus Steinbach-Hallenberg
Björn Schneider freut sich sichtlich über diese Auszeichnung. MDR THÜRINGEN-Reporter Lutz Gerlach überreicht ihm Urkunde und Preisgeld. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Björn Schneider aus Rotterode im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist unser Thüringer des Monats Februar. Weil er sich in seiner knappen Freizeit fast jede Minute um die Waldwege in der Umgebung seines zur Stadt Steinbach-Hallenberg gehörenden Heimatortes kümmert, haben ihn MDR THÜRINGEN und die Ehrenamtsstiftung ausgezeichnet.

Immer aktiv als sportlicher Naturmensch

Björn Schneider liebt die Natur, mag seine Heimat und ist geschickt im Umgang mit Holz. "Mein Opa war Tischler, da habe ich das schon mit auf den Weg gekriegt und seitdem bin ich, wenn es um Holz geht, Feuer und Flamme", erzählt der hoch gewachsene frühere Leistungssportler mit leuchtenden Augen. Es liege ihm am Herzen, für die Region etwas zu machen, sagt der 35-Jährige. Dabei ist er rund die Hälfte des Jahres beruflich unterwegs: Als Skitechniker betreut er das Schweizer Skisprung-Nationalteam um den früheren Weltmeister und viermaligen Olympiasieger Simon Amman.

Björn Schneider aus Steinbach-Hallenberg
Björn Schneider arbeitet als Skitechniker für das Schweizer Skisprung-Nationalteam. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Wuchernde Brombeerbüsche, morsche Äste an Bäumen über den Waldwegen und herumliegendes Totholz sind sozusagen das Tagesgeschäft für Björn Schneider im heimatlichen Rotterode, wenn er auf seinen Touren zur ehrenamtlichen Waldverschönerung ist. Oft sind das auch gemeinsame Ausflüge mit Ehefrau Anna, den Kindern Zoe und Ole und dem Border Collie, der zur Familie gehört. Alle sind gern in der Natur und die Teleskop-Säge ist dann meist mit dabei. "Wir versuchen das zu verbinden und die Zeit, in der er sich engagiert, trotzdem mit der Familie zu verbringen", sagt Anna Schneider.

Björn Schneider aus Steinbach-Hallenberg
Bei Ausflügen im Wald verbindet Björn Schneider Ehrenamt und Familienleben. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Das Herzensprojekt im heimatlichen Moosbachtal

Als ihr "zweites Wohnzimmer" bezeichnen die Einwohner von Rotterode gern das idyllisch gelegene Moosbachtal, das im Norden des Ortes Richtung Rennsteig führt. Am Eingang zum Tal steht das Haus der Familie Schneider und hier hat unser Thüringer des Monats sein Herzensprojekt verwirklicht. Es ist der "Brückchen-Weg". Den knapp einen Kilometer langen Rundweg hat es vorher so nicht gegeben. Auf der östlichen Talseite hat Björn Schneider den Weg neu angelegt, einen Übergang, Bänke und Wegweiser aus Holz gebaut und aufgestellt. Das Wichtigste ist am oberen Wendepunkt eine stabile Holzbrücke mit Geländer, auf der der dort schon recht breite Moosbach sicher überquert werden kann. Nachbar Björn Luck hat bei den schwierigen Arbeiten mit seiner mobilen Technik geholfen.

"Der Weg ist ein Hingucker", sagt Björn Schneider, und: "Die Freude der Menschen, die das nutzen, spornt mich an." Der Rundweg soll zum Spazierengehen einladen, die Älteren, die Leute die mit ihren Hunden Gassi gehen oder diejenigen, die einen Ausgleich nach ihrer Arbeit suchen, um sich dort zu erholen und den Weg durch die Natur am Wasser und möglichst bei Sonnenschein genießen können.

Björn Schneider aus Steinbach-Hallenberg
Im Moosbachtal kümmert sich Schneider um die Wanderwege. Er hat mit dem "Brückchen-Weg" sogar einen ganz neuen Weg angelegt. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Nächstes großes Projekt für die Jüngsten im Ort

Auch wenn die Winter-Saison mit den Schweizer Skispringern noch nicht zu Ende ist, denkt Björn Schneider schon an den Sommer im Moosbachtal von Rotterode. Denn das Spielen am Bach ist auch bei den Mädchen und Jungen vom Waldkindergarten beliebt, in den auch sein Sohn Ole geht. Damit das künftig noch etwas besser möglich ist, hat der 35-Jährige schon wieder große Pläne. Am Brückchen oben im Tal will er noch eine hölzerne Treppe mit Geländer bauen, damit die Kinder "sauberen Fußes ins Wasser und wieder heraus kommen". Und dazu noch eine schicke Bank, auf der sie sich umziehen und Sachen ablegen können, die beim Spielen im Wasser nicht benötigt werden.

Die Einwohner von Rotterode sind für so viel Engagement sehr dankbar und wollen es gern würdigen. Deshalb haben sie Björn Schneider als "Thüringer des Monats" vorgeschlagen, weil er in der knappen Freizeit so aktiv ist und das Ziel vor Augen hat, nachhaltig etwas für seinen Ort und vor allem für die Kinder zu schaffen.

Aktion "Thüringer des Monats" "Thüringer des Monats" ist eine Aktion von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung. Seit 1994 wird die Auszeichnung vergeben. Das Engagement von Menschen, die in ehrenamtlicher Arbeit Außergewöhnliches geleistet oder sich in besonderer Weise für Mitmenschen in Thüringen eingesetzt haben, wird hiermit besonders gewürdigt.

Eine Jury aus Hörfunk- und Fernsehjournalisten von MDR THÜRINGEN sowie der Thüringer Ehrenamtsstiftung hat die Qual der Wahl: Jeden Monat gehen viele Bewerbungen ein - per Mail oder per Post. Aber nur eine oder einer kann mit dem Titel "Thüringer des Monats" ausgezeichnet werden. Die Jury macht es sich mit der Entscheidung nicht leicht, denn eigentlich hat jede(r) Kandidat(in) diese Auszeichnung verdient.

Im Dezember wird dann aus den 12 Thüringern des Monats von den Hörern von MDR THÜRINGEN, den Zuschauern des MDR THÜRINGEN JOURNAL sowie den Nutzern von MDR.DE der "Thüringer des Jahres" gewählt und im festlichen Rahmen im MDR LANDESFUNKHAUS THÜRINGEN in Erfurt ausgezeichnet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Graf von Henneberg vor 6 Wochen

Hochverehrter Kelte, ja es ist (leider) so, diese Gebiete der Abtei Fulda konnten wir, das gräfliche Heer, trotz mehrfachen Anrennens nicht bezwingen. Aber dafür hat uns bis nunter zum Main (fast) alles gehört.
Aber es gibt neben dem BRD-Waldgesetz auch die Waldgesetzte der Länder und natürlich das BGB. Mit diesen Gesetzen wird zum einen das Recht auf Eigentum (BGB) und das Recht auf das Betreten des Waldes durch Dritte beschrieben. Wenn der Herr Schneider von den Eigentümern mit den entprechenden Rechten für seine Maßnahmen ausgestattet wurde-dann darf er dort seine Späßchen treiben. Interessant wirds trotzdem, wenn ein trotz alle Pflege ein Ast runterkommt -das sind die waldtypischen Gefahren- und jemanden trifft. Wer haftet dann? Der Eigentümer-oder der Wegewart. Das "Volk" weiß nämlich ncht, daß es sich im Wald auf anderer Leute Grund und Boden befindet,
Einen schönen Gruß in das Oppidium auf dem Öchsenberg.

Kelte vom Oechsenberg vor 6 Wochen

Guten Abend lieber Graf. Nicht alles was südlich des Rennsteiges liegt, gehört den Hennebergern. Meine keltischen Nachbarn und die Nachfahren des Landgrafen Philipp (von Hessen) haben dem Herr`n Schneider diese Maßnahmen zur umfassenden Nutzung durch die "Untertanen" in ihren Revieren ausdrücklich erlaubt und gefördert. Übrigens. Sie beziehen sich auf ein Waldgesetz (welches) und auf das BGB. Können Sie bitte die entsprechenden Paragraphen näher benennen? Ich wünsche einen schönen Sonntag und nicht den morgigen Kirchgang durch den Wald vergessen..

Thueringer Original vor 6 Wochen

Hatte auch Mal Gutes vor und wollte Wanderwege frei schneiden. Die angefragte Behörde war so unflexibel, dass ich es besser gelassen habe.

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