125 Jahre Viba Eine Zigarrenmaschine war Geburtshelferin

Der Südthüringer Süßwarenhersteller Viba feiert am Sonntag 125-jähriges Bestehen. Der Kernprodukt des Hauses ist die Nougatstange, die einst Probleme bereitete - die mithilfe einer Zigarrenmaschine gelöst wurden.

Es begann 1893. Die Geschwister Willi Viebahn und Anna Reim gründeten in Schmalkalden ein Cafe mit eigener Süßwarenproduktion. Das Cafe entwickelte sich zum ersten Haus am Platz. In der kleinen Manufaktur wurde Nougat in Blöcken hergestellt. Die waren so beliebt, dass die wenigen Mitarbeiter mit dem Einwickeln nicht hinterherkamen.

Am Biertisch lobte ein örtlicher Zigarrenfabrikant seine automatische Maschine für die Verpackung von Zigarren. Da wurde Viebahn hellhörig: "Warum denn Nougat nicht in runder Form herstellen, ähnlich dick und lang wie Zigarren?" Damit war das Verpackungsproblem gelöst. Viebahn produzierte fortan Nougatstangen, die von der Zigarrenmaschine flink eingewickelt wurden. Die Maschine war bis zur Wende im Einsatz. "Eine bahnbrechende Idee", findet der heutige Viba-Geschäftsführer Karl Heinz Einhäuser. Seither ist nichts an der Rezeptur des Nougats geändert worden.

1950 wurde Viebahn verstaatlicht, hieß fortan VEB Nougat und Marzipan. Die Produkte waren begehrt. Nach der Wende sah das anders aus. Die Fabrik in einem maroden Bau stand vor der Schließung. Von der Treuhand beauftragt, übernahm Unternehmensberater Einhäuser den VEB, benannte ihn um in Viba und entwickelte ein griffiges Marketingkonzept. Neue, moderne Produktionsstätten wurden gebaut, vor sechs Jahren dann die "Viba Nougatwelt" am Westend von Schmalkalden. Dort gibt es die "gläserne Produktion".

Besucher aus ganz Deutschland kommen, können dort selber Pralinen herstellen oder Kurse besuchen. Die "Viba Nougatwelt" hat sich zum größten Veranstaltungsort der Stadt entwickelt. Vom Besucherstrom profitiert auch die Innenstadt von Schmalkalden. Museum Schloss Wilhelmsburg beispielsweise zählte ein Drittel mehr Besucher als vorher.

Seit der Wende investierte Viba Sweets rund 40 Millionen Euro. 350 Mitarbeiter produzieren jährlich rund 1.000 Tonnen Nougat, ebensoviele Fruchtschnitten und hunderte Tonnen Mintkissen. Der jährliche Umsatz: rund 40 bis 50 Millionen Euro. Vor zwei Jahren übernahm Viba den Schokoladenhersteller Heilemann aus dem Allgäu mit rund 100 Mitarbeitern. Dort wird jetzt das gesamte Schokoladensortiment von der Tafel über Schokohasen bis zu Pralinen gefertigt. Von Schmalkalden aus werden alle Produkte ausgeliefert. Deshalb entsteht zur Zeit eine neue große Lagerhalle.

Wie viele Unternehmen leidet Viba unter dem Fachkräftemangel. Doch der Betrieb bildet in einer ungewöhnlichen Bandbreite - Lagerarbeiter, Tourismusfachleute, Fachkräfte für Süßwarentechnik , Industriekaufleute, Köche oder Restaurantfachkräfte. Auch Abiturienten können hier Karriere machen und sich über ein Studium für den Management-Nachwuchs qualifzieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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