Schmalkalden-Meiningen Gewerkschaft ausgesperrt? Schwere Vorwürfe gegen Süßwarenhersteller Viba

Der Süßwarenhersteller Viba aus Floh-Seligenthal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wird von der Gewerkschaft NGG scharf kritisiert. Die Firma verweigere der Gewerkschaft, die unter anderem einen Betriebsrat gründen will, unrechtmäßig den Zutritt. Die Firmenleitung begründet ihre Terminabsage mit der Corona-Pandemie.

Viba-Logo
Viba produziert unter anderem Nougat und Pralinen. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / VIADATA

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) erhebt Vorwürfe gegen den Süßwarenhersteller Viba sweets in Floh-Seligenthal (Kreis Schmalkalden). Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen, sagte, die Firma verweigere der Gewerkschaft unrechtmäßig den Zutritt. Das sei ein "ungeheuerlicher Vorgang" und missachte die im Grundgesetz verankerten Rechte von Arbeitnehmern. Die Gewerkschaft hatte geplant, am 25. Juni in der Kantine über den aktuellen Stand zu den Tarifverträgen in der Süßwarenindustrie zu informieren.

Mecklenburg-Vorpommern, Grabow: Die Beschäftigten des Schaumkuss-Herstellers Grabower Süßwaren fordern während eines Warnstreiks den Angleich ihrer Einkommen an den Flächentarifvertrag Ost.
Die Gewerkschaft NGG möchte für die Belegschaft des Süßwarenherstellers Viba einen Betriebsrat gründen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Gewerkschaft will Betriebsrat gründen

Dabei sollte es laut Löbel auch um einen Betriebsrat gehen, den es in der Firma bislang noch nicht gibt. Die Geschäftsführung habe den Zutritt mit Verweis auf ihr Hausrecht verwehrt und auch keinen Ersatztermin angeboten. Die Gewerkschaft wolle nun den Zugang zum Betrieb mit einer Klage am Arbeitsgericht erstreiten, kündigte Löbel an. Nach Angaben der Gewerkschaft werden die Viba-Mitarbeiter weit unter Tarif bezahlt. Immer wieder werde von Kündigungen berichtet, wenn Mitarbeiter sich für einen Betriebsrat stark machten, so der Gewerkschafter.

Viba-Geschäftsführerin Corinna Wartenberg hält eine Verpackungsfolie hoch
Viba-Geschäftsführerin Corinna Wartenberg weist die Vorwürfe von sich. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Florian Girwert

Viba-Geschäftsführung begründet Absage mit Corona-Pandemie

Die Geschäftsführung weist die Vorwürfe zurück. Wie Geschäftsführerin Corinna Wartenberg MDR THÜRINGEN sagte, konnte die Veranstaltung in einem geschlossenen Raum wegen der Corona-Pandemie nicht genehmigt werden. Gerade in einem Lebensmittelbetrieb müssten Hygiene- und Infektionsschutzregeln streng eingehalten werden. Die Gewerkschaft könne ihren Info-Stand im Freien aufbauen, so Wartenberg.

Ihren Angaben zufolge wurden auch keine Mitarbeiter entlassen, weil sie einen Betriebsrat gründen wollten. Die Mitarbeiter würden nach unterschiedlichen Tarifgruppen entlohnt, grundsätzlich orientiere sich das Unternehmen aber am Tarifvertrag.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 21. Juni 2021 | 17:30 Uhr

22 Kommentare

Graf von Henneberg vor 17 Wochen

Der heitere Mensch kann sich an seine kühnsten Ziele zaubern: Er braucht keine Gewerkschafter die seine Interessen vertreten. Er verlangt auch nicht einen größeren Schluck aus der Pulle, er schenkt sich immer selber ein, wenn er Durst hat.
© Alfred Selacher (*1945)

Michael Cremer vor 17 Wochen

Die Pressemitteilung der NGG enthält zwei Lügen in einem Satz. Herr Löbel behauptet „Bei Gesprächen mit Mitarbeitern wurde uns immer wieder berichtet, dass Beschäftigten, die einen Betriebsrat wählen wollten, gekündigt wurde.“ (Vgl. NGG Pressemitteilung vom 21.6.2021)
1. Es hat bisher noch nie den Versuch gegeben, dass Mitarbeiter*Innen von Viba einen Betriebsrat gründen wollten.
2. Noch nie wurden Mitarbeiter*Innen gekündigt, weil Sie einen Betriebsrat gründen wollten, weil bisher noch nie Mitarbeiter*Innen versucht haben, einen Betriebsrat zu gründen.
3. Die zur Viba-Gruppe gehörende Firma Heilemann mit Sitz in Woringen, Allgäu, hat einen Betriebsrat, mit dem die Geschäftsführung vertrauensvoll zusammenarbeitet.

DER Beobachter vor 17 Wochen

Naja, Mattotaupa, diesmal hinkt Ihr Vergleich ausnahmsweise sehr, Mattotaupa, es sei denn, Sie wollen die Tarifverträge der NGG mit denen der Pilotengewerkschaft Cockpit vergleichen... ;)

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