Wolkenrasen Gespräche mit Nachbarn trotz Corona: Digitales Projekt in Sonneberg startet

Trotz Corona-Pandemie sollen die Bewohner des Sonneberger Stadtteils Wolkenrasen miteinander ins Gespräch kommen. Dafür hat das ThINKA Bürgerbüro einen digitalen Nachbarschaftstreff ins Leben gerufen. Der Auftakt am Montag war ernüchternd. Trotzdem wollen die Organisatoren nicht aufgeben.

Christoph Zeh im ThINKA Bürgerbüro
Christoph Zeh vom ThINKA Bürgerbüro und seine Kollegen haben den digitalen Nachbarschaftstreff im Sonneberger Stadtteil Wolkenrasen ins Leben gerufen. Bildrechte: ThINKA Bürgerbüro Wolkenrasen

Christoph Zeh und seine Kollegin Ines Greifelt haben sich richtig Mühe gegeben. Normalerweise treffen sich im Stadtteilzentrum die Senioren zum Kaffeeplausch, spielen Bingo oder klöppeln gemeinsam. Wegen der Corona-Pandemie geht momentan gar nichts in diese Richtung. Deshalb soll es in dem Wohngebiet ab sofort regelmäßig digitale Nachbarschaftstreffen geben. Der Zugang ist relativ einfach über Handy oder Computer möglich. Per Flyer sind die Einwohner informiert worden.

Technische Hürde noch zu hoch

Zum Termin am Montagmorgen haben sich aber gerade mal zwei Teilnehmer eingeloggt. Eine davon die Mutter von Ines Greifelt, Helga Greifelt. "Sie hatte einige Probleme beim Durchklicken und ich musste ihr helfen", erzählt Tochter Ines. "Die technische Hürde für die Menschen ab 60 Jahren scheint doch höher zu sein, als wir vermutet haben", schätzt auch Christoph Zeh ein.

Mittwoch nächster Versuch

Aufgeben kommt für die Macher trotzdem nicht infrage. Die Organisatoren hoffen, dass sich das Angebot noch ein bisschen besser rumspricht und der eine oder andere Enkel der Oma beim Zuschalten hilft. Am Mittwochnachmittag schon soll der zweite digitale Nachbarschaftsreff starten. Mit Quizrunde, Musik und Bingo. Wenn sich dann drei Teilnehmer einloggen, wäre das schon ein großer Erfolg.

Die Organisatoren wollen jetzt noch einmal direkt auf die Bewohner zugehen und ihnen den Zugang zum digitalen Nachbarschafstreff erklären und vielleicht im Computer oder Handy schon mal einrichten. Christoph Zeh jedenfalls hat noch viele Ideen, wie er die Senioren zusammenbringen möchte. Ihm schweben auch Nachmittage speziell in Mundart vor. "Hauptsache, die Leute kommen mal wieder zusammen und sind nicht mehr so einsam."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. April 2021 | 08:00 Uhr

4 Kommentare

RessiX vor 3 Wochen

Generell finde ich die Idee klasse, bloß ob das in einem wohngebiet funktionieren kann, in dem die Internet-Infrastruktur auf einem stand von 2005 ist, mit max. 8 Mbit down- und an guten tagen mal 1 Mbit uploadgeschwindigkeit, da wird es kaum möglich sein sowas wie eine Videokonferenz zu veranstalten.
Das schlimme ist aber eigentlich, dass in diesem gebiet auch schulen ansässig sind, und auch diese nicht in der lage sind online-unterricht zu halten aufgrund der schlechten infrastruktur... ZUERST sollte man DIESES problem lösen, denn das schüler jetzt seit über einem jahr kaum unterrichtet werden ist ein absolutes no-go.
BTW: im letzten jahr wurde hier ein graben entlang der hauptstraße geöffnet und es wurden neue leitungen verlegt, auf nachfrage bei einem arbeiter wurde mir mitgeteilt, dass es sich um Stromkabel handele. man hätte die gelegenheit auch gleich nutzen können, um ein paar glasfasern mit in das loch zu werfen, aber Sonneberger Politiker sind wohl nicht so clever.

Atheist vor 3 Wochen

„Die technische Hürde für die Menschen ab 60 Jahren scheint doch höher zu sein, als wir vermutet haben", schätzt auch Christoph Zeh ein.“
Naja, wer heute 60 ist hat noch 7 Jahre zu arbeiten und dürfte Digital besser aufgestellt sein als man denkt.
Also gehts um Menschen um die 70 und ob die das wollen wage ich zu bezweifeln.

DermbacherIn vor 3 Wochen

Wer im Urlaub - Ferienwohnung, Camper - Kontakt sucht, wird zu Hause nicht darauf verzichten. Wie viel der diffusen Infektionen geht auf illegale Zusammenkünfte zurück, die verschwiegen werden? Fünf Monate Durchhalteappelle "nur, ein paar Wochen noch" und eine Pandemiebekämpfung wie in Pestzeiten (isolieren, einsperren, verbieten, behandeln) mit mäßigem Erfolg - das kann nur in die Hose gehen. Sowohl die Durchhaltefraktion wie die Ein-bisschen-geht-noch-Fraktion lügen sich in die Tasche.

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