Wirtschaft Sonneberger Stadtrat stimmt für umstrittenes Industriegebiet

Der Sonneberger Stadtrat hat am Donnerstagabend für den Bau eines umstrittenen Gewerbegebietes gestimmt. Kritik an der Entscheidung kommt von Anwohnern, Landwirten und der Vorsitzenden des Petitionsausschusses.

Geplante Gewerbefläche im Industriegebiet H2-Region Thüringen/Franken
Die etwa 100 Hektar große Fläche in Sonneberg soll für ein Gewerbegebiet erschlossen werden. Bildrechte: Stadt Sonneberg

Der Sonneberger Stadtrat hat grünes Licht für das umstrittene Industriegebiet Süd gegeben. Am Donnerstagabend hat der Stadtrat den Bebauungsplan beschlossen. Zuvor wurden sämtliche Stellungnahmen für und gegen die Erschließung verlesen.

Protest gegen Versiegelung

Gegen das neue Gewerbegebiet gibt es Widerstand, weil für den Bau rund 80 Hektar Ackerflächen versiegelt werden müssen. Anwohner und Landwirte wehren sich auch mit einer Petition gegen das Vorhaben. Ein Termin für die Anhörung steht noch nicht fest.

Nach Angaben von Bürgermeister Heiko Voigt (parteilos) ist das neue Gewerbegebiet dringend notwendig. Sämtliche Industrieflächen in der Stadt seien belegt. Die neue Fläche werde zudem nur je nach Bedarf erschlossen. Bis sie vollständig belegt sei, würden Jahrzehnte vergehen.

Kritik aus dem Petitionsausschuss

Die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Anja Müller (Linke), kritisierte den Beschluss des Sonneberger Stadtrates scharf. Dass Entscheidungsträger noch vor Abschluss einer so in der Öffentlichkeit diskutierten Petition Fakten schaffen, habe es so noch nicht gegeben. Das zeuge von wenig Respekt gegenüber den Unterstützern der Petition.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Oktober 2021 | 06:30 Uhr

11 Kommentare

emlo vor 5 Wochen

@Harka2: Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass sich dort Industrie ansiedelt? Das ist ein Gewerbegebiet, genau wie in Cretzschwitz am Rande von Gera. Und dieser Acker scheint ja auch nicht gerade im Zentrum von Sonneberg zu liegen. Flächenversiegelung liegt übrigens in beiden Fällen vor.

Harka2 vor 6 Wochen

@emlo
Der Amazonstandort fernab von Gera hat ja nun mal so gar nichts mit möglichen Industrieansiedlungen in Sonneberg zu tun. Bei Amazon ging es um eine von Gera weit entfernte Infrastruktur, die nicht vorhanden ist, in Sonneberg geht es um tatsächliche regionale Arbeitsplätze.

emlo vor 6 Wochen

@Harka2: Waren es nicht Sie, der/die erst kürzlich gegen den neuen Amazon-Standort in Gera gewettert hat?! Sie können sich wohl nicht entscheiden, was Sie wollen?
Ich kenne die Lage in Sonneberg zwar nicht, habe aber meine Zweifel, dass die Industrieflächen dort ausgebucht sind. Fast überall im Osten gibt es jede Menge alter Industriebrachen. Warum nutzt man nicht vorrangig diese Flächen, statt immer wieder bisher unversiegelte Flächen zu beanspruchen? Wir versiegeln in Deutschland trotz schrumpfender Bevölkerung immer mehr Flächen und wundern uns dann über Hochwasser. Irgendwann muss dieser Wahnsinn doch mal aufhören. Und wenn schon neue Flächen beansprucht werden (weil sie z.B. verkehrsgünstiger oder außerhalb von Wohngebieten liegen), dann müssten zum Ausgleich wenigstens ehemalige Gewerbeflächen entsiegelt und renaturiert werden, und zwar auf Kosten der Firmen, die die neuen Flächen in Anspruch nehmen.

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