Wiederholungstäter Kängurus aus Sonneberger Tierpark weiter auf der Flucht

Im Sonneberger Tierpark sind beide Kängurus auf Abwegen. Die Tiere waren immer wieder ausgebrochen. Auch ein höherer Zaun half nichts. Doch abends kommen sie regelmäßig zurück, weil Futter auf sie wartet.

Ein leeres Gehege im Tierpark Sonneberg. Hier werden die beiden Kängurus gefüttert
Das leere Gehege im Tierpark Sonneberg. Hier werden die beiden Kängurus gefüttert. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Wie Tierparkleiterin Doreen Heymann MDR THÜRINGEN sagte, konnten die beiden ausgebüxten Bennett-Kängurus bislang noch nicht eingefangen werden. Das Forstamt sowie die Polizei sind informiert.

Geflüchtete Kängurus kommen regelmäßig in Tiergarten zurück

Die Tiere halten sich nach Angaben von Heymann in der Nähe des Tierparks im Sonneberger Ortsteil Neufang auf. Damit das auch so bleibt, gibt es jeden Abend Futter im Gehege, was die beiden Ausbruchskünstler Dusty und Skippy auch regelmäßig nutzen. Doch scheiterten mehrfach Versuche, die intelligenten Tiere dabei etwa mit einem Netz oder einem Betäubungspfeil zu fangen.

Doreen Heymann ist Leiterin des Tierparks Sonneberg
Doreen Heymann ist Leiterin des Tierparks Sonneberg. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Die Kängurus leben seit 2017 in dem kleinen Tierpark, dar der Stadt gehört, und sind seitdem immer wieder ausgebrochen. Erst als der Zaun erhöht wurde, war für längere Zeit Ruhe. Im Februar allerdings fiel bei einem Sturm ein Baum auf den Zaun, so dass die Tiere wieder entwischen konnten. Erst nach einigen Wochen wurden sie wieder eingefangen.

Tierische Ausbruchskünstler

Wie die Kängurus ihren jüngsten Ausbruch am Sonntag geschafft haben, sei schleierhaft, so Heymann wörtlich. Im 1,80 Meter hohen Maschendrahtzaun gebe es keine Lücken.

Ein Emu hinter einen Zaun im Tierpark Sonneberg
Nur der Emu ist noch da. Von den Kängurus fehlt jedoch jede Spur. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Dusty und Skippy sind etwa einen Meter groß und scheu. Wer die Tiere sieht, sollte sich bei der Polizei oder direkt im Tierpark melden. Heymann rät davon ab, die Tiere auf eigene Faust zu fangen. So könnten die verängstigten Kängurus noch weiter weg flüchten. Das möchte der Tierpark auf jeden Fall vermeiden.

Beim Baden im Pool betäubt

Schon im vergangenen Jahr büxten die drei Kängurus Speedy, Dusty und Skippy aus ihrem Gehege aus. Ein Eingreifen der Polizei war damals aber nicht nötig, da die Tiere nach wenigen Tagen in ihr Zuhause zurückkehrten. Eines der Tiere verstarb später.

Känguru
Ein Bennett-Känguru (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO / McPHOTO

Anders lief es im Jahr 2020, als das etwa 30 Kilo schwere Bennet-Känguru-Männchen Speedy ausgerissen war. Nachdem es in einem privaten Garten ein Bad in einem aufblasbaren Pool genommen hatte, wurde es von der Polizei betäubt und eingefangen. Der Tiergarten hatte damals angekündigt, den Zaun um das Gehege erhöhen zu wollen.

MDR (be/rom)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Mai 2022 | 21:00 Uhr

1 Kommentar

Harka2 vor 4 Wochen

Im Erfurter Zoo haben sie mit Geparden ähnliche Erfahrungen gemacht. In sämtlicher Fachliteratur steht zu lesen, dass Geparden zwei Meter hohe Zäune nicht überspringen können. Blöd nur, dass der Gepardenkater Gelib nicht lesen kann und es deshalb nicht wusste. Beim zweiten Ausbruch sprang er vor den Augen des damaligen Direktors aus dem Stand drei Meter hoch.

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