Trinkwasserschutz Talsperre Scheibe-Alsbach: "Schwarzbadern" drohen hohe Strafen

Die Talsperre Scheibe-Alsbach ist eines der schönsten Fleckchen in der Region Sonneberg. Wohl so schön, dass manche Schilder von einigen Besuchern nicht geachtet werden.

Die Talsperre Scheibe-Alsbach.
Die Talsperre Scheibe-Alsbach ist nicht für den Badespaß geeignet. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Die Liste der Verbote ist lang. Hier an der Talsperre Scheibe-Alsbach im Landkreis Sonneberg ist eigentlich nur die Nutzung der Wanderwege erlaubt. Seit 1986 ist der ehemalige Floßteich ein Trinkwasser-Reservoir. Die Nutzung als halb legaler Badesee sei aber in der Region noch in guter Erinnerung, sagt Staumeister Matthias Lödel: "In den Köpfen der älteren Leute steckt das halt noch drin, dass das ein Erholungsgebiet ist."

Ein Rastplatz mit Holzbank und -tisch.
Rund um den See ist Erholung durch aus möglich. Nur der direkte Uferbereich und der Sprung ins Wasser bleiben verboten. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Talsperre Scheibe-Alsbach: Vermeintlicher Geheimtipp für Nacktbader

Zwar träfe man vor allem Urlauber und jüngere Leute beim illegalen Baden. Die Tipps dazu kämen aber oft von Einwohnern aus der Region, so Lödel. Selbst ein Internet-Reiseführer erwähnt den See als Geheimtipp für Nacktbader. Die zahlreichen Schilder am Ufer sprechen jedoch eine andere Sprache.

Screenshot einer Google-Suche.
Talsperre Scheibe-Alsbach: ein Geheimtipp für Nacktbader, der teuer werden kann. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Entsprechend schuldbewusst verhalten sich "Schwarzbader", wenn sie erwischt werden. Sobald die Kontrolleure bemerkt werden, verlassen die Menschen das Wasser und tun so, als würden sie sich nur am Ufer ausruhen, erzählt der Talsperrenmeister. Doch auch die Nutzung des Uferbereiches ist nicht gestattet.

Strafen bis zu 50.000 Euro

Mit einer Allgemeinverfügung hatte das Landratsamt Sonneberg im Jahr 2020 das Betreten und Befahren des Uferbereiches verboten. Strafen bis zu 50.000 Euro drohen bei Verstößen gegen die Regeln am See. Seit einiger Zeit macht auch ein Wachdienst seine Runden. Eine Rundumüberwachung sei aber nicht möglich, sagt Pressesprecher Michael Volk. "Wichtig wäre daher, dass die Menschen das einfach achten."

Gefährliche Keime im Intimbereich

Auch Janine Dinske von der Thüringer Fernwasserversorgung findet die Nutzung des Trinkwasser-Reservoirs als Badegewässer äußerst bedenklich. Im schlimmsten Fall könnten Keime ins Trinkwasser geraten. Von denen gebe es auf der menschlichen Haut eines einzigen Körpers Milliarden. Besonders gefährlich seien einige Mikroben im Intimbereich, unter den Achseln oder zwischen den Zehen.

Vier Menschen stehen vor einem Gewässer.
Anne Barthel, Janine Dinske, Michael Volk, Matthias Lödel (v.l.n.r.) Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Das Hauptproblem sei der deutlich erhöhte Aufwand bei der Wasseraufbereitung, der durch die fremden Keime im Wasser entsteht. Diese befänden sich auch auf den Körper von Hunden. Deswegen gilt auch für Haustiere ein strenges Badeverbot. Auch das Betreten des Uferbereiches führe zu deutlich mehr Erosion und somit zu einer Verschmutzung des Trinkwassers, so Dinske.

Das Wandern am Stausee ist jedoch erlaubt. Mehrere markierte Wanderwege kreuzen die malerische Talsperre. Urige Holzbänke- und Tische ermöglichen Rasten mit Blick auf den See. Für Badewillige hat der MDR hier einige Freibäder in der Region aufgelistet.

MDR (nis/fno/cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 03. Juli 2022 | 06:00 Uhr

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