Bundestagswahl 2021 Thüringer CDU-Spitze will mit Kreisverbänden über Maaßen-Kandidatur diskutieren

Die Ankündigung des früheren Verfassungsschutz-Chefs Hans-Georg Maaßen, für einen Südthüringer Wahlkreis bei der Bundestagswahl zu kandidieren, stößt in der CDU auf ein geteiltes Echo. Landeschef Christian Hirte will sich nach Ostern mit den vier Südthüringer Kreisvorsitzenden beraten.

Hans-Georg Maaßen
Hans-Georg Maaßen war seit 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Thüringer CDU-Spitze will mit den Südthüringer Kreisvorsitzenden über einen geeigneten Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Suhl/Schmalkalden-Meiningen/Hildburghausen/Sonneberg beraten. Wie am Freitag aus Parteikreisen verlautete, wollen sich CDU-Landeschef Christian Hirte und die vier Südthüringer Kreisvorsitzenden am kommenden Mittwoch in Suhl treffen. Dabei soll es auch um die Personalie Hans-Georg Maaßen gehen.

CDU-Landeschef Christian Hirte twitterte am Freitag, dass die Entscheidung über den Bundestagskandidaten satzungsgemäß bei den Delegierten der vier CDU-Kreisverbände in Südthüringen liege. Wie aus Parteikreisen verlautete, wollen sich Hirte und die vier Südthüringer Kreisvorsitzenden am kommenden Mittwoch in Suhl treffen. Dabei soll es auch um die Personalie Hans-Georg Maaßen gehen.

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes war von mehreren Kreisverbänden nach eigenen Angaben gebeten worden, für den Wahlkreis zu kandidieren. In diesem war bei der Bundestagswahl 2017 der mittlerweile aus der Partei ausgetretene Mark Hauptmann gewählt worden, gegen den in der Maskenaffäre der Union ein Ermittlungsverfahren läuft.

Suhler CDU uneins über Personalie Maaßen

Allerdings ist Maaßens Kandidatur in der Thüringer CDU umstritten. So ist die Suhler CDU in der Frage offenbar gespalten. Auf Facebook sagten Maaßen unter anderem Stadtratsfraktionschef Marcus Kalkhake und der stellvertretende Fraktionschef Tobias Uske ihre volle Unterstützung zu.

Der amtierende Suhler CDU-Kreisvorsitzende Martin Kummer äußerte sich zurückhaltend. Suhl werde nur einen Kandidaten unterstützen, der weder mit Linkspartei noch AfD zusammenarbeiten wolle, sagte er MDR THÜRINGEN. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Matthias Gering sprach sich im Freien Wort für einen Kandidaten aus der Region aus. Über den Vorstoß aus Hildburghausen zeigte er sich laut Zeitung "irritiert."

Von der Hildburghäuser CDU hieß es, Maaßen sei ein ganz normales CDU-Mitglied und könnte mit seiner Bekanntheit den Wahlkreis gewinnen. Laut CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen handelt es sich bei der Personalie um einen Kandidatenvorschlag für die noch ausstehende Nominierungsveranstaltung.

Ostbeauftragte der Bundesregierung kritisiert Kandidatur

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, kritisierte unterdessen Maaßens Kandidatur scharf. "Das ist Irrsinn", sagte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Aus meiner Sicht ist Herr Maaßen in Stil und Inhalt schon länger nicht mehr kompatibel mit der Christlich-Demokratischen Union", fügte Wanderwitz hinzu.

Thüringer Landesvorstand schweigt bisher zu Maaßen

Der Thüringer CDU-Landesvorstand hat sich auf Nachfrage bislang nicht zur Kandidatur Maaßens geäußert. Als Verfassungsschutzpräsident war Maaßen seinerzeit massiv in die Kritik geraten, weil er bezweifelt hatte, dass es nach der Tötung eines Deutschen in Chemnitz zu "Hetzjagden" auf Ausländer kam. Im November 2018 hatte ihn Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. April 2021 | 16:00 Uhr

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