Trotz Corona-Warnstufe Keine Verschärfung von Corona-Regeln in Suhl

Seit Sonntag gilt für die Stadt Suhl Corona-Warnstufe eins. Für diesen Fall sieht der Eindämmungserlass der Landesregierung eine Verschärfung der Corona-Regeln vor. Die Stadt geht einen anderen Weg.

Die Stadt Suhl wird trotz der Corona-Warnstufe eins keine strengeren Regeln erlassen. Das teilte die Stadtverwaltung am Montagabend nach einer Sitzung des Krisenstabes mit. Das Infektionsgeschehen in Suhl sei nicht diffus, sondern lasse sich zum Großteil auf fünf Cluster zurückführen, hieß es zur Begründung. 

Die Hälfte der positiv Getesteten gehöre zum Umfeld von vier Familien. Weitere 27 Prozent der Fälle seien in der Erstaufnahmeeinrichtung festgestellt worden. Die Betroffenen wurden dort unter Quarantäne gestellt. Angesichts dieser klar eingrenzbaren Situation würden weiterführende Maßnahmen "als unverhältnismäßig und nicht notwendig erachtet".

Oberbürgermeister André Knapp hatte bereits vor der Sitzung darauf hingewiesen, dass das Infektionsgeschehen in der Stadt lokal begrenzt sei. Daher seien breit angelegte Auflagen wie Kontaktbeschränkungen oder die 3G-Regel in Gaststätten nach derzeitigem Stand nicht notwendig.

Thüringer Warnstufensystem sieht 3G-Regel vor

Suhl geht damit ein anderen Weg als im Thüringer Warnstufensystem vorgesehen. Im Eindämmungserlass der Landesregierung steht, dass bei Erreichen der Warnstufe eins zum Beispiel Menschen nur dann in Gaststätten oder Fitnessstudios dürfen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Laut Oberbürgermeister Knapp geht es darum, eine Balance zu finden zwischen dem Schutz vor einer Infektion und möglichst geringen Eingriffen in die Grundrechte.

In Suhl lag die Inzidenz bei Neuinfektionen am Montag bei 71 - der höchste Wert in Thüringen. Die Zahl der wöchentlichen Klinikfälle je 100.000 Einwohner wurde mit 8,2 angegeben. Dagegen hat der Kreis Hildburghausen eine neue Allgemeinverfügung mit schärferen Regeln erlassen. In vielen Inneneinrichtungen tritt dort ab Dienstag die 3G-Regel in Kraft.

Quelle: MDR/nis,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Süd-Thüringen | 05. September 2021 | 20:00 Uhr

29 Kommentare

Bria21 vor 5 Wochen

Critica/Lulu123
Also nochmal deutlich:
Ich bin froh, dass der Oberbürgermeister es nach langer Diskussion geschafft hat, die Suhler Bürger vor den verschärften Regeln zu bewahren. Ich befürchte aber, dass, eben weil man die Bewohner der Erstaufnahme nicht im Griff hat und die diesbezüglichen Hilferufe des OB von der Landesregierung irgnoriet wurden und werden, sich die Infektion bald in der ganzen Stadt ausbreiten wir.,Deshhal hoffe ich auf verschärfte , wirkungsvolle Maßnahmen in dieser Einrichtung, damit eben nicht ein ganzer LK darunter leiden muss.
Ich hoffe Sie lesen und verstehen das jetzt richtig.

Critica vor 5 Wochen

Bria, können Sie nicht lesen und das Gelesene nicht verstehen?
Dann noch einmal: Es kann nicht ein ganzer Landkreis einesperrt werden, weil es nicht gelingt, die - wie Sie beschreiben - infizierten Flüchtlinge "im Zaum zu halten". Wer hat da versagt?
Wohl nicht die Bürger von Suhl... Wohl eher diejenigen, die ungebremst Flüchtlinge ins Land holen und dann nicht wissen, wohin mit ihnen. Also...

Lulu123 vor 5 Wochen

Glauben Sie,wenn man sich vor etwas nicht fürchtet,passiert es auch nicht?
Warum bleiben nicht die zu Hause,die nicht bereit sind, Rücksicht auf die Allgemeinheit zu nehmen. Dann haben es alle wesentlich einfacher.

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