Cyberangriff Stadtverwaltung Suhl ohne Zugriff auf Daten

Die Suhler Stadtverwaltung ist Opfer eines Cyberangriffes geworden. Wie Oberbürgermeister André Knapp (CDU) MDR THÜRINGEN sagte, ermittelt das Landeskriminalamt.

Eingeschränkt arbeitsfähig

Bis auf Weiteres könne auf digitale Daten und Systeme nicht zugegriffen werden. Die Verwaltung sei daher nur eingeschränkt arbeitsfähig. In dringenden Fällen bleibe nur das Telefon. Derzeit wird laut Oberbürgermeister versucht, die Daten wiederherzustellen.

Tatsächliche Angreifer oft kaum zu ermitteln

Nach den Worten von Hans-Wilhelm Dünn vom Verein "Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V." hat es in den vergangenen Monaten zahlreiche solcher Hackerangriffe auf Verwaltunge von Kommunen, Ministerien oder Einrichtungen sogenannter kritischer Infrastruktur wie etwa Krankenhäuser gegeben. In vielen Fällen sei es schwierig festzustellen, wer hinter solchen Angriffe stecke. Das könnten entweder Kriminelle sein oder auch Geheimdienste anderer Staaten.

Hans-Wilhelm Dünn, Präsident Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.
Hans-Wilhelm Dünn, Präsident Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist schwer zu schauen, wer ist eigentlich der Angreifer hinter dem Computer?

Hans-Wilhelm Dünn, Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.

In den letzten Jahren sei festgestellt worden, "dass kriminelle Gruppen in unseren Systemen trainieren". Man könne davon ausgehen, dass beispielsweise deutschlandweit Stadtwerke infiltriert worden seien, "dass genau geguckt wurde, wo sind Einfallstore, Schwachstellen". Diese Erkenntnisse könnten dann im Fall einer Auseinandersetzung genutzt werden, um die Bevölkerung etwa von der Versorgung "abzuklemmen".

MDR (ds/dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Süd-Thüringen | 10. März 2022 | 15:00 Uhr

6 Kommentare

Tschingis1 vor 16 Wochen

@nasowasaberauch
Zunächst brachten sie das Beispiel von USB Anschlüssen ins Spiel.
Und eine Firewall schützt nur bedingt, wenn sie überhaupt Internetverkehr zulassen wollen.

nasowasaberauch vor 16 Wochen

@Tschingis1 Mailverkehr läuft doch auch über Internet und eine ordentliche Firewall davor macht es den Konsorten schwerer. Außerdem, wozu brauchen die Mitarbeiter USB oder andere Laufwerke? Es gibt doch Arbeitsplatzkomputer nur mit Netzwerkverbindung zum Server wie z.B. in den Banken und dort wird jede Mail gefilzt.

Tschingis1 vor 16 Wochen

@nasowasaberauch
Dass, was sie sagen ist zu kurz gedacht.
Die USB Anschlüsse sind meist gesperrt und nicht jeder erhält eine Berechtigung. Das Problem liegt imho im Mailverkehr. Hier ist durch Anhänge das Einfallstor mitzusuchen. Vor ein paar Wochen wurde eindringlich gewarnt vor Mails einer Stadt mit Anhängen, da hier Schadsoftware versandt wurde. Die Absenderadresse wurde nur ganz leicht verändert. Und wenn man da nicht genau hinschaut, ist es passiert.

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