Masken- und Lobbyismusaffäre Thüringer Justiz prüft Ermittlungen gegen Mark Hauptmann

Nach Korruptionsvorwürfen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann sein Mandat niedergelegt. Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Anfangsverdacht wegen Bestechlichkeit gegen den Politiker vorliegt.

Mark Hauptmann (CDU/CSU) spricht bei der 125. Sitzung des Deutschen Bundestages.
Der CDU-Politiker Mark Hauptmann im Bundestag (Archivfoto). Bildrechte: dpa

Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft prüft, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann eingeleitet wird. Wie eine Sprecherin MDR THÜRINGEN sagte, geht es um den Anfangsverdacht der Bestechlichkeit.

Laut Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich bei der Prüfung noch nicht um ein Ermittlungsverfahren. Dieses könne die Behörde derzeit schon deshalb nicht einleiten, weil der Abgeordnete noch parlamentarische Immunität genieße.

Zwar habe dieser seinen Rücktritt vom Mandat angekündigt. Allerdings dauere es eine bestimmte Zeit, bis dieser Vorgang formal vollzogen sei. Nach Angaben der Behördensprecherin wurde die Prüfung bereits am vergangenen Donnerstag eingeleitet.

Vorwürfe gegen CDU-Politiker Mark Hauptmann

Der CDU-Politiker aus Suhl hatte nach Korruptionsvorwürfen am vergangenen Donnerstag sein Bundestagsmandat niedergelegt. Er begründete den Schritt mit Anfeindungen gegen ihn und seine Familie.

Bei den Vorwürfen geht es unter anderem um Anzeigen von aserbaidschanischen Stellen im von Hauptmann herausgegebenen "Südthüringer Kurier". Hauptmann gibt an, von ausländischen Stellen weder Geld bekommen zu haben noch in seinem politischen Handeln beeinflusst worden zu sein.

Später wurde bekannt, dass er Corona-Schutzmasken einer Frankfurter Firma an Landkreise vermittelt haben soll. Hauptmann bestreitet, dafür eine Provision bekommen zu haben. Allerdings erhielt der Suhler CDU-Kreisverband eine Spende dieser Firma in Höhe von 7.000 Euro. Hauptmann war der Vorsitzende des Kreisverbandes.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. März 2021 | 17:00 Uhr

4 Kommentare

Thomas S. vor 30 Wochen

Ich finde es unmöglich, dass so etwas verbreitet wird. Es gibt kein Verfahren, keinen Anfangsverdacht, nichts greifbares und trotzdem veröffentlicht die Staatsanwaltschaft so eine Mitteilung, die alle dankbar als Vorverurteilung aufnehmen. Wenn man schon so etwas berichtet, dann bitte auch Zahlen, wie oft im letzten Jahr Polizei und Staatsanwaltschaft geprüft haben, ob Ermittlungen gemacht werden, OHNE dass ermittelt wurde. Und zwar bei alles Bürgern, nicht nur beim Bürger Berufspolitiker. Alls andere führt doch nur zu dankbarer Hetze im Netz.

martin vor 30 Wochen

"Da weiß man schon vorher, was danach rauskommt." - Den Inhalt würde ich eher auf einige der werten Mitkommentatoren als auf das Prüfergebnis der Generalstaatsanwaltschaft beziehen.

Erichs Rache vor 30 Wochen

"Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Anfangsverdacht wegen Bestechlichkeit gegen den Politiker vorliegt."

Da weiß man schon vorher, was danach rauskommt. Ergebnisoffen ist etwas anderes

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