Cyberkriminalität Landeskriminalamt ermittelt nach Hackerangriff auf Suhler Rathaus

Nach dem Hackerangriff auf das Suhler Rathaus ermittelt nun das Landeskriminalamt. Die Schäden werden nach und nach repariert. Sämtliche Ämter in der Stadtverwaltung können momentan nicht arbeiten. Die Stadt hat einen Krisenstab gebildet.

Nach dem Hackerangriff auf das Suhler Rathaus ermittelt nun das Thüringer Landeskriminalamt. Auf digitale Attacken spezialisierte Polizisten seien noch dabei, das genaue Ausmaß des Schadens zu analysieren, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Freitag. Der Angriff auf die Suhler IT-Systeme sei mit Blick auf die jüngere Vergangenheit der erste derartige Fall auf eine kommunale Verwaltung in Thüringen.

Das Alte Rathaus von Suhl
Die Suhler Stadtverwaltung sitzt unter anderem im alten Rathaus. Bildrechte: dpa

Verwaltung in Suhl bildet Krisenstab

Laut Bürgermeister André Knapp (CDU) hat die Stadtverwaltung einen Krisenstab gebildet. Bei dem Hackerangriff seien auch das Waffenmuseum und die Stadtbücherei angegriffen worden. Sämtliche Ämter in der Stadtverwaltung können momentan nicht arbeiten.

Die Suhler Stadtverwaltung arbeite nach dem Cyberangriff an einem Notfallsystem, sagte Knapp. Das Gesundheits- und das Sozialamt haben dabei höchste Priorität. Die Schäden werden jetzt nach und nach repariert. Vor allem müsse gesichert werden, dass schnell wieder Zahlungen geleistet werden können. Knapp geht allerdings davon aus, dass mehrere Monate vergehen, bis die Stadtverwaltung wieder normal arbeiten kann.

Die Mitarbeiter im Rathaus sind derzeit nur per Telefon zu erreichen. Auch das interne Mailsystem wurde lahmgelegt. Termine in der Meldebehörde, der Kfz-Zulassung sowie der Fahrerlaubnisbehörde müssen verschoben werden. Noch ist unklar, ob sensible Daten abgegriffen wurden.

IT-Experten rechnen mit mehr Hackerangriffen

Die Schäden werden jetzt nach und nach repariert. Vorrang haben demnach das Gesundheitsamt, das Sozialamt, das Bürgeramt sowie das Testzentrum im Congress Centrum.  

Angesichts des Krieges in der Ukraine rechnen IT-Experten mit größeren Cyber-Attacken auch in Thüringen. Laut Cyber-Sicherheitsrat Deutschland könnten öffentliche Einrichtungen, wie Kraft- und Wasserwerke aber auch Unternehmen Ziel von Hackerangriffen werden.

MDR (dvs)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. März 2022 | 09:00 Uhr

3 Kommentare

Jet-Man vor 38 Wochen

Dort steht, dass sie die Verwaltung des Landes unterstützt, aber nicht die der Kommunen. Viele Mails sind heute täuschend echt. Es ist schnell mal was passiert...

Tschingis1 vor 38 Wochen

Suchen Sie bitte nach Thüringer Landesrechenzentrum und dann sind Sie auch schlauer.

Das Einfallstor sitzt vor dem PC und achtet imho nicht genau auf die Schreibweisen der E-Mailabsender.

Jet-Man vor 38 Wochen

Seit einem Jahrzehnt sind Cyberangriffe bekannt. Wenn die Städte und Landkreise es nicht schaffen, sich zusammen zu tun und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen, wird das Problem nicht gelöst werden. Für die Abwehr braucht es Know-how. One Man-Shows helfen heute nicht mehr weiter!

Mehr aus der Region Suhl - Schmalkalden - Meiningen

Mehr aus Thüringen

Fussball 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK