Toben ohne Leine Suhler Tierfreunde kämpfen für Hundeparks

In Suhl fordern Hundebesitzer Parks für Hunde, in denen die Tiere ohne Leine laufen und miteinander spielen können. Die Stadtverwaltung findet die Idee grundsätzlich gut. Bei Fragen zur Finanzierung besteht allerdings Uneinigkeit.

Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative Hundepark in Suhl
Die Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative "Hundepark in Suhl": Manuel mit seinem Hund Rocky (Bildmitte) sowie Stefan und Veronika. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Rocky ist ein Energiebündel. Er hüpft auf und ab, wedelt mit dem Schwanz und zieht an der Leine. Richtig toben kann er auf der Stadtwiese in der Suhler Aue nicht. Es besteht Leinenzwang. De facto gäbe es kaum einen Ort, wo Rocky flitzen darf, klagt Herrchen Manuel: "Hunde müssen miteinander in soziale Interaktion treten können. An der Leine ist das große Problem, dass die Besitzer oft ihre Ängste über die Leine auf den Hund übertragen." Das Resultat seien gestresste Tiere und gestresste Hundebesitzer.

Wenig Auslaufmöglichkeiten für Hunde

Die Regeln für Hundehalter sind in Thüringen vergleichsweise streng. In den Wäldern dürfen Hunde generell nicht frei herumlaufen - unabhängig von Brut- und Setzzeiten. Und auch im Stadtgebiet heißt es meistens: Hunde an die Leine. Manuel liebt seinen Australian Shepherd Rocky sehr. Aus diesem Grund hat er gemeinsam mit anderen Hundebesitzern die Bürgerinitiative "Hundepark in Suhl" gegründet.

Sie fordern eingezäunte Hundeparks, in denen die Vierbeiner ihrem Drang nach Bewegung und gemeinsamen Herumtollen freien Lauf lassen können - ohne, dass Spaziergänger gestört werden. Manuel und seine Mitstreiter sehen die Stadt in der Pflicht, die Hundeparks zu finanzieren, weil alle davon profitieren können, so das Argument. Ihr Vorschlag lautet, Gelder aus der Hundesteuer für die Einrichtung der Hundeparks zu verwenden.

Die Stadt findet die Idee grundsätzlich gut

Manuel und sein Hund Rocky
Manuel mit seinem Hund Rocky. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Die Stadt findet die Idee Hundeparks einzurichten grundsätzlich gut. Mit Blick auf die Finanzierung gebe es allerdings Probleme, sagt Sprecherin Ingrid Pabst. Zunächst seien Steuern nicht zweckgebunden. Das heißt, die durch die Hundesteuer eingenommenen Gelder stünden dafür nicht zur Verfügung.

Darüber hinaus sei die Liste der Bürgeranliegen lang, das Geld in der Stadtkasse allerdings knapp: "Leider kann die Stadt nicht alles finanzieren, was sie will. Es muss immer abgewägt werden", sagt Pabst. Die Stadt hat der Bürgerinitiative den Vorschlag gemacht, einen Verein zu gründen, um darüber die nötigen Gelder für das Vorhaben zu akquirieren. Manuel und seine Mitstreiter lehnen das aber ab, weil sie nicht in Konkurrenz mit den bestehenden Vereinen treten wollen.

Suche nach Lösungen geht weiter

Die Bürgerinitiative will jetzt Unterschriften sammeln, um zu zeigen, dass es viele Menschen gibt, die die Idee gut finden: "Wir haben uns schlau gemacht und herausgefunden, dass es über 1.000 Hunde in Suhl gibt. Und durch Corona gibt es einen zusätzlichen Boom", sagt Manuel. Sobald sie mehr Unterstützer haben, wollen sie erneut an die Stadt herantreten. In der Zwischenzeit wollen die Hundebesitzer aber auch zeigen, dass die Bürgerinitiative nicht nur Forderungen stellt, sondern auch etwas für die Gemeinschaft tut.

Schon zweimal hat sich die Gruppe getroffen, um Müll auf öffentlichen Wiesen einzusammeln. Stadtsprecherin Pabst begrüßt das weitere Engagement: "Wir können uns jederzeit gemeinsam an einen Tisch setzen und nach passenden Lösungen suchen." Nötig sei es jedoch, dass die Bürgerinitiative versteht, dass eine Finanzierung über die Hundesteuer nicht möglich sein wird.

Auch heute hat die Gruppe wieder mehrere Säcke voll Müll und Glasflaschen eingesammelt. Auch wenn die Hundeparks noch nicht in greifbarer Nähe sind, bleiben so wenigstens die Pfoten von Rocky und seinen Kollegen heil.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Nachmittag | 13. März 2021 | 14:40 Uhr

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