Eingeschlagene Fenster Polizeieinsatz in Suhl: Randale in Erstaufnahmestelle

In der Flüchtlingsaufnahme auf dem Suhler Friedberg haben Montagnacht mehrere Flüchtlinge randaliert. Dabei gingen Fenster und Türen zu Bruch. Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar.

Menschen gehen hinter einem Bauzaun entlang
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Wie die Beamten mitteilten, hatte der Wachschutz einen Notruf abgesetzt, weil ein Mann die Sicherheitsleute angreifen wollte. Als er in Gewahrsam genommen wurde, randalierten andere Bewohner in der Unterkunft. Türen und Fenster wurden eingetreten und ein Feuerlöscher aus dem Fenster entleert.

Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei konnte die Lage beruhigt werden. Weitere vier Männer wurden vorläufig festgenommen. Nach Abschluss der Vernehmungen wurden die fünf Betroffenen wieder entlassen. Gegen sie wird weiter ermittelt. Über die Höhe des verursachten Sachschadens machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Menschen gehen hinter einem Bauzaun entlang
In der Erstaufnahmestelle in Suhl kam es Montagnacht zu Randalen. Bildrechte: WichmannTV

Immer wieder gibt es Unruhen

Schon in der Vergangenheit war es in der Einrichtung mehrfach zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. So waren im April vergangenen Jahres nach Informationen der Polizei etwa 50 Bewohner aufeinander losgegangen. Unter anderem schlugen sie mit Latten und Eisenstangen aufeinander ein. Ein Mann erlitt damals Stichverletzungen und kam ins Krankenhaus.

Anschuldigungen auch gegen Wachpersonal

Doch auch gegen Wachleute gab es Anschuldigungen. So berichtete der Flüchtlingsrat Thüringen im Oktober 2020, in dem Heim sei es mutmaßlich zu einem Übergriff von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes auf eine Familie gekommen. Dem sollen Beschwerden einer anderen Familie über diese Familie vorausgegangen sein. Die Situation sei schließlich derart eskaliert, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mindestens einer Frau ein Handy mit Gewalt entrissen und sie im Beisein ihrer Kinder geschlagen haben sollen. Nach dem Vorfall wurden drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus der Einrichtung abgezogen.

Mitte Dezember kam es im Zuge von verhängten Hygienemaßnahmen zu Ausschreitungen. Bewohner hatten rebelliert, nachdem für etwa 40 von ihnen eine Quarantäne verhängt worden war. Zuvor waren mehrere Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Dass es in der Einrichtung immer wieder Straftaten gebe, liegt nach Auffassung von Thüringens Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) maßgeblich daran, dass dort so viele unterschiedliche Menschen für eine nur relativ kurze Zeit zusammenkommen. "Wer das negiert, ist nicht bereit, die Wirklichkeit zu erkennen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur im September.

Offenbar Wechsel bei Heim-Zuständigkeit

Die Zuständigkeit für die Erstaufnahmeeinrichtung soll offenbar künftig an ein neues Amt übertragen werden. Demnach werde mittelfristig ein noch zu bildendes Landesamt für Integration, Migration und Flüchtlinge die Verantwortung übernehmen. Eine entsprechende Kabinettsvorlage soll voraussichtlich im Januar erarbeitet werden. Bisher ist das Landesverwaltungsamt für das Heim zuständig. Hintergrund für die Pläne sind offenbar die jüngsten Unruhen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Januar 2021 | 07:00 Uhr

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