Migrationsminister Adams Suhler Erstaufnahme-Stelle für Flüchtlinge bleibt - Sicherheit verstärkt

Allein in den vergangenen zwei Monaten gab es in Suhl nach Auskunft der Suhler Landespolizeiinspektion 17 Straftaten. Zumeist waren das Einbrüche, Ladendiebstähle oder Autoaufbrüche. In acht Fällen konnten Tatverdächtige ermittelt werden. Alle acht waren zu jenem Zeitpunkt Bewohner der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete. Jetzt soll ein neues Landesamt für Migration auch solche Probleme angehen. Doch wann das Amt seine Arbeit aufnimmt, ist ungewiss.

Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl
Die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Suhl Bildrechte: dpa

Seitdem die Zahl der Einbrüche in den Wohngebieten rund um die Suhler Erstaufnahme dramatisch gestiegen ist, hat die Polizei ihr Aufgebot massiv verstärkt. Zwei Sonderdezernate wurden von Polizei und Staatsanwaltschaft eingerichtet. Nach Angaben von Migrationsminister Dirk Adams hat der massive Einsatz Früchte getragen.

Dirk Adams
Thüringens Migrationsminister Dirk Adams (B90/Die Grünen) Bildrechte: imago images / Steve Bauerschmidt

Nach der Kabinettsitzung am Dienstag sagte er, dass die Einbruchsserie deutlich zurückgegangen, wenn nicht sogar gestoppt ist. Bei der starken Polizeipräsenz solle es aber weiter bleiben. Laut Adams sitzen fünf mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft, nach einem weiteren werde noch gesucht.

Mehr Polizei und Ordnungskräfte in der Unterkunft

Auch in der Unterkunft selbst wurde reagiert. Statt bisher nur zwei, sind ab sofort immer drei Polizisten werktags in der Erstaufnahme vor Ort. Der Ordnungsdienst wurde von zehn auf 15 Mitarbeiter verstärkt. In den nächsten Wochen soll in der Unterkunft außerdem ein Schließsystem installiert werden. Nur wer eine Berechtigungskarte hat, kann dann die Türen öffnen. Bisher habe es das in der Einrichtung nicht gegeben.

Landesamt für Migration geplant

Damit Entscheidungen künftig schneller getroffen werden können, soll nun auch so schnell wie möglich das angekündigte Landesamt für Migration eingerichtet werden. Wann es seinen Betrieb aufnimmt, konnte der Minister aber nicht sagen. Das hänge auch davon ab, ob im Herbst ein neuer Landtag gewählt wird oder nicht. Vermutlich aber werde bis zu einem Dreivierteljahr ins Land gehen.

Suhler Oberbürgermeister fordert die Schließung

Dem Suhler Oberbürgermeister André Knapp dauert das viel zu lang. Er will vor allem das, wie er sagt, "unerträgliche Zuständigkeitswirrwarr" lösen. Denn zuständig sind gleich mehrere Abteilungen in verschiedenen Ministerien und dann noch das Landesverwaltungsamt.

André Knapp (CDU), Oberbürgermeister von Suhl
Fordert die Schließung der Einrichtung: Suhls Oberbürgermeister André Knapp (CDU) Bildrechte: dpa

"Wenn man das auseinanderdividiert, gibt es acht verschiedene Zuständigkeiten - und das behindert uns einfach. Wichtige Entscheidungen dauern einfach viel zu lang", so der Oberbürgermeister. Er fordert deshalb die Schließung der Einrichtung und hat eine entsprechende Petition im Thüringer Landtag eingereicht. Die Unterlagen seien am vergangenen Donnerstag nach Erfurt geschickt worden. Nachdem die Petition veröffentlich wurde, müssen innerhalb von sechs Wochen 1.500 Unterschriften gesammelt werden. Nur so kann eine Anhörung im Landtag erreicht werden.

Das dürfte keine Hürde sein. Denn vor allem die Anwohner rund um die Flüchtlingsunterkunft haben den Kanal gestrichen voll. In manchen Häusern sei inzwischen zum dritten Mal eingebrochen worden, sagte Hans-Dieter Licht.

Der Großvater von 13 Enkeln macht sich vor allem Sorgen um die Kinder. "Wir reden immerzu von Rassismus, aber die Kinder, die hier aufwachsen, die kriegen ja mit, dass sich die Eltern verbarrikadieren. Und die verbinden das dann auch schon mit denen da oben in der Unterkunft", so Licht. Da werde der Rassismus bei den Kindern ungewollt geboren. So wollte man nie werden, fügte der vielfache Opa noch hinzu.

Was bereits geschah

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 20.04.2021 19:00Uhr 01:57 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 01. Juni 2021 | 18:20 Uhr

191 Kommentare

Harka2 vor 15 Wochen

Ok, schauen wir zum Statitischen Landesamt:

1993 Asyl-Verfahren 1915
1994 Asyl-Verfahren 2164
1995 Asyl-Verfahren 1791
1996 Asyl-Verfahren 1880
1997 Asyl-Verfahren 1368

von da an wurden es immer weniger

2015 Asyl-Verfahren 493
2016 Asyl-Verfahren 1194
2017 Asyl-Verfahren 1726
2018 Asyl-Verfahren 918
2019 Asyl-Verfahren 790
2020 Asyl-Verfahren 703

die anderen Gerichte recherchieren sie bitte selbst

Harka2 vor 15 Wochen

@MDR-Team
Ok, dann schauen wir doch mal auf die Eingänge des VG Weimar:
2015 waren von nicht mal 500 eingegangenen Asylverfahren (in den 1990er Jahren gab es mitunter über 2000 pro Jahr) über 300 allein aus Albanien und Nordmazedonien, aus der Türkei waren es 13, aus dem Irak 31. Wenn man jetzt noch Serbien, Kosovo ... rausrechnet und die um die 80 Verfahren russischer Staatsbürger, dann dürfte klar sein, was da für den Rest der Welt noch übrig ist. Genügt das?

Harka2 vor 15 Wochen

@Frau Sauer
Sie fordern pauschal kriminelle Ausländer abzuschieben und sie schreiben, dass ihnen deren weiteres Schicksal in deren Heimatländern egal ist. Die Flüchtlinge flüchteten vor Kriegen und Terror und sie wollen sie dorthin zurückschicken, also in den Tod. Da können sie sich jetzt winden wie ein Aal, das haben sie geschrieben und aus der Nummer kommen sie nicht mehr raus. Sie wollen selbst Taschendiebe vorsätzlich dem Tod aussetzen.

Ganz ehrlich? Ich war in meinem Leben auch an einigen Gerichtsverfahren nur als Zeuge oder Geschädigter beteiligt. Alle Angeklagten waren schuldig, alle wurden verurteilt, alle waren Deutsche und niemand kam auch nur ins Gefängnis. Für Ausländer fordern sie aber die Todesstrafe - denken sie wirklich, dass dies ihre wahre Gesinnung nicht nur zu deutlich aufzeigt?

@Saxe
Was braucht es noch mehr, um sich als Nazi zu qualifizieren? Todesstrafe wegen des Fakts, kein Deutscher zu sein - das ist die Definition von Nazis!"

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