Keine verschärften Corona-Regeln Gesundheitsministerium findet "Suhler Weg" angemessen

Seit 5. September gilt für Suhl Corona-Warnstufe 1. Eigentlich müssten jetzt die Regeln verschärft werden. Die Stadtverwaltung entschied jedoch anders. Das Thüringer Gesundheitsministerium findet das "angemessen".

 Der Markttag belebt den Marktplatz am 28.10.2015 in Suhl (Thüringen), eine Stadt inmitten des Thüringer Waldes.
Trotz steigender Corona-Infektionen hatte die Stadt Suhl darauf verzichtet, die Corona-Regeln zu verschärfen. (Archivbild 2015) Bildrechte: dpa

Das Thüringer Gesundheitsministerium hält den "Suhler Weg" bei den aktuellen Corona-Regeln für angemessen. Wie eine Ministeriumssprecherin auf MDR THÜRINGEN-Anfrage mitteilte, bietet die Verordnung des Landes Spielraum, wenn sich das Infektionsgeschehen auf einzelne konkrete Ausbruchsherde beschränkt. Dann könne trotz Warnstufe 1 ausnahmsweise davon abgesehen werden, schärfere Regeln zu erlassen. Voraussetzung sei allerdings, dass trotzdem ein ausreichender Infektionsschutz gewährleistet werden kann.

Infektionscluster sind bekannt

Trotz steigender Corona-Infektionen hatte die Stadt Suhl darauf verzichtet, die Corona-Regeln zu verschärfen. Zur Begründung hieß es, das Infektionsgeschehen in Suhl sei nicht diffus, sondern lasse sich zum Großteil auf fünf Cluster zurückführen. Die Hälfte der positiv Getesteten gehöre zum Umfeld von vier Familien. Weitere 27 Prozent der Fälle seien in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber festgestellt worden. Die Betroffenen dort seien unter Quarantäne gestellt worden.

Das Suhler Gesundheitsamt sieht angesichts dieser klar eingrenzbaren Situation schärfere Corona-Regeln als unverhältnismäßig und nicht notwendig an. Die Inzidenz in der kreisfreien Stadt Suhl lag am Dienstag bei 47. Am Vortag lag sie noch bei 71,4.

Verschärfte Regeln im Kreis Hildburghausen

Zeitgleich mit Suhl wurde auch im Kreis Hildburghausen die Corona-Warnstufe 1 ausgerufen. Seit Dienstag gelten hier verschärfte Corona-Regeln. In vielen Bereichen gilt nun die 3G-Regel. Das heißt, Menschen, die nicht geimpft sind oder als genesen gelten, müssen einen negativen Corona-Test vorzeigen.

Coronatest 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL So 05.09.2021 19:00Uhr 02:14 min

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Warnstufensystem in Thüringen

In Thüringen gilt gegenwärtig ein Frühwarnsystem für Corona-Beschränkungen. Maßgeblich sind nicht mehr nur die Inzidenzen, sondern auch die Corona-Patienten in den Krankenhäusern (Hospitalisierungs-Inzidenz) und die Auslastung der Intensivstationen (Intensivbettenbelegung). Die Kreise und kreisfreien Städte werden in vier Stufen eingeteilt.

In der Basisstufe (grün) gelten allgemeine Corona-Regeln zu Maskenpflicht, Testpflicht in einigen geschlossenen Räumen (ausgenommen Geimpfte und Genesene) sowie die Kontaktnachverfolgung. Mit dem Inkrafttreten der drei Warnstufen 1, 2 und 3 (gelb, orange, rot) können diese Regeln durch zusätzliche Regeln ergänzt oder verschärft werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. September 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Lyn vor 5 Wochen

Danke.

Danke!

Kaum zu glauben, es gibt noch Menschen, die sich von Vernunft statt Panik leiten lassen.

Möge das Schule machen.

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