Doppelbelastung Corona und Ukraine-Krieg bringen Engpässe bei Tafeln

Weniger Spenden wegen Hamsterkäufen und mehr Nachfrage seit Corona und Ukrainiekrieg - die Thüringer Tafeln sehen Engpässe auf sich zukommen.

Lebensmittel
Eigentlich wollen Tafeln niemand wegschicken, doch die aktuelle Lage macht ihnen Sorgen. Bildrechte: MDR/Roland Jäger

Die meisten Thüringer Tafeln sehen Engpässe auf sich zukommen. Es gebe weniger Eingänge und gleichzeitig mehr Nachfrage bei 27 der 32 Thüringer Tafeln, beobachtet ihr Thüringer Verein.

Von Armut betroffene oder bedrohte Menschen nähmen spürbar stärker die Angebote wahr. Dazu kämen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Gleichzeitig stellten Tafeln fest, dass es seit Wochen in einigen Supermärkten, von denen sie die Lebensmittel bekommen, Engpässe gebe. Bestimmte Waren seien nicht mehr erhältlich und schuld seien Hamsterkäufe, erklärt nicht nur die Apoldaer Tafel:

Die Tafeln hoffen nun, dass noch mehr Discounter als bisher Waren lieber spenden als wegwerfen - und mehr Privatspenden kommen.

MDR (csr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. März 2022 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Otto_ vor 27 Wochen

Die Tafeln und Ihre Mitarbeiter sind auf jeden Fall sehr engagiert und tun was sie können. Allerdings kann es doch keine dauerhafte Lösung sein, dass immer mehr Menschen ihr Essen bei den Tafeln holen müssen, weil sie sich den Lebensmitteleinkauf nicht mehr leisten können. Hier sollte die Politik handeln.
Ich finde jeder sollte in der Lage sein, sich einen normalen Einkauf im Laden leisten zu können. Aktuell kenne ich aber sogar Familie in denen beide Eltern arbeiten, die sich durch die stark gestiegenen Preise bei Lebensmitteln kaum noch den normalen Wocheneinkauf für die Familie leisten können.

kleinerfrontkaempfer vor 27 Wochen

Die Tätigkeit bei einer südthüringer Tafel ist sehr hilfreich und nützlich. Allerdings gibt es auch empfindsame Momente, wenn man Kinder mit der Familie oder der Mutti in der Warteschlage sieht. Es werden leider nicht weniger.
Dem hohen politischen Personal wäre eine Woche Praktikum und Mithilfe sehr zu empfehlen. Den Menschen dort in die Gesichter, die Augen zu schauen, die Ohren aufzusperren und das alles nie mehr vergessen. Traurig für ein reiches Doitschland.
Ein passendes Ereignis gab es in den letzten Wochen aber auch. Eine Frau fährt vor, bringt mehrere große Taschen mit Zucker, Mehl, Reis, Nudeln und gibt sie ab. Alles aus ihren "Bevorratungen" zu Beginn der Seuche. Auf die Frage was sie nun ohne macht erwiderte sie ehrlich:" Ich hole mir neue Ware."

Nawienn vor 28 Wochen

Ein Trauerspiel ohne gleichen
aber 100 Milliarden für die Rüstung.
Denk ich an Deutschland in der Nacht....
ich denk lieber nicht.
Dennoch einen halbwegs schönen Abend.....

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