Handel In Thüringen entstehen weitere zwölf geförderte Dorfläden

07. Juli 2022, 07:06 Uhr

Automatisierte Tag- und Nacht-Dorfläden mit 24-Stunden-Zugang sind beliebt. Das wissen die Bürgermeister jener Thüringer Orte, die schon einen haben - und sie wissen um den nervenaufreibenden Weg bis zur Eröffnung. Die nächsten Ortsvorsteher haben sich indes auf diesen Weg begeben.

Enge Antragsfristen für die Fördermittel plus Material- und Lieferprobleme: In Thüringen muss der Wunsch nach einem automatisierten 24-Stunden-Dorfladen vielen Widrigkeiten trotzen, bevor er Wirklichkeit wird. Erst hat die Corona-Pandemie die Bauabläufe gestört, dann der Ukraine-Krieg.

Neun Läden sind inzwischen thüringenweit als automatisierte Geschäfte neu eröffnet worden. In den kommenden Wochen sollen unter anderem in

  • Nägelstedt,
  • Großvargula und
  • Grabe im Unstrut-Hainich-Kreis


weitere sieben Tag- und Nacht-Läden folgen.

Zweite Auflage des Förderprogramms

Für die zweite Auflage des 24-Stunden-Dorfladen-Förderprogramms des Landes Thüringen haben sich bis zum Antragsschluss am 30. Juni 2022 nach MDR-Informationen zwölf Orte angemeldet. Das Infrastrukturministerium wollte keine konkreten Zahlen nennen und die Anträge erst prüfen. Für den neuen Dorfladen-Jahrgang beginnt in den nächsten Wochen der Wettlauf mit der Zeit.

Nach der Fördermittelzusage müssen Kommune und Bauherr schnell an die Baugenehmigung und Baufirmen kommen - und die an das Material. Damit das Geld fließt, muss der neue Dorfladen bis November stehen.

Neue Läden oder neue Verkaufsautomaten

Allein 2021 wurden über dieses Förderprogramm 16 Dorfläden und Verkaufsautomaten in ganz Thüringen mitfinanziert. So sind etwa in Langenwetzendorf, Rohr, Wolfmannshausen und Göttern Verkaufsautomaten angeschafft und bereits in 2021 installiert worden.

An den zwölf Standorten, an denen Märkte in neuen Gebäuden errichtet oder Bestandsgebäude umgebaut wurden oder werden, befinden sich die Projekte alle auf der Zielgeraden oder haben schon geöffnet. Die zwölf bewilligten Vorhaben befinden sich in

  • Saalburg-Ebersdorf,
  • Mellenbach-Glasbach,
  • Ettersburg,
  • Nägelstedt,
  • Burgtonna,
  • Kammerforst,
  • Großvargula,
  • Emleben,
  • Grabe,
  • Geschwenda,
  • Görsbach und
  • Taupadel.

Kammerforst erst nach drei Anläufen geöffnet

Der neue Tag-und-Nacht-Laden in Kammerforst im Unstrut-Hainich-Kreis konnte in der vergangenen Woche erst im dritten Anlauf eröffnet werden: Wegen Lieferschwierigkeiten und Vandalismus mussten die Kunden zweimal vertröstet werden. Zum Sortiment gehören dort fast 1.400 verschiedene Artikel. Der Markt läuft die meiste Zeit ohne Personal, wird aber stundenweise betreut. Eine Mitarbeiterin überwacht den Warenbestand und ist Ansprechpartnerin für die Kunden.

Die für den Einkauf notwendige Chipkarte kann online und im Markt erworben werden. Kammerforst ist der zweite vom Land Thüringen geförderte Laden der Erfurter Kette "Emmas Tag und Nacht". Weitere Läden sollen folgen, wie Geschäftsführer Peter John sagte. Der Laden in Ettersburg ist bereits seit acht Wochen geöffnet.

Mittlerweile habe Johns Firma für alle 24-Stunden-Läden der Kette 6.000 Kundenkarten ausgestellt. Damit können Kunden rund um die Uhr einkaufen. Laut John sind weitere Läden in Ifta, Leubingen, Günstedt und Tonndorf geplant. Der vor zwei Jahren eröffnete erste Markt in Altengottern soll noch einmal umgebaut werden, um die Verkaufsfläche zu vergrößern und die Regale anders anzuordnen.

Neben dem Einkaufsbereich gehören zu jedem Markt eine Paketstation, eine E-Ladesäule und ein Kaffeeautomat. In Kammerforst sollen noch Bänke aufgestellt werden, damit der Dorfladen auch zur Begegnungsstätte wird.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Juni 2022 | 18:00 Uhr

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