Keine Bewegung Weiter kein Tarifvertrag: Thüringer Gastronomie-Beschäftigte fordern drei Euro mehr

Im Tarifstreit des Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbes ist - anders als etwa im Nachbarland Sachsen - weiter keine Einigung in Sicht. Arbeitgeber und Gewerkschaften werfen sich gegenseitig vor, sich in den Verhandlungen nicht zu bewegen. Seit Wochen gab es keine Gespräche mehr, ein neues Treffen wurde bisher nicht vereinbart.

Ein Kneipenwirt zapft Bier
Im Streit um Tarifverträge in der Gastronomie in Thüringen ist weiter keine Einigung in Sicht. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG fordert, dass die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung aufgeben. Die untersten Lohngruppen sollen künftig rund 13 Euro pro Stunde erhalten - drei Euro mehr als bisher, fordert die NGG.

Die anderen Lohngruppen sollen entsprechend angehoben werden. Laut NGG keine überzogene Forderung: Es gehe um armutsfeste Löhne. Thüringen sei das einzige ostdeutsche Bundesland ohne Tarifvertrag und ohne Lohnplus.

Arbeitgeber: NGG-Forderung unerfüllbar

Die Arbeitgeber halten die NGG-Forderung für unerfüllbar. Sie bieten als Einstiegslohn ab Juli zwölf, und ab Dezember 12,50 Euro pro Stunde. Mehr sei nicht möglich, das Gastgewerbe gehe wegen Corona durch schwere Zeiten.

Beide Seiten erklärten ihre grundsätzliche Bereitschaft, weiter zu verhandeln. Der alte Tarifvertrag im Gastgewerbe ist Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. In der Branche arbeiten rund 20.000 Menschen.

Deutliche Lohnerhöhungen in Sachsen

In Sachsen hatten sich die Gewerkschaft NGG und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Anfang Februar auf einen Tarifvetrag verständigt. Die Einigung sieht deutliche Lohnsteigerungen um bis zu knapp 30 Prozent vor.

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MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Februar 2022 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Codo vor 20 Wochen

Am Besten wir erhöhen den Mindestlohn auf 25 Euro oder mehr.
Klar, dann wird alles noch teurer, weil der auszuzahlende Lohn ja erst einmal eingenommen werden muss... Und ja, es ist völlig egal ob man dann einen Beruf gelernt hat oder mal eben zwischen dem Sterni und Kippenstopfen auf dem Fliesentisch Zeit hat als Hilfkraft hat...
Hauptsache der Mindestlohn wird erhöht, dann sind auch solche Tarifverhandlungen obsolet. Und man kann sich in der Gewissheit sonnen und feiern lassen was für die Armen getan zu haben. Herrlich. Bis wir alle mit 30 Euro/h arm sind.

Eulenspiegel vor 19 Wochen

Hallo Codo
Hier geht es um den Tariflohn nicht um den Mindestlohn.

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