Überschwemmungen Nach Flutkatastrophe im Westen Deutschlands - Thüringen stellt Hilfe bereit

Zehn Trinkwasser-Transporter und eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage stellt Thüringen nach den schweren Überschwemmungen im Westen Deutschlands bereit. Laut Innenminister Maier sind die Lager gut gefüllt. Auch Sandsäcke liegen bereit.

Ein Auto ist von Schutt bedeckt.
Ein Auto ist nach den schweren Unwettern von Schutt bedeckt. Bildrechte: dpa

Nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands hat Thüringen technische Hilfsausrüstung bereitgestellt. Innenminister Georg Maier (SPD) sagte am Donnerstag, zehn Trinkwasser-Transporter und eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage könnten sofort ins Katastrophengebiet geschickt werden. Damit reagiert Thüringen auf eine Anfrage aus Rheinland-Pfalz, das sich über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern an alle Bundesländer wandte.

Vier Katastrophenschutzlager in Thüringen

Maier zeigte sich schockiert angesichts des Ausmaßes der Naturkatastrophe. Die Lager in Thüringen seien gut gefüllt, auch Sandsäcke stünden zum Transport bereit. Bundeswehrsoldaten aus Thüringen sind derzeit nicht im Einsatz, wie das Landeskommando MDR THÜRINGEN mitteilte. Die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Hessen haben bereits Hubschrauber mit Seilwinden ins Katastrophengebiet geschickt. Niedersachsen und Bremen sind mit THW-Helfern vor Ort.

Thüringenweit gibt es vier Katastrophenschutzlager, in denen entsprechendes Equipment wie Material und Fahrzeuge vorgehalten wird. Bei internationalen oder nationalen Hilfeersuchen wird laut Ministerium geprüft, was freigegeben werden kann. Dabei werde berücksichtigt, dass für den Fall einer Katastrophe im eigenen Land noch ausreichend Material vorhanden ist, heißt es.

Verantwortung für Katastrophenschutz liegt bei Ländern

Verantwortlich für die Koordination ist das Landesverwaltungsamt. Neben den Katastrophenschutzlagern gibt es thüringenweit auch 22 sogenannte Basiseinheiten für den Katastrophenschutz. Sie verfügen den Angaben nach über 20 Fahrzeuge, mehr als 80 Retter, Sanitäter und Betreuer. Ergänzt werden sie durch Sondereinheiten, die unter anderem aus einem Dutzend Fahrzeugen für Gefahrgut und Wasser, rund 60 Menschen und Rettungshunden bestehen.

Die Verantwortung für den Katastrophenschutz liegt in Deutschland bei den Ländern. Sie können bei besonders schweren Unglücksfällen oder Naturkatastrophen Unterstützung von anderen Bundesländern anfordern, etwa vom Technischen Hilfswerk, der Bundeswehr oder der Bundespolizei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Juli 2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Freies Moria vor 20 Wochen

@knarf2: Politiker für unterlassene Hilfeleistung verantwortlich zu halten ist wohl die einzige Möglichkeit, aus der Stimmenfang-Problematik herauszukommen.
Heute werden Laschet und Dreyer rundum gelobt, dabei sind sie vorgestern dafür verantwortlich gewesen, daß keine Warn-SMS an alle Mobiltelefone verschickt wurden - das geht sogar bei den ältesten Nokia-Modellen!

part vor 20 Wochen

Sehr schön, dass auch die Bundeswehr mit hilft, während mir die Rüstungsausgaben dieses Landes jährlich für das THW lieber und besser aufgehoben wären als für Auslandseinsätze der BW und Aufrüstung an der falschen Stelle. Solche Bilder legen wohl nahe das schweres Gerät vermehrt, ohne Kanonen, im Inland gebraucht wird. Ich würde aber davon abraten, solche Extremereignisse gleich dem Klimawandel zuzuschieben, das hat es schon immer gegeben seit den letzten 10.000 Jahren, nur hat es früher keine Flussbegradigungen gegeben oder andere Eingriffe in die Natur.

Freies Moria vor 20 Wochen

Und wieder müssen wir uns selbst helfen - wer erinnert sich noch an die schleppende Hilfe nach der Oderflut?
Die Politik hat damals gelernt, daß der schnelle Einsatz mit Spaten und Gummistiefel Wahlen gewinnt, das langsame Auszahlen von Hilfen dagegen keinen Politiker ärmer gemacht hat - genau da ist der Fehler!

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