Migration Thüringen beklagt Durcheinander bei Aufnahme ukrainischer Geflüchteter

Thüringen beklagt ein kommunikatives Durcheinander zwischen Bund und Ländern beim Verteilen von Ukraine-Geflüchteten: Flüchtlingsbusse würden erst angekündigt und dann kurzfristig abgesagt - durchaus in der Nacht.

Ein Helfer in gelber Weste zeigt zwei Frauen den Weg.
Seit Montag werden Geflüchtete aus der Ukraine über den Königsteiner Schlüssel verteilt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Nach Ansicht des Thüringer Landesverwaltungsamts müssen sich Bund und Länder deutlich besser abstimmen, wie Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland verteilt werden.

Der Präsident des Amts, Frank Roßner, sagte, es sei nicht nur ein Thüringer Problem, dass die Ankunft vom Bund angekündigter Flüchtlingsbusse kurzfristig abgesagt werde und sich Helfer wiederholt umsonst auf die Aufnahme und Versorgung der Menschen vorbereitet hätten. Das sei insbesondere bei Ankünften in der Nacht schwierig, wenn Helfer mobilisiert werden müssten.

Der Präsident des Thüringer Landesverwaltungsamtes, Frank Roßner
Der Präsident des Thüringer Landesverwaltungsamtes sieht Nachholbedarf bei der Kommunikation zwischen den Bundesländern. Bildrechte: dpa

Manchmal kommen nur fünf Prozent der angekündigten Geflüchteten an

Roßner erklärte, dass in Thüringen an manchen Tagen nur etwa fünf Prozent der von Bundesbehörden angekündigten Geflüchteten aus der Ukraine angekommen seien. Zuletzt waren die Busse nach seinen Angaben immerhin zu 20 Prozent ausgelastet. Täglich kämen etwa acht bis zehn Busse an.

Ab Montag Konferenz in Weimar zu Kriegsflüchtlingen

Die Situation ukrainischer Kriegsflüchtlinge ist seit Montag Thema bei einer zweitägigen Konferenz von höheren Verwaltungsbehörden der Bundesländer in Weimar. Daran nehmen die Vertreter von 24 Behörden wie Regierungspräsidien und Landesverwaltungsämter teil. Diese Behörden seien für die Organisation und Verteilung der ankommenden Flüchtlinge zuständig, sagte Frank Roßner.

Weitere Themen der zweitägigen Konferenz in Weimar sind der Ausbau von erneuerbaren Energien, die Fachkräftesicherung in der Verwaltung und die Anerkennung der Berufsabschlüsse von ausländischen Ärzten.

Ab sofort einheitliche Verteilung über Königsteiner Schlüssel

Seit Montag werden Roßner zufolge geflüchtete Menschen aus der Ukraine auch über ein neues, einheitliches Registriersystem erfasst. Bisher sei die Registrierung über mehrere Systeme gelaufen, was einen realistischen Überblick über Flüchtlingszahlen erschwert habe. Vom Bund werden die Geflüchteten nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer entsprechend der Einwohnerzahl und der Wirtschaftskraft verteilt.

dpa/MDR (dst)

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In der Other Music Academy in Weimar hat eine Initiative seit Kriegsbeginn Geflüchtete unterstützt. Dort finden viele Menschen Unterstützung, so wie Nikita, der mit seinen drei Kindern aus der Ostukraine floh.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 28.03.2022 17:10Uhr 01:38 min

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Mai 2022 | 09:00 Uhr

2 Kommentare

H.Kater vor 8 Wochen

Nunja. Die Menschen dürfen/sollen freiwillig in die Busse einsteigen. Und da sind Fahrten nach Schleiz, Rudolstadt, Nordhausen oder Artern nicht besonders attraktiv. Deshalb steigen dort wenige Leute ein und entsprechend unausgelastet sind die meisten Thüringer Ankunftszentren.

Freies Moria vor 8 Wochen

10 Busse schicken und jeweils nur ein paar Personen drin?
Das hört sich nach umweltfreundlichem öffentlichen Nahverkehr an - Wanderbusse sind froh wenn überhaupt jemand drin sitzt und fahren trotzdem jahrelang leer durch die Gegend!

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