Ukraine-Krieg Bauernverband sieht derzeit genug Weizen für Thüringen

Laut Bauernverband droht trotz Krieg in der Ukraine derzeit keine Weizenknappheit. Im vergangenen Jahr wurden in Thüringen rund 1,5 Millionen Tonnen Weizen geerntet. Die Weizenpreise sind jedoch stark gestiegen.

Erntemaschine
200.000 Hektar Weizen wurden im vergangenen Jahr in Thüringen angebaut. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Trotz des Ukraine-Krieges muss Thüringen keine Weizenknappheit befürchten. Das sagte der Pressesprecher des Thüringer Bauernverbandes, Axel Horn, MDR THÜRINGEN. Das Land sei in Sachen Weizenproduktion gut aufgestellt. Im vergangenen Jahr wurde demnach auf gut 200.000 Hektar Weizen angebaut, das entspricht etwa einem Viertel der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Geerntet worden seien rund 1,5 Millionen Tonnen Weizen.

Das Getreide wurde demnach überwiegend in Deutschland vermarktet. Eine Lebensmittelknappheit drohe nicht.

Weizenprodukte werden teurer

Dennoch werden Weizenprodukte laut Horn wohl deutlich teurer. Das liege vor allem an den gestiegenen Produktionskosten für Düngemittel und Energie. Russland sei einer der größten Düngemittel- und Energieproduzenten weltweit.

Am Dienstag meldete die Informationsplattform Block-Builders einen enormen Anstieg der Weizenpreise. Demnach lag der Weizenpreis an der Pariser Terminbörse am 7. März bei 430 Euro pro Tonne. Unmittelbar vor der russischen Invasion seien es noch bei 287 Euro pro Tonne gewesen.

Weizen-Exporte gehen nicht in die EU

In der Ukraine gibt es rund 32 Millionen Hektar Ackerland. Das entspricht etwa einem Drittel der Ackerfläche der gesamten Europäischen Union. Aus diesem Grund gilt die Ukraine auch als Kornkammer Europas.

Etwa 30 Prozent der weltweiten Weizen-Exporte kommen aus der Ukraine und Russland. Ein Großteil dieser Exporte geht nicht in die EU, sondern in den Nahen Osten und Nordafrika. Wird weniger produziert und gibt es Schwierigkeiten bei Lieferungen könnte das dort den Weizen verknappen.

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MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. März 2022 | 16:00 Uhr

6 Kommentare

martin vor 39 Wochen

@dorfmensch: Die industrielle Landwirtschaft steht aus strukturellen Gründen mit dem Rücken zur Wand. Der "Cub of Rome" hat schon vor rund 50 Jahren (sofern ich das Jahr der Veröffentlichung richtig im Kopf habe) auf die Grenzen des Wachstums hingewiesen. Das hat die industrielle Landwirtschaft aber wenig interessiert.

Die bäuerliche Landwirtschaft steht aufgrund einer verfehlten EU-Landwirtschaftspolitik mit dem Rücken zur Wand. Die meisten Betriebe eher schon hinter der Wand - sprich sie existieren nicht mehr oder nur noch als Nebenerwerb.

Der aktuelle Krieg in Europa deckt die Defizite in der Landwirtschaft meiner Meinung nach nur klarer auf. So ähnlich wie die Pandemie andere Defizite unseres Staates deutlich(er) offengelegt hat.

Dorfmensch vor 39 Wochen

Die Landwirtschaft steht mit dem Rücken zur Wand. Viele Betriebe können die Frühjahrsarbeiten nicht mehr finanzieren. Es ist nicht genügend Düngemittel vorhanden. Die Ernte 2022 wird wohl sinken und die Backqualität von Weizen auch. Das ist in der Wohlstandsgesellschaft noch nicht angekommen.

hansfriederleistner vor 39 Wochen

Für Preissteigerungen findet sich immer ein Grund.

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