Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltRatgeber

MinisterpräsidentenwahlUmfrage nach Politbeben in Thüringen: Linke legt zu - CDU stürzt ab

Stand: 10. Februar 2020, 22:44 Uhr

FDP-Chef Thomas Kemmerich wird Ministerpräsident und tritt nach Protesten kurz darauf wieder zurück. Wie ist nach dem Politbeben die Stimmung in Thüringen? Infratest-dimap hat im Auftrag von MDR THÜRINGEN eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Ergebnis: Die Linke profitiert erheblich, die CDU bricht in den Umfragewerten drastisch ein, die FDP wäre nicht mehr im Landtag vertreten.

Umfrage: Linke profitiert von Krise in Thüringen - CDU stürzt ab

Die umstrittene Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten hat erhebliche Auswirkungen auf die Stimmung in Thüringen. Wenige Tage nach der Abstimmung im Landtag klettert die Linke in der Gunst der Wähler auf neue Rekordwerte. Die Partei des früheren Ministerpräsidenten Bodo Ramelow erreicht in einer Blitzumfrage von infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN 39 Prozent. Das sind acht Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl im Oktober. Dagegen stürzt die CDU von 21,7 Prozent zur Landtagswahl auf jetzt nur noch 13 Prozent ab (minus 8,7 Prozentpunkte).

Alles anzeigen

Die AfD bleibt mit 24 Prozent (plus 0,6 Punkte) in etwa konstant. Die SPD steigert sich leicht auf zehn Prozent (plus 1,8). Die Grünen verlieren leicht (minus 0,2) und müssten mit fünf Prozent erneut um den Einzug in den Thüringer Landtag zittern. Die FDP wäre mit aktuell vier Prozent (minus 1,0) nicht mehr im Parlament vertreten. Rot-Rot-Grün hätte mit dem Ergebnis eine komfortable Mehrheit in einem neuen Thüringer Landtag.

Mehr Verlierer als Gewinner: Thüringer unzufrieden mit Mohring und Kemmerich

Drastisch angestiegen ist die Unzufriedenheit mit CDU-Chef Mike Mohring und dem neu gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP), der kurz nach der Wahl zurückgetreten ist und nur noch geschäftsführend im Amt ist. Mit Mohring sind aktuell 65 Prozent der Befragten unzufrieden (plus 23), mit Kemmerich sind es 51 Prozent (plus 40). Die Unzufriedenheitswerte von AfD-Landeschef Björn Höcke liegen stabil bei 75 Prozent (plus/minus 0). Aber auch die Zufriedenheitswerte der anderen Spitzenpolitiker bröckeln leicht. So sind etwa mit SPD-Chef Wolfgang Tiefensee aktuell 31 Prozent unzufrieden (plus 5). Mit dem abgewählten Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) sind dagegen nur 27 Prozent unzufrieden (minus 2). Er bleibt mit 67 Prozent (minus 1) der Politiker mit den höchsten Zufriedenheitswerten in Thüringen.

Alles anzeigen

Imageschaden für Thüringen und fehlendes Vertrauen in die Politik

Mehr als Dreiviertel der Befragten sind der Meinung, dass die aktuelle Regierungskrise zu einem Ansehensverlust des Landes Thüringen geführt hat. 20 Prozent glauben das nicht.

Alles anzeigen

Darüber hinaus haben 73 Prozent der Befragten wenig (56 Prozent) oder gar kein Vertrauen (17 Prozent) in die Parteien. Nur 22 Prozent haben sehr großes (1 Prozent) oder großes (21 Prozent) Vertrauen in die Parteien.

Alles anzeigen

Mehrheit aller Parteianhänger für Neuwahlen in Thüringen

Insgesamt 63 Prozent der Befragten haben sich für Neuwahlen in Thüringen ausgesprochen. 29 Prozent sind dagegen, dass sich der Landtag auflöst und damit der Weg für Neuwahlen frei gemacht wird. Auch aufgesplittet nach Parteienpräferenz ist das Ergebnis deutlich: 67 Prozent der Linken- und 66 Prozent der AfD-Anhänger befürworten Neuwahlen. Auch 64 Prozent der SPD-Wähler und 57 Prozent der Grünen-Anhänger wären dafür. Sogar die Mehrheit der CDU-Wähler (51 Prozent) würde Neuwahlen begrüßen.

Alles anzeigen

Eine Präferenz der FDP-Anhänger für Neuwahlen ist in diesem Teil der Umfrage nicht ausgewiesen. Der Grund: Ihre Anzahl in dieser infratest-dimap-Befragung Thüringentrend war so gering war, dass sie als nicht mehr repräsentativ eingestuft und deshalb nicht berücksichtigt werden konnten.

Die BlitzumfrageIm Rahmen der Umfrage hat infratest-dimap vom 7. bis 10. Februar 2020 1.007 Wahlberechtigte in Thüringen telefonisch befragt. Die Stichprobe ist eine repräsentative Zufallsauswahl. Statistische Schwankungsbreite: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

Quelle: MDR THÜRINGEN/mam

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Fakt ist! | 10. Februar 2020 | 20:15 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen

Mehr aus Thüringen

weitere Inhalte laden

Laden ...
Keine weiteren Inhalte vorhanden.
Alles anzeigen

weitere Inhalte laden

Laden ...
Keine weiteren Inhalte vorhanden.
Alles anzeigen