Thüringen-Monitor Umfrage: Weniger Menschen mit rechtsextremer Einstellung

In Thüringen ist die Zahl der Menschen mit rechtsextremen Einstellungen einer Umfrage zufolge zurückgegangen. Das zeigt der aktuelle "Thüringen-Monitor", eine Analyse der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus dem Herbst 2020.

Kundgebung der Neonazi-Partei "Die Rechte" für die verurteilte und inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck am Jahrestag der Nazi-Reichpogromnacht am 9. November in Bielefeld. 2019
Rechte Demonstranten bei einer Kundgebung. Die Zahl der Menschen mit rechtsextremen Einstellungen soll in Thüringen laut einer Umfrage zurückgegangen sein. Bildrechte: dpa

Laut der Umfrage sehen 14 Prozent der Befragten gute Seiten im Nationalsozialismus. Im Jahr zuvor waren es noch 26 Prozent. Antisemitische Einstellungen vertreten acht Prozent der Thüringer. Die Zustimmung hier hat sich damit halbiert. Zurückgegangenen ist ebenso die Migrantenfeindlichkeit.

Thüringer mit Demokratie zufrieden

Rund neun von zehn Thüringern halten die Demokratie weiterhin für die beste Staatsform. Mit 87 Prozent liegt die Zustimmung in etwa so hoch, wie im vergangenen Jahr. Mit der Umsetzung der Demokratie zeigten sich nach Angaben der Autoren mit 68 Prozent so viele Befragte zufrieden wie noch nie.

Corona mitverwantwortlich für Umfrage-Ergebnis

Einen Anstieg der Zufriedenheit führen die Studienmacher auch auf eine sehr positive Bewertung der Corona-Politik auf Bundes- und Landesebene zum Zeitpunkt der Befragung zurück. Zwischen dem 3. September und 5. Oktober 2020 waren 1.110 Wahlberechtigte in Thüringen repräsentativ befragt worden, also nach der ersten milderen und vor der zweiten massiveren Corona-Pandemie-Welle in Thüringen.

Dabei zeigte sich ein positiver Trend auch beim Vertrauen in zentrale Institutionen des politischen Systems. Auch dem Robert Koch-Institut und der Wissenschaft haben die Thüringer ein sehr hohes Vertrauen entgegengebracht. Den Medien vertraut der Umfrage zufolge nur jeder Vierte.

Rechtsextreme unter Corona-Skeptikern

Einen Zusammenhang zeigt der "Thüringen-Monitor" auch bei Corona-Skeptikern und Menschen mit rechtsextremer Einstellung. Von den rechtsextrem eingestellten Thüringern sind der Umfrage zufolge rund 60 Prozent gleichzeitig auch Corona-Skeptiker. Von den Corona-Skeptikern wiederum sind rund 30 Prozent rechtsextrem eingestellt, im Vergleich zu neun Prozent bei den übrigen Thüringern.

Der neue "Thüringen-Monitor" widmet sich der politischen Kultur in Pandemie-Zeiten. Die Ergebnisse werden am kommenden Dienstag offiziell vorgestellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. April 2021 | 14:00 Uhr

92 Kommentare

Uwe G vor 4 Wochen

Hoffen wir mal dass Sie recht haben! Die AFD hat ja nun relativ offen ihre Ziele formuliert wenn die da noch von viele wählen wird es wirklich gruselig.

kleinerfrontkaempfer vor 4 Wochen

Der Osten hatte noch nie ein Übergewicht rechtsextremer Gesinnungen. Es wird nur aus den alten, gebrauchten Bundesländern so gerne dargestellt. Dort hat man selbst genug Auswüchse, will aber ablenken und den Fokus abgeben.
Bestes Beispiel: Gruppe S. oder Wodans Erben München. Und sicher kommt da noch mehr.

Saxe vor 4 Wochen

In die rechte Ecke werden nur Menschen geschoben, die mit rechter Argumentation und Schlagworten Kritk äußern oder sonstige Aussagen machen.
Genauso schiebe ich jemanden in eine linke, linksextreme oder rechtsextreme Ecke, wenn er entsprechend argumentiert.
Wo ist da das Problem?

Mehr aus Thüringen