Infrastrukturministerium 22 Vorranggebiete für Windenergie in Ostthüringen genehmigt

Das Thüringer Infrastrukturministerium hat die Vorranggebiete für Windräder in Ostthüringen genehmigt. Wie das Ministerium am Freitag mitteilte, sind damit jetzt 22 Standorte zum Bau von Windenergieanlagen festgelegt. In anderen Gebieten sei es verboten, Windenergieanlagen zu bauen. Die Vorranggebiete umfassen eine Fläche von etwa 1.882 Hektar, darunter sind etwa 748 Hektar Flächen in Waldgebieten.

Windenergie in Thüringen: Vorranggebiete auch im Wald

Zur Begründung heißt es, um den Energiebedarf in Thüringen künftig aus klimafreundlichen Energieformen decken zu können, habe die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen erstmals entsprechend der geltenden Rechtslage auch Vorranggebiete im Wald ausgewiesen. So werde eine verträgliche, ausgewogene und breit abgestimmte Nutzung der Windenergie ermöglicht.

Derzeit werde jedoch im Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft eine Änderung des Thüringer Waldgesetzes diskutiert, nach der die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald künftig ausgeschlossen sein soll. Hierüber hat laut Ministerium der Landtag als Gesetzgeber zu entscheiden. Dem Ergebnis dieser parlamentarischen Debatte dürfe nicht vorgegriffen werden. Entschieden worden sei nach bisher gültiger Rechtslage, die auch Windräder in Waldgebieten zulasse.

CDU fordert Verbot von Windrädern im Wald

Kritik an der Ministeriumsentscheidung kommt von der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag. Fraktionschef Mario Voigt sagte, die Union kämpfe für ein gesetzliches Verbot von Windrädern in Waldgebieten. In diesem Teilplan sei ein halbes Dutzend solcher Windvorrangflächen in Forstgebieten ausgewiesen. Dazu liege dem Landtag ein Gesetzentwurf der CDU vor, der kurz vor der Zielgeraden stehe. Das Ministerium hätte gut daran getan,die Entscheidung des Parlaments abzuwarten, anstatt Unruhe in Ostthürngen zu stiften, so Voigt weiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. November 2020 | 18:00 Uhr

6 Kommentare

adler123 vor 46 Wochen

Der Irrsinn der Umweltverschandelung mit diese "Zappelstromanlagen" geht weiter. Da wird wieder Wald vernichtet...aber dafür bettelt Shell beim tanken um Spenden für Neuanpflanzungen. Deutschland, das Irrenhaus.

Jessy-2 vor 46 Wochen

im Dannenröder Forst will man für den Bau der Autobahn abholzen. Dagegen setzen sich die Grünen ein. In Ostthüringen sind bei der Errichtung von Windanlagen (748ha Waldgebiet) betroffen. Bei der Errichtung der Windkraftanlagen, wo Bäume abgeholzt werden, sind die dafür! Bekommen die Neuen Bundesländer nicht genügen von den Norden und Osten Strom. Auch die Neuen Bundesländer sollen für den Bau, auch Durchlaufgebühren zahlen, damit in den Alten Bundesländern der Strom ankommt! Solche Parteien, braucht der Osten. Vor allem, wenn die Führenden aus den Alten Bundesländer kommen. Von wem, wird der Osten, Regiert????

emlo vor 46 Wochen

Da bin ich aber froh, dass es Atom- und Kohlestrom kostenlos gibt. Ach so, doch nicht?! Was steckt denn da dahinter? Könnte es eventuell auch um den Mammon gehen? Übrigens ist das nicht mal verwerflich, denn das ist der Zweck eines Wirtschaftsunternehmens, also auch bei der Windenergie. Die Diskussion um die Windräder über die Gewinnerzielungsabsicht zu führen, ist also nicht zielführend! Und was die Umwelt angeht: Ja, auch ein Windrad hat (negative) Umweltauswirkungen. Die Frage ist aber, welche Form der Energiegewinnung insgesamt (also inklusive aller Folgekosten, die (auch) bei Kohle- und Atomstrom zu großen Teilen vom Steuerzahler getragen werden) die geringsten Folgen hat und da denke ich, dass es für die Windkraft nicht ganz schlecht aussieht.

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