Landtagswahl 2021 Nominierter CDU-Spitzenkandidat: Bei Corona-Schutz an Seite der Regierung

Der nominierte Thüringer CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt will seine Partei bei der Landtagswahl 2021 zu neuer Stärke führen. Voigt sagte am Mittwoch in Erfurt, die Union sei bereits jetzt die stärkste kommunale Kraft, stelle die meisten Bundestagsabgeordneten und direkt gewählten Landtagsabgeordneten. Darauf wolle die CDU im Wahlkampf mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aufbauen.

Indes will Voigt keinen Wahlkampf mit dem Thema Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie machen. "Wir werden da an der Seite der Regierung stehen und versuchen, die Probleme zu lösen", sagte der promovierte Politikwissenschaftler. Der Schutz der Bevölkerung sei die zentrale Aufgabe, der sich die CDU verpflichtet fühle. "Ich glaube, die Bürger hätten kein Verständnis dafür, wenn man in dieser Pandemiesituation auf ihrem Rücken Parteipolitik machen würde", betonte Voigt. Die CDU werde aber ein Korrektiv sein, wo Rot-Rot-Grün scheitere, einen Zick-Zack-Kurs fahre oder wo der Schutz der Bevölkerung und die Öffnung von Schulen zur Diskussion stünden.

CDU will gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land schaffen

Aus seiner Sicht habe die CDU die besseren Lösungen. Voigt warf Rot-Rot-Grün vor, über die Köpfe der Menschen hinweg zu entscheiden. Die Union aber werde den Leuten wieder zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen und daraus politische Konzepte entwickeln. Laut Voigt will sich die CDU unter anderem für gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land einsetzen und eine Politik machen, die Handwerk und Wirtschaft nicht im Weg stehe. Wie CDU-Landeschef Christian Hirte mitteilte, ist Mario Voigt der am besten geeignete Kandidat der CDU. Er sei ein Macher und bringe mit seinen 43 Lebensjahren bereits viel Erfahrung mit.

Noch unklar, ob Wahltermin 2021 gehalten werden kann

Der Landesvorstand der Union hatte Dienstagabend Voigt einstimmig als Spitzenkandidat zur Thüringer Landtagswahl 2021 nominiert. Seine Spitzenkandidatur muss formal noch auf einem Landesparteitag bestätigt werden. Bislang ist unklar, ob der angepeilte Wahltermin am 25. April angesichts der Corona-Krise und der noch laufenden Debatten über einen Haushalt für nächstes Jahr gehalten werden kann.

Der Wahltermin ist Bestandteil eines "Stabilitätsmechanismus" zwischen Linke, SPD, Grünen und der CDU. Auf Grundlage dieser Vereinbarung geben CDU-Abgeordnete bei wichtigen Entscheidungen der aktuellen Minderheitsregierung von Linke, SPD und Grünen ihre Stimmen und sorgen so für die nötigen Mehrheiten. In diesem Gebilde sieht sich die CDU im Parlament als konstruktive Opposition.

Die Abgeordneten sitzen während einer Landtagssitzung im Parksaal des Steigerwaldstadion.
Aktuell tagt der Thüringer Landtag unter Pandemiebedingungen in der Arena in Erfurt. Bildrechte: dpa

Ex-Ministerpräsident Vogel begrüßt Nominierung

Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel hat die Nominierung von Mario Voigt zum CDU-Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl begrüßt. Vogel sagte MDR THÜRINGEN, das sei eine gute Personalentscheidung. Voigt stamme aus Thüringen und habe sich bereits in den vergangenen Monaten als Landtagsfraktionschef bewährt.

Er gehe mit vollem Vertrauen mit dieser Kandidatur mit, so der CDU-Ehrenvorsitzende Vogel. Seinen Angaben nach hat die Thüringer CDU bei der vergangenen Landtagswahl ein desaströses Ergebnis eingefahren. Jetzt gehe es darum, dass sich die Partei geschlossen präsentiere und ein Angebot mache für den Wähler in der Mitte der Demokratie. Vogel war von 1993 bis 1999 Vorsitzender der Thüringer CDU.

Mario Voigt am Mikrofon, neben ihn mehrere CDU-Mitglieder.
Mario Voigt am Mittwochmittag bei einer Pressekonferenz. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. November 2020 | 12:00 Uhr

39 Kommentare

martin vor 20 Wochen

@gucker: In Sachen "Klassenfeind" und "Klassenkampf" gebe ich Ihnen Recht - das ist eine "linke Begrifflichkeit". Allerdings geht es hier gar nicht um diese Begriffe - sondern um die Bezeichnung eines Indviduums nicht als politischen Gegner sondern als Feind.

Ich achte in der Tat sehr wohl auf die Sprachregelungen - auch aus den Parteizentralen - aber mache sie mir nicht zu eigen. Beim Achten auf die aktuellen Sprachregelungen sind es die "Flügelkämpfer" der AfD, die Vertreter von NPD und selbsternannten Dritten Weg, die die politische Debatte in der Fläche mit Kriegs- und Feindesgeschrei meinen gestalten zu müssen.

Das sich auch einzelne Politik anderer Couleur gelegentlich oder häufiger auf dieses Niveau herab begeben, ändert nichts an der grundsätzlichen Zuschreibung. Und nein, mein Kompass funktioniert prächtig. Wenn die Linken mich als rechts einstufen und ich für die Rechten linksgrünversifft bin, dann scheint meine Orientierung zu passen.

Gucker vor 20 Wochen

@ martin Sie müssen sich schon besser informieren. Der Feind-Begriff wird von Herzen auch von der Union und vor allem den Linken gepflegt. Auf den "Klassenfeind" haben die Linken quasi Patentschutz. Und die Union - bspw. Frau Karin Prien (eine CDU Landesministerin in SH) ist da sehr offensiv mit der Feindbestimmung und der Benutzung des Wortes "Feind" - und das ist nur ein Beispiel. Sie sollten Ihren semantischen Kompass unbedingt neu justitieren - und vielleicht weniger auf Sprachregelungen aus diversen parteizentralen achten.
Und ich bleibe bei den Fakten: die Thüringer CDU hält einen Linken Ministerpräsidenten im Amt, den sie binnen Tagen (mangels Ramelow-Mehrheit im Landtag abwählen könnte) - trotzdem glaubt man, dass es einen glaubwürdigen Wahlkampf zur Ablösung Ramelows geben könne? Aber geschenkt, ich bin gespannt auf die LTW - so denn sie stattfindet. Das glaube ich nämlich nicht. Ich würde sogar wetten, dass die CDU Ramelow die gesamte Amtszeit über Wasser hält.

martin vor 20 Wochen

@elbflorenz: Wie Sie unschwer erkennen können, schrieb ich weder über die Historie noch über die theoretische Einordnung sprachlicher Bilder, sondern von aktuellen Gepflogenheiten. Wenn Sie mir als die falsche Spur unterstellen, empfehle ich den Griff an die eigene Nase - sofern Sie gerade keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

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