Tag des Waldes Nabu Thüringen besorgt: Wälder müssen besser geschützt werden

Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen wirbt bei der Holz- und Forstwirtschaft und der Politik für mehr Sensibilität im Umgang mit den Wäldern. "Wälder sind nicht nur Rohstoff Holz", sagt Silvester Tamás, Koordinator des Luchsprojektes beim Nabu Thüringen. Für seltene und bedrohte Arten wie Fledermäuse, Spechte und Wildkatzen seien sie mancherorts die letzten Rückzugsorte und Lebensräume.

Eine Wildkatze
Der Lebenraum einiger Tierarten, wie etwa der Wildkatzen, ist laut Nabu Thüringen bedroht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Holzeinschlag: Zu viele Bäume in Thüringer Wäldern gefällt

Tamás forderte zum Internationalen Tag des Waldes, es brauche mehr Einsatz zum Schutz und zur Wiederherstellung gesunder Waldökosysteme. Selbst in Wäldern, die unter spezielle Naturschutzgebiete wie die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) fallen, würden zu viele Bäume gefällt, so der Luchs-Experte. Als Beispiele nannte Tamás den Tautenburger Forst und die Waldecker Buchen im Saale-Holzland-Kreis sowie den Ettersberg bei Weimar.

Mehrere Baumstümpfe im Wald.
Immer wieder würde "unsensibel Holzeinschlag betrieben", kritisiert der Nabu. So würden unter anderem zu viele Bäume im Wald gefällt. Bildrechte: dpa

"Der Rohstoff Holz wird immer nachgefragt sein, in Zukunft sicher noch mehr als in der Vergangenheit", sagt Tamás. Genau aus diesem Grund müsse der Fokus der Landesregierung jetzt dringend auf dem Schutz der Wälder liegen, fordert der Nabu.

Tag des Waldes Der 21. März wurde 1971 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als Internationaler Tag des Waldes empfohlen. Wälder schützen und nachhaltig nutzen, anstatt sie zu zerstören, lautet seitdem die Botschaft des Waldtages.

Waldbesitzerverband weist Kritik zurück

Der Thüringer Waldbesitzerverband wies die Kritik des Naturschutzbundes am Montag zurück. Es zwar richtig, dass in den letzten Jahren die Forstwirtschaft intensiviert worden sei, sagte Verbandsgeschäftsführer Karsten Spinner MDR THÜRINGEN. Das liege aber nur daran, dass Schadholz aus den Wältern geholt worden sei. Die Waldbesitzer hätten alle Hände voll zu tun, die von Käfern befallenen Bäume zu entfernen und einer Ausbreitung der Schädlinge vorzubeugen.

Laut Spinner ist es dabei auch grundsätzlich möglich, in geschützten Bereichen wie FFH-Gebieten Bäume zu fällen. In bestimmten Gebieten wie der Hohen Schrecke seien Eingriffe auch umstritten gewesen. Aber in den Schutzgebieten sei die Bewirtschaftung heute nicht stärker als vor drei Jahren.

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MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. März 2022 | 18:00 Uhr

41 Kommentare

AlexLeipzig vor 20 Wochen

Lesen und Verstehen ist wohl eher Ihr Problem, ich schrieb auch vom Bestand. Und der ist nunmal größtenteils Monokultur. Aber ich bin auch bei Ihnen, daß der Wald mehr Ruhe braucht und Regenerationspotenzial besitzt. Darum geht es ja auch in dem Artikel. Wenn Sie ernsthaft an einer intakten Ökologie interessiert sind, sollten Sie solche sinnlosen Aussagen wie "scheingrüne Doppelmoral" unterlassen, das können Sie vielmehr der ehemaligen Bundesministerin Klöckner (CSU) unterstellen.

atomkraftwerk vor 20 Wochen

Lesen und verstehen scheint nicht Ihre Stärke zu sein. Wenn man den Wald in Ruhe lässt, wie ich sagte, generiert der keine nicht adaptierten Monokulturen.

AlexLeipzig vor 20 Wochen

"Also lasst den Wald in Ruhe, der regelt das von selbst" - Wie uns die Realität zeigt, ist das eben nicht so. Zumindest in unseren "Wäldern", die zum allergrößten Teil aus unnatürlichen Monokulturen bestehen und mit "Naturwald" gar nichts zu tun haben. Auch Ihr Grünen-Bashing zündet hier nicht, "Atomkraftwerk"!

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