Wegen "waldfreundlicher" Witterung Waldzustandsbericht 2021: Thüringer Wäldern geht es etwas besser

Der Zustand der Wälder in Thüringen hat sich wieder leicht verbessert. Das "waldfreundliche" Wetter hat laut Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij dazu beigetragen, dass sich der Wald nach drei Hitze- und Dürrejahren zumindest etwas erholt hat.

Blick auf eine grüne Buche
Dem Wald in Thüringen geht es wieder etwas besser. (Archivbild) Bildrechte: MDR THÜRINGEN/Carmen Fiedler

Der Zustand der Wälder in Thüringen hat sich nach drei extremen Hitze- und Dürrejahren in diesem Jahr erstmals wieder leicht verbessert. Der Anteil der gesunden Bäume sei auf 20 Prozent gestiegen, sagte Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij am Mittwoch bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2021. Auch der Anteil der Bäume, die nur leichte Vitalitätsverluste zeigten, stieg auf 34 Prozent. Trotz eines Rückgangs sei der Anteil der Bäume, die starke Vitalitätsverluste aufwiesen, immer noch hoch.

"Waldfreundliche" Witterung führt zu leichter Erholung

Ursächlich für die leichte Erholung sei der "waldfreundliche" Witterungsverlauf in diesem Jahr. Wegen des kühlen Frühjahrs hätten die Bäume erst spät ausgetrieben im Vergleich zu den Vorjahren und seien wegen ausreichender Niederschläge erst später und nur für kurze Zeit in einen sogenannten Trockenstress geraten. Durch derartigen Stress wird sonst die Abwehrkraft der Bäume gegen Schädlinge geschwächt, die sich dann explosionsartig ausbreiten können.

Wie Karawanskij weiter erläuterte, kann trotz der Erholung der Wälder noch keine Entwarnung gegeben werden. Die schlechten Vitalitätswerte der Bäume in den beiden vorangegangenen Jahren seien das Ergebnis von drei aufeinander folgenden Trocken- und Hitzejahren gewesen. Solche Jahre mit Extremwetter würden durch den Klimawandel in Zukunft voraussichtlich öfter auftreten.

Buche, Esche, Ahorn und Linde geht es besser - Eiche und Fichte leiden

Buche, Esche, Ahorn und Linde geht es besser als 2020. Ihre Vitalitätswerte haben sich um zehn Prozent verbessert. Problembaum ist und bleibt die Eiche. Sie konnte sich nur minimal erholen. Bei der Fichte wurden Vitalitätsverluste "auf sehr hohem Niveau" zu verzeichnen.

Trotz der "waldfreundlicheren" Witterung sorgten Trockenheit und Borkenkäfer dieses Jahr für mehr Schadholz. Forstministerin Susanna Karawanskij geht von etwa vier Millionen Festmetern aus. Vergangenes Jahr war eine Schadholzmenge von rund 3,5 Millionen Festmetern angefallen.

Immense Herausforderung für Land, Kommunen und Waldbesitzer

Karawanskij betonte, dass das Land, die Kommunen und privaten Waldbesitzer mit dem Waldumbau vor einer immensen Herausforderungen stünden. Laut Ministerium stellt das Land für die Gesundung und den Erhalt seiner Wälder zunehmend mehr Geld zur Verfügung. So stünden jährlich der Landesforstanstalt vier Millionen Euro mehr zur Verfügung. Zugleich hätten sich die Zuschüsse für die kommunalen und privaten Waldbesitzer seit 2017 von sechs auf 44 Millionen Euro in diesem Jahr erhöht. Bis 2036 sollen Waldumbau und Wiederbewaldung mit jährlich elf - in der Summe 176 Millionen Euro - aus der Landeskasse gefördert werden.

Thüringen gehört zu den waldreichen Bundesländern - seine Wälder umfassen rund 550.000 Hektar der Landesfläche. Seit 30 Jahren wird der Zustand des Waldes unter die Lupe genommen.

Quelle: MDR (the), dpa, epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Dezember 2021 | 15:00 Uhr

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