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Franziska Lisker kümmert sich nicht nur um die Büroarbeit. Sie ist auch im Werkstattrat in Altengesees aktiv. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

InklusionWeit mehr als "Bastelstuben" - Werkstätten für behinderte Menschen

24. Juni 2023, 14:00 Uhr

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert einen inklusiven Arbeitsmarkt. Deshalb fordern Kritiker immer wieder, Werkstätten für Menschen mit Behinderung abzuschaffen. Außerdem wird den Werkstätten vorgeworfen, die Menschen vom ersten Arbeitsmarkt fernzuhalten. Dazu kommt die Diskussion um das zu niedrige Arbeitsentgelt. Wir haben vor Ort nachgefragt:

Seit fast 20 Jahren arbeitet Ronny Mantei in der Werkstatt für behinderte Menschen der Diakonie in Altengesees in Ostthüringen, vor allem mit Holz. "Ich bin in der Einwegpaletten-Produktion und bei Bedarf auch in der Tischlerei. Bei uns in unserer Gruppe ist jeder in der Lage, jede Tätigkeit durchzuführen", erzählt er.

Die verschiedenen Werkstätten in Altengesees

Jan-Kurt Rosenkranz arbeitet in der Holzwerkstatt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Blick in die Palettenproduktion. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Das Holzlager. Hier führt Ronny Mantei gern Gespräche. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Bernd Huschka freut sich besonders auf seine Kollegen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In diesen Formen wird Brot gebacken. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Stifte werden hier zusammengebaut und verpackt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Der Pizza-Ofen ist selbstgebaut und wird gern genutzt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In der Töpferei braucht es viele Arbeitsschritte. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Der Ofen ist nie leer. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Franziska Lisker engagiert sich auch im Werkstattrat. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Hier ensteht ein Flickenteppich. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Vorrichtung zum Flechten haben die Kollegen extra angefertigt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Altes Handwerkswissen wird hier weitergegeben. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Kathrin Albrecht hat Spaß am Nähen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Und sie legt großen Wert auf Qualität. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Mantei schätzt es sehr, dass hier in der Werkstatt dazu auch die Möglichkeit besteht. "Man kann sich ausprobieren, kann herausfinden und auch zeigen, was in jedem Einzelnen steckt."

Keine Abstriche bei der Qualität

Möglichkeiten dafür haben sie viele bei der Diakonie: Allein in Altengesees wird gewebt, getöpfert, es gibt außer der Holzwerkstatt beispielsweise eine Bäckerei, eine Molkerei und auch einen Laden mit Café.

Bettina Schmidt ist bei der Diakoniestiftung unter anderem für die Werkstätten zuständig und arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit behinderten Menschen. "Alles, was wir herstellen, wird verkauft. Und bei der Qualität akzeptieren unsere Auftraggeber keine Abstriche. Wir selbst natürlich auch nicht."

Bei der Qualität akzeptieren unsere Auftraggeber keine Abstriche. Wir selbst natürlich auch nicht.

Bettina Schmidt

Das, so sagt sie, hat auch für die Mitarbeitenden eine große Bedeutung. Immer wieder sind die deshalb auch bei Auslieferungen dabei. "Dann sehen sie selber die große Wertschätzung für ihre Arbeit" sagt Schmidt.

Gemeinschaft spielt große Rolle

Wichtig ist auch, sagt Ronny Mantei, dass jeder einbezogen wird. "Es gibt ja hier auch Menschen, die sehr schwer behindert sind", erzählt er. "Und auch die wollen gebraucht werden."

So haben die Kollegen in Altengesees beispielsweise eine Konstruktion entworfen und gebaut, die es einer Schwerbehinderten Frau ermöglicht, Teppiche zu knüpfen. "Sie braucht zwar länger, freut sich aber, etwas Schönes schaffen zu können", sagt Bettina Schmidt.

Dieser besondere Webstuhl ist extra für eine schwerbehinderte Kollegin gebaut worden. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Und genau das, kritisiert Ronny Mantei, ist in normalen Betrieben nicht der Fall. Wenn überhaupt behinderte Menschen eingestellt werden, bekämen sie eher simple, eintönige Arbeiten übertragen, sagt er. "In den Kollegenkreis wird man auch nicht integriert. Das erzählen mir alle, die es versucht haben und zurückgekommen sind." Und als Werkstattrat redet er viel mit den Menschen, die hier arbeiten.

Deshalb kann er auch die Kritik nicht nachvollziehen, dass die Werkstätten zu wenig Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. "Das wird hier schon unterstützt. Aber alleine der Stress in den normalen Betrieben ist für viele von uns nicht durchzuhalten."

Der weite Weg zur Inklusion

Für Bettina Schmidt ist die Arbeitswelt einfach noch nicht bereit für echte Inklusion. "Da gibt es noch viele Vorurteile. Ich würde mir wünschen, dass Werkstätten wirklich als Teil der Inklusion gesehen werden, als inklusiven Ort der Bildung und Kommunikation."

Sie macht immer wieder die Erfahrung, dass es schwer ist, geeignete Aufträge zu bekommen, weil Firmen beispielsweise lieber im Ausland produzieren lassen als in Werkstätten für behinderte Menschen.

Was alles in in der Werkstatt Altengesees entsteht

Hier kann man alles kaufen, was produziert wird und auch Kaffee trinken. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Egal, ob als Geschenk ... Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
oder für die eigene Küche, Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
die Becher und Körbe gibt es im Hofladen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Auch die Leckereien hier sind selbstgemacht. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Auch Museen und Firmen bestellen hier. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Verschiedene Stoffe finden Verwendung. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Auch auf besondere Designwünsche ... Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
stellt man sich hier gern ein. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Diese Becher sind schon mehrfach nachbestellt worden. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Auch Teppiche werden gefertigt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Diese Bretter warten auf frisch gebackenen Kuchen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Diese Erfahrung teilt sie mit Britta Rietz, die für die Werkstätten der Lebenshilfe Gera verantwortlich ist: "Es wird immer schwerer, geeignete Aufträge an Land zu ziehen". Die Arbeiten sollten abwechslungsreich sein, aber auch für Schwerbehinderte zu bewältigen. "Aber es müssen über diese Arbeitsaufträge auch die Entgelte für die Mitarbeiter erwirtschaftet werden. Und zwar für alle, auch für die weniger leistungsstarken."

Ohnehin, ergänzt Katja Heinrich, Geschäftsführerin des Lebenshilfe Thüringen, sei Inklusion für jeden etwas Anderes: "Für uns heißt das, uneingeschränkt teilhaben zu können, dass alle ganz selbstverständlich dabei sind. Das heißt aber nicht, dass es keine Werkstätten mehr geben soll. Es gibt einfach Menschen die so stark eingeschränkt sind, dass sie in bestimmten Bereichen einen geschützten Raum brauchen."

Elternvertreter sind sauer

Das sieht auch Claudia Geiken als wichtigen Punkt. Sie hat eine schwerstbehinderte Tochter und engagiert sich im Elternverein des Lebenshilfewerks: "Dass unsere Kinder in diesen Werkstätten sind, hat ja einen Grund. Und ohne die Werkstätten fehlt völlig die Tagesstruktur, das hat die Corona-Zeit gezeigt. Da kamen die Familien an ihre Grenzen."

Ihre Tochter besucht den Förderbereich, trifft da ihre Freunde, sieht mal etwas Anderes. "Aber auch für die Pflegenden ist das mal so ein so ein kleines Fenster, wo man einfach mal durchatmen kann", sagt Claudia Geiken.

Die Diskussion um die Schließung von Werkstätten macht sie ziemlich sauer. "Wenn ich solche Aussagen höre, denke ich mir immer, die Leute müssten einfach mal eine Woche in so einer Werkstatt verbringen. Ich würde denen unterstellen, dass sie einfach keine Ahnung haben."

Claudia Geiken ist Vorsitzende des Vereins "Lebenshilfe Ortsvereinigung Weimar e. V." Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Denn die Werkstätten, da sind sich alle einig, sind wesentlich mehr als Arbeitsorte, sie sind auch ein wichtiger Sozialraum für die behinderten Menschen. Man wird akzeptiert, schließt Freundschaften, fährt gemeinsam in den Urlaub. Es gibt Weiterbildungen, in Saalfeld gibt es eine Trommelgruppe, die Schachgruppe aus Altengesees war schon bei Turnieren, auch für die Special Olympics wird trainiert.

All das passiert auch in der Arbeitszeit. Ebenso wie Therapieangebote. Und, so Ronny Mantei, wenn es jemandem nicht so gut geht, kann er jederzeit die Arbeit auch mal einfach so unterbrechen. 

Verschiedene Wege zu anderen Jobs

Menschen, die sich zutrauen, in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln, werden laut Diakonie und Lebenshilfe auch dabei unterstützt. Ein Weg sind die sogenannten Außenarbeitsplätze.

Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen in normalen Betrieben arbeiten, aber noch nicht angestellt sind, sondern weiter von der Werkstatt betreut werden. Für Bettina Schmidt funktioniert das zum Teil schon gut, "weil die Unternehmen wissen, sie haben uns als Partner. Wenn es Probleme oder Herausforderungen gibt, die sie selbst nicht angehen können, können die in den Werkstätten anrufen und eine Fachkraft ist sofort da."

Britta Rietz weiß aber auch, dass es große Hemmschwellen gibt, die Leute dann auch tatsächlich einzustellen: "Ein besonders krasses Beispiel ist ein Mitarbeiter von uns, der seit zehn Jahren auf einem solchen Außenarbeitsplatz tätig ist und noch immer nicht übernommen wurde."

Ein besonders krasses Beispiel ist ein Mitarbeiter von uns, der seit zehn Jahren auf einem solchen Außenarbeitsplatz tätig ist und noch immer nicht übernommen wurde.

Britta Rietz | Lebenshilfe Gera

Katja Heinrich verweist auf das Bundesteilhabegesetz. Das bietet jetzt die Möglichkeit, dass Menschen in die Werkstatt zurückkehren können, wenn es auf dem ersten Arbeitsmarkt doch nicht funktioniert.

Eine andere Möglichkeit, außerhalb der Werkstatt zu arbeiten, sind die Inklusionsfirmen, die sowohl die Lebenshilfe als auch die Diakonie betreiben. Dort arbeiten behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen, jüngstes Beispiel ist das Café "Samocca" in Weimar.

Claudia Geiken findet das auch gut und richtig. "Da gibt es viele tolle Angebote. Aber das funktioniert halt alles nur für die Fittesten. Die Leute aber, die die Werkstätten und deren Förderbereiche kritisieren, sprechen nicht für Menschen wie meine Tochter. Und wer diese Gruppe vom Menschen mit Behinderung außer Acht lässt, hat in so einer Diskussion nichts zu suchen."

Bezahlung der Menschen in der Kritik

Ein anderer Kritikpunkt ist das Arbeitsentgelt. Das Recht von Menschen mit Behinderung auf selbstbestimmte Arbeit, von der sie leben könnten, werde in Deutschland nicht ausreichend umgesetzt, so die Kritiker. Sie fordern deshalb, in den Werkstätten Mindestlohn zu zahlen.

Peter Schachtschneider vom Behindertenbeirat der Stadt Gera sieht das anders. Er sitzt im Rollstuhl, arbeitet in der Metallwerkstatt der Lebenshilfe Gera. Ausgenutzt fühlt er sich nicht. "Dass es solche Meinungen gibt, liegt vielleicht daran, dass die Leute nicht wissen, wie das funktioniert bei uns."

Für Peter Schachtschneider müssten sich viel mehr Menschen die Werkstätten überhaupt erstmal anschauen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Gerade weil die Menschen in den Werkstätten so verschieden sind, sind es eben auch ihre Leistungen, erklärt er. Und keiner lebt ja nur von seinem Werkstattentgelt. "Der eine bekommt Rente, der andere Grundsicherung, manche leben noch zu Hause - das muss man ja alles auch sehen." Und, das dürfe man nicht vergessen, "für viele Arbeiten brauchen die Menschen hier deutlich länger als andere."

Von allem, was die Werkstätten in den einzelnen Bereichen erwirtschaften, müssen in Thüringen mindestens 75 Prozent an Lohn für die Beschäftigten ausgezahlt werden. Im Audio erklärt Bettina Schmidt, wie sich das Entgelt für ihre Mitarbeitenden zusammensetzt und was am Ende ausgezahlt wird.

Und man müsse auch an später denken, findet Jürgen Borchert. Seine geistig behinderte Tochter arbeitet in einer Werkstatt der Lebenshilfe. "Wenn jemand 20 Jahre in die Werkstatt gegangen ist, bekommt er EU-Rente und die ist recht ordentlich. Bei Mindestlohn zahlt man selber die Rentenversicherung und bekommt dann irgendwann um die 300 Euro Rente. Wie soll das im Alter funktionieren?"

Rentenbeiträge höher als bei Mindestlohn

Werkstattbeschäftigte müssen von ihrem Arbeitsentgelt nämlich in aller Regel keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten. Dies übernimmt der Träger der Werkstatt.

Die Berechnungsgrundlage für die Beiträge ist auch nicht der tatsächliche Verdienst, sondern 80 Prozent vom an alle Arbeitnehmer gezahlten Durchschnittsentgelt im vorletzten Kalenderjahr. Diese sogenannte Bezugsgröße ist in § 18 Sozialgesetzbuch Viertes Buch (SGB IV) geregel und liegt derzeit bei 2.632 Euro. Das bedeutet, dass die Altersrente später deutlich höher ist, als wenn vom Mindestlohn Beiträge gezahlt würden.

Bund arbeitet an Neuregelung

Das Bundesarbeitsministerium hat inzwischen aufgrund der Kritik eine "Studie zu einem transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten" in Auftrag gegeben. In den Werkstätten und bei den Trägern werden die Ergebnisse mit Spannung erwartet, bisher gibt es allerdings nur einen Zwischenbericht.

Zum Aufklappen: Welche Modelle die Studie untersucht

• Deckelung des Grundbetrags auf 80 Euro und statt der Anhebung des Grundbetrags eine Koppelung des steuerfinanzierten Arbeitsförderungsgelds an das Ausbildungsgeld
• Einführung eines Basisgelds in Höhe von 70% des Durchschnittsentgelts für dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen, das mit Ansprüchen auf eine Erwerbsminderungsrente verrechnet werden soll, während das Werkstattentgelt hinzukommen soll
• Bemessung des Werkstattentgelts am gesetzlichen Mindestlohn oder einem Teil davon

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Gesamtes System müsste diskutiert werden

Grundsätzlich finden die Träger der Werkstätten die Diskussion um die Entlohnung in der Werkstatt gut, sagt Katja Heinrich. Sie gehöre zum Thema Inklusion einfach dazu. "Insbesondere, wenn man in Werkstätten unterwegs ist und sieht, was für eine hochwertige Arbeit dort gemacht wird, ist das, was am Ende des Monats ein Mensch mit Beeinträchtigungen auf dem Konto erhält, wenig. Das muss man einfach sagen."

Katja Heinrich bedauert es, dass ihr immer noch so viele Vorurteile begegnen, wenn es um Werkstätten und Inklusion geht. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Allerdings dürfe man dabei nicht vergessen, dass ein Drehen am kleinen Rad "Werkstattentgelt" ein ganzes Zahnradgetriebe in Gang gesetzt würde. "Das System der Sozialleistungen und der Leistungen der Eingliederungshilfe ist einfach hochkomplex." Damit entstünden auch enorme Kosten, über deren Refinanzierung man nachdenken müsse.

"Wie verändere ich Werkstattarbeit als solche? Das gehört für mich mit dazu. Und wie schaffe ich auch ein anderes Verständnis von Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt, die Dienstleistungsaufträge oder Arbeitsaufträge in Werkstätten geben? Auch da müssen wir über eine adäquate Finanzierung sprechen."

Genauer hinschauen und nachfragen

Für Bettina Schmidt wäre es ein erster Schritt, dass mehr Leute, die über Werkstätten sprechen, sich tatsächlich anschauen, wie heute dort gearbeitet wird. "Das sind ja keine Bastelstuben mit Beschäftigungstherapie" sagt sie."Ich wünsche mir, dass der Mensch mit Behinderungen seinen Bedürfnissen entsprechend ein Angebot bekommt und wir nicht von einem Extrem ins andere verfallen."

Dazu passt, wenn Enrico Daßler von einer Solidargemeinschaft spricht, von einer großen Familie: "Keiner wird bei uns gemobbt oder kritisiert, wenn er zu langsam ist oder etwas nicht kann, wie auf dem freien Arbeitsmarkt, wo dann behinderte Mitarbeiter gelegentlich schon gemobbt werden, weil sie ihre Leistungen vielleicht nicht so erfüllen können wie andere."

Als Werkstattrat hört er leider viel zu oft solche Geschichten. Und fast alle, die in die Werkstatt zurückkommen, waren vor allem dem Stress, dem Arbeitstempo nicht gewachsen, erzählt er. In der Werkstatt dagegen bekommt jeder die Zeit, die er braucht. "Dadurch versuchen wir auch immer, so gut es geht, mitzuarbeiten oder auch kompliziertere Sachen zu probieren."

Und das Beste ist, sagt Daßler, dass auch Rückschläge kein Problem sind. "Keiner kann schließlich alles gleich auf Anhieb."

Mehr zur Debatte um die Werkstätten

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt | 14. Mai 2023 | 08:00 Uhr

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