Verspätungszuschläge erschlichen Haftstrafe für Betrug mit Bahnfahrkarten

Gestohlene Identitäten und Kontodaten sollten einem Eisenacher Betrug mit Online-Bahnkarten ermöglichen. Einige Zeit funktionierte das Erschleichen von Verspätungszuschlägen mit für ihn kostenlos beschafften Tickets. Am Ende brachte es dem 30-Jährigen allerdings nur eine weitere Haftstrafe ein.

Wegen vielfachen Betrugs an der Deutschen Bahn hat das Landgericht Meiningen einen Eisenacher zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 30-Jährige hatte im Sommer 2019 mit Personalien und Kontodaten Anderer eine Vielzahl von Fahrkarten gekauft. Er nutzte dann gezielt Züge, bei denen er eine Verspätung bemerkt hatte und kassierte damit mindestens 5.000 Euro Verspätungs-Entschädigung von der Bahn per Barauszahlungen. Der Fall flog auf, als ein Geschädigter die Abbuchung von einem Konto bemerkte, dessen Daten nur wenigen Menschen bekannt waren.

Anzeigetafel der Deutschen Bahn mit dem Hinweis auf eine Verspätung Richtung Halle.
Ausgenutzt wurden häufig verspätete Züge über Eisenach oder Erfurt. Bildrechte: MDR/André Plaul

Der Schaden für die Deutsche Bahn beträgt insgesamt mehr als 100.000 Euro. Sie hatte den vermeintlichen Kartenkäufern die abgebuchten Beträge zurückerstatten müssen. Vor Gericht gab der vielfach vorbestrafte Mann die meisten Taten zu. Verurteilt wurde er zu vier Jahren und drei Monaten. Wegen anderer Delikte sitzt der gelernte Bürokaufmann bereits in Haft. Er wird auch zu einer sogenannten Vermögensabschöpfung in Höhe von 111.000 Euro herangezogen.

Quelle: MDR/csr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. April 2021 | 12:00 Uhr

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